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Polen wird zum neuen Zentrum für Europas Wohlhabende – 4900 Ultrareiche bis 2031 möglich

Дата публикации: 06-10-2026 15:57:00

In Polen wächst die Zahl der Menschen mit mehr als 30 Millionen Dollar Vermögen rasant. Was hinter dem Boom der Ultrareichen steckt.

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Polen holt wirtschaftlich rasant auf – und bringt dabei eine neue Generation von Superreichen hervor. Ihre Zahl ist seit 2021 um mehr als 100 Prozent gestiegen.

Wie Daten der Nachrichten Agentur Bloomberg zeigen, steigt die Zahl der sehr vermögenden Menschen in Polen stärker als in anderen Ländern. Zwischen 2021 und 2026 erlebte Polen einen Boom der Reichen um rund 109 Prozent. Auch für die nächsten fünf Jahre prognostiziert Bloomberg dem Land einen starken Zuwachs bei den ultravermögenden Menschen.

Immer mehr Ultrareiche

Daten aus dem „Wealth Report 2026“ der britischen Immobilienberatung Knight Frank zeigen: Deutschland hat 2026 mit 38.215 zwar deutlich mehr Reiche. Ihre Zahl ist seit 2021 aber nur um rund 32 Prozent gestiegen. In Polen wuchs dagegen die Zahl der Menschen mit einem Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar von 1442 im Jahr 2021 auf 3017 im Jahr 2026. Bis 2031 könnte sie auf knapp 4900 steigen.

Anstieg um mehr als 100 Prozent

Damit besitzt Polen unter allen untersuchten Ländern zwar das stärkste Wachstum an Ultrareichen, gleichzeitig sind solche Zahlen anfällig für einen Basiseffekt. Polen besitzt eine vergleichsweise kleine Zahl sehr reicher Menschen.

Dadurch kann ein Wachstum von mehr als 100 Prozent leichter erreicht werden als in Ländern, wo bereits viele vermögende Menschen leben. Auch Märkte wie Rumänien, Saudi-Arabien und Singapur verzeichnen ein besonders hohes Wachstum. Polen sticht jedoch am stärksten hervor.

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Zum einen erlebt die polnische Währung, der Zloty, eine deutliche Aufwertung gegenüber dem Dollar. In den vergangenen fünf Jahren lag diese bei 12,7 Prozent. Der Anstieg hat auch dazu geführt, dass das Vermögen polnischer Bürger (in Dollar gerechnet) automatisch gestiegen ist. Der kumulierte Preisanstieg der Wirtschaft lag in dieser Zeit bei 32,5 Prozent.

Zudem ist die Inflation in Polen höher als in vergleichbaren Ländern. Hinzu kommen noch die Folgen realer Veränderungen. Polen verzeichnet ein schnelles Wirtschaftswachstum, was wiederum zu steigenden Werten polnischer Unternehmen führt.

Polens neue Vermögen entstehen in Unternehmen

Laut Daten von Knight Frank gewinnt zudem eine neue Generation privater Investoren an Bedeutung. Polen hat in den vergangenen Jahrzehnten eine große Gruppe erfolgreicher Unternehmen aufgebaut. Mit dem Wachstum dieser Firmen steigen auch die Vermögen ihrer Eigentümer. Besonders Familienunternehmen und Unternehmer, die ihre Gewinne weiter investieren, spielen dabei eine wichtige Rolle.

Auch ohne echtes Wachstum wird das Vermögen größer

Ein Rechenbeispiel zeigt, wie stark Wechselkurs und Inflation die Vermögensentwicklung beeinflussen können: Wären polnische Vermögen zwischen 2021 und 2025 lediglich mit der heimischen Inflation von rund 32,5 Prozent gestiegen und anschließend zum Wechselkurs von Ende 2025 in Dollar umgerechnet worden, hätte sich ihr Wert in Dollar rechnerisch um rund 49 Prozent erhöht.

Ein Vermögen von damals 20 Millionen Dollar hätte damit fast die Schwelle von 30 Millionen Dollar erreicht – ganz ohne nennenswertes reales Wachstum. Die Rechnung ist zwar nur eine Simulation, macht aber deutlich, welchen Einfluss Währungsaufwertung und Inflation auf die Zahl der statistisch erfassten Ultrareichen haben können.

Bruttoinlandsprodukt steigt stark

Besonders spannend wird es bei Polens Wirtschaft. Polen hat einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel hingelegt. Immer mehr Güter und Dienstleistungen werden hochwertiger produziert. Die entstehende Wertschöpfung mit ihren Gewinnen bleibt zudem in Teilen im eigenen Land.

Viele Branchen können sich dadurch besser entwickeln. Polen gehört damit zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften der EU. Das reale polnische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist zwischen 2021 und 2026 um etwa 16 Prozent gestiegen. In Deutschland wuchs die Wirtschaftsleistung im selben Zeitraum lediglich um rund zwei Prozent.

BIP in Deutschland
Die Wirtschaft wächst

Interessant ist zudem, dass der wachsende Kreis der Ultrareichen nicht darauf zurückzuführen ist, dass Kapitaleinkommen einen immer größeren Anteil an der Wirtschaftsleistung ausmachen. Im Gegenteil: Zwischen 2021 und 2025 sank der Anteil des Betriebsüberschusses und des gemischten Einkommens am polnischen BIP von 48,1 auf 45 Prozent.

Gleichzeitig stieg der Anteil der Arbeitnehmerentgelte von 38,7 auf 42 Prozent. Der wachsende Wohlstand scheint damit weniger auf eine Umverteilung zugunsten von Kapital als auf das generelle Wirtschaftswachstum zurückzugehen: Der Kuchen wird größer – und davon profitieren verschiedene Gruppen.

Darum ist Polen wirtschaftlich so erfolgreich

Polens wirtschaftlicher Erfolg ist kein Zufall und auch kein kurzfristiger Boom. Das Land holt seit Jahrzehnten gegenüber Westeuropa auf. Ausländische Unternehmen haben Produktionsstätten und Dienstleistungszentren aufgebaut, Polen tief in die europäischen Lieferketten integriert und Technologie ins Land gebracht. Gleichzeitig profitiert die Wirtschaft vom EU-Binnenmarkt und Milliardeninvestitionen aus Brüssel.

Dazu kommt ein großer Binnenmarkt, der den privaten Konsum als zweite Wachstumssäule trägt. Der entscheidende Vorteil: Polen ist noch immer auf einem Produktivitätspfad nach oben. Unternehmen können effizienter werden, während Löhne und Lebensstandard steigen. Genau diese Kombination aus Aufholprozess, Investitionen, Industrie und wachsender Kaufkraft erklärt, warum die polnische Wirtschaft derzeit deutlich schneller wächst als die deutsche.

Der Boom hat seine Grenzen

Polens Aufholprozess ist noch nicht abgeschlossen. Gleichzeitig altert die Bevölkerung, Fachkräfte werden knapper und die Produktivität liegt weiterhin unter dem Niveau vieler westlicher OECD-Länder. Der bisherige Erfolg garantiert deshalb nicht automatisch, dass Polen dieses Tempo halten kann.

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