Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Bürgerversicherung: Warum gleiche Regeln nicht mehr Arzttermine schaffen

Дата публикации: 12-10-2026 20:58:00

Eine Bürgerversicherung könnte die Behandlung von Kassen- und Privatpatienten vereinheitlichen. Doch dadurch entstehen nicht automatisch mehr Arzttermine.

Основное содержимое страницы с новостью.

Privatpatienten kommen oft schneller zum Facharzt. Doch eine Bürgerversicherung schafft keinen einzigen zusätzlichen Arzttermin.

Wer gesetzlich versichert ist, wartet beim Facharzt häufig länger als ein Privatpatient. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. In einem randomisierten Feldexperiment des RWI erhielten Privatversicherte nicht nur häufiger überhaupt einen Termin. Wurde ein Termin angeboten, warteten gesetzlich Versicherte im Durchschnitt 25 Tage, Privatversicherte zwölf Tage.

Dieter Homburg berät seit über 25 Jahren Menschen zu privater Krankenversicherung und Risikoabsicherung – mit Schwerpunkt auf langfristiger Beitragsstabilität und Bezahlbarkeit. Er prüft für privat Versicherte kostenlos, ob bestehende PKV-Verträge bei gleichen Leistungen oft mehrere Tausend Euro pro Jahr günstiger gestaltet werden können, und unterstützt insbesondere junge Menschen dabei, eine langfristig stabile private Krankenversicherung zu finden. Er ist Autor des Bestsellers „Altersvorsorge für Dummies“ und Teil des Expertennetzwerks EXPERTS Circle.

Die politische Schlussfolgerung klingt deshalb zunächst einleuchtend: Schaffen wir die unterschiedliche Behandlung von gesetzlich und privat Versicherten ab, wird der Zugang gerechter. Löst das unser eigentliches Problem? Denn aus zwei Warteschlangen wird dadurch vielleicht eine. Mehr Arzttermine entstehen aber noch lange nicht. Genau diese Frage kommt mir in der aktuellen Diskussion zu kurz.

Ein Verteilungsproblem ist noch kein Kapazitätsproblem

Der GKV-Spitzenverband weist zurecht darauf hin, dass viele gesetzlich Versicherte mit den Wartezeiten unzufrieden sind. 2025 empfanden 30 Prozent der Befragten ihre Wartezeit beim Facharzt als zu lang oder viel zu lang. Bei Hausärzten waren es dagegen nur 14 Prozent.

Das zeigt schon: Wir haben nicht einfach ein pauschales Problem namens „Arzttermin“. Wir haben Engpässe bei bestimmten Fachrichtungen, in bestimmten Regionen und bei bestimmten Leistungen.

Mehr Patienten, aber wer bezahlt?

Wir haben unterschiedliche Vergütungssysteme. Genau hier wird die Diskussion interessant. In der gesetzlichen Krankenversicherung wird ein Teil der ambulanten Leistungen innerhalb einer morbiditätsbedingten Gesamtvergütung finanziert. Andere Leistungen werden extrabudgetär bezahlt. Die KBV geht sogar so weit zu sagen, dass im fachärztlichen Bereich derzeit mehr als 40 Millionen erbrachte Termine nicht vergütet würden.

ANZEIGE

ANZEIGE

Man muss die Position der Ärzteschaft nicht ungeprüft übernehmen. Aber man muss die ökonomische Frage beantworten: Warum sollte eine Praxis zusätzliche Termine anbieten, wenn zusätzliche Arbeit nicht entsprechend vergütet wird?

Privatpatienten bringen den Praxen erheblich mehr Umsatz

Hinzu kommt ein Punkt, der bei der Forderung nach einheitlicher Vergütung gerne übersehen wird. Nach Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der PKV erzeugten Privatversicherte 2024 allein in der ambulant-ärztlichen Versorgung einen sogenannten Mehrumsatz von 8,76 Milliarden Euro gegenüber einer Versorgung derselben Personen zu GKV-Bedingungen.

Dabei muss man die Quelle transparent einordnen: Das WIP gehört zum Umfeld des PKV-Verbandes. Die Zahlen sollten deshalb genauso kritisch betrachtet werden wie Berechnungen von Krankenkassen oder Ärzteverbänden.

Die entscheidende Milliardenfrage

Aber die Größenordnung wirft eine Frage auf, die sich politisch nicht wegdiskutieren lässt: Was passiert mit diesen Milliarden, wenn Privat- und Kassenpatienten künftig gleich vergütet werden sollen?

Sinkt die Vergütung der Privatpatienten auf GKV-Niveau, fehlt Geld in den Praxen. Hebt man dagegen die Vergütung der gesetzlich Versicherten auf ein vergleichbares Niveau an, muss jemand diese zusätzlichen Milliarden finanzieren. Beides kann man politisch wollen. Aber beides sollte man ehrlich benennen.

Deutschland hat nicht einfach „zu wenige Ärzte“

2025 arbeiteten nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums rund 174.000 Ärzte ambulant. Insgesamt ist die Zahl berufstätiger Ärzte innerhalb von zehn Jahren sogar deutlich gestiegen. Gleichzeitig verändern Teilzeit, Anstellung und regionale Verteilung die tatsächlich verfügbare Versorgungskapazität.

Das verdeutlicht, warum die reine Zahl der Ärzte wenig über einen verfügbaren Termin am Dienstagvormittag beim Neurologen in einer bestimmten Region aussagt. Wir müssen deshalb über Kapazität, Steuerung und Vergütung reden – nicht nur über den Versicherungsstatus.

Mehr Transparenz schafft nicht mehr Termine

Eine zentrale Terminplattform, wie sie der GKV-Spitzenverband aktuell fordert, kann beispielsweise vorhandene freie Termine transparenter machen. Der Verband schlägt vor, dass Praxen einen festgelegten Anteil ihrer GKV-Termine tagesaktuell zur Verfügung stellen. Das kann die vorhandene Kapazität besser verteilen. Aber auch eine perfekte Terminplattform kann keinen Termin vermitteln, der überhaupt nicht existiert.

Gleichberechtigung ist richtig – Knappheit bleibt trotzdem Knappheit

Ich halte es für vollkommen legitim, darüber zu diskutieren, ob der Versicherungsstatus darüber entscheiden darf, wie schnell jemand einen Arzttermin bekommt. Aber wir sollten zwei Fragen nicht miteinander verwechseln.

  • Die erste lautet: Wie verteilen wir vorhandene Arzttermine möglichst gerecht?
  • Die zweite: Wie sorgen wir dafür, dass überhaupt genügend Arzttermine vorhanden sind?

Eine Bürgerversicherung kann die erste Frage möglicherweise anders beantworten. Die zweite beantwortet sie nicht automatisch. Und genau dort liegt für mich der Denkfehler in einem Teil der aktuellen Debatte.

Das eigentliche Problem heißt Ärztemangel

Wenn wir zehn Menschen vor zwei Türen stehen haben und anschließend alle vor dieselbe Tür stellen, haben wir zwar die Warteschlange vereinheitlicht. Wir haben aber noch keinen zusätzlichen Arzt ins Behandlungszimmer gesetzt.

Wer wirklich kürzere Wartezeiten möchte, muss deshalb über unangenehm komplizierte Themen sprechen: Vergütung, Budgetierung, Patientensteuerung, regionale Verteilung, Arbeitszeit, Digitalisierung und zusätzliche Behandlungskapazitäten. Das ist weniger eingängig als die Forderung nach einer Bürgerversicherung. Aber vermutlich näher am eigentlichen Problem.

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1PKV und GKV: Was eine einheitliche Vergütung kosten würde07.0620-10-2026
2Finanzieller Druck, lange Wartezeiten: Die GKV hat Probleme08.4628-09-2026
3Gesundheit: Immer erst zum Hausarzt – was das für Kassenpatienten bedeutet07.8408-06-2026
4Krankenkassen fordern fairere Terminvergabe012.2217-10-2026
5Gesundheitsreform: Kassenärzte kritisieren Terminmeldepflicht08.6720-10-2026
6Hausärzte: GKV-Spargesetz geht an die Substanz der Praxen010.3820-07-2026
7Wenn Kassenpatienten keine Termine bekommen: „Wären Sie auch bereit, selbst zu zahlen?“08.5922-09-2026
8Unklare Zukunft für versicherungsfremde Leistungen09.1712-06-2026
9Wechsel zur privaten Krankenversicherung geplant? Dann ist Eile geboten! / Jetzt handeln, bevor die Hürden steigen01004-08-2026
10Studie: Gesetzlich Versicherte haben deutlich schlechteren Zugang zu online buchbaren Facharztterminen09.4410-08-2026

Классификация: Общество. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 7.06. Источник: rss.focus.de.