Nach einem Datenleck bei Flink erhalten Kunden Erpresser-Mails. Die Täter fordern Ethereum und drohen mit dem Verkauf der Daten.

Hacker fordern Lösegeld von Flink-Kunden, weil der Lieferdienst nicht zahlen wollte.
Foto: Sean Gallup/GettyImages
Nach einem Datenleck bei Flink erhalten Kunden Erpresser-Mails. Die Täter fordern Ethereum und drohen mit dem Verkauf der Daten.
Cyberkriminelle setzen nach einem
Hacker-Angriffauf den Lieferdienst Flink offenbar direkt die Betroffenen unter Druck: Kunden und Mitarbeiter erhalten Erpresser-Mails, nachdem das Unternehmen eine Lösegeldforderung nicht erfüllt hat. Laut Flink wurden bei dem Vorfall personenbezogene Daten kopiert.
Die Angreifer verschafften sich Zugriff auf ein internes Bestellsystem in einem sogenannten Order Hub. Das ist ein lokales Auslieferungslager. Dabei sollen Daten wie Namen, Lieferadressen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Kunden und Mitarbeitern abgeflossen sein. In einzelnen Fällen könnten auch Lieferhinweise und Informationen zu Bestellungen betroffen sein. Passwörter, Bankdaten oder Kreditkarteninformationen seien hingegen nicht erbeutet worden.
Die Täter forderten zunächst von Flink eine Zahlung in der Kryptowährung Ethereum (ETH). Das Unternehmen erklärte jedoch, grundsätzlich nicht mit Kriminellen zu verhandeln und auf die Forderung nicht reagiert zu haben. Daraufhin änderten die Angreifer ihre Strategie: Sie verschicken nun Erpresserschreiben direkt an Kunden und verlangen gemeinschaftlich insgesamt 100 ETH, umgerechnet rund 230.000 Euro. Andernfalls drohe der Verkauf der Daten im Darknet.
Die E-Mails sprechen Empfänger mit Namen an und nutzen einen Flink-ähnlichen Absender, um glaubwürdig zu wirken. Hinter der Aktion soll eine bislang wenig bekannte Gruppierung namens "LPG Group" stehen. In den Schreiben stellen die Täter das Unternehmen als Schuldigen dar und liefern sogar Anleitungen zum Kauf von Ethereum mit.
Ausmaß unbekanntIn den Niederlanden gingen laut Flink bereits bei mindestens 10.000 Kunden entsprechende Erpresser-Mails ein. Wie viele Betroffene in Deutschland kontaktiert wurden, ist bislang unklar. Das Unternehmen habe jedoch alle Kunden über den Vorfall informiert und die zuständigen Datenschutzbehörden eingeschaltet. Zudem unterstützen externe IT-Forensiker die Untersuchungen.
So schützen Sie sichSicherheitsexperten raten Betroffenen dringend davon ab, auf solche Forderungen einzugehen. Wer antwortet oder sogar zahlt, bestätigt den Kriminellen eine aktive E-Mail-Adresse und unterstützt ihr Geschäftsmodell. Stattdessen sollten Empfänger die Nachrichten ignorieren und bei Bedarf Anzeige bei der Polizei erstatten. Zudem gilt für Flink-Kunden nun erhöhte Vorsicht gegenüber Phishing-Mails und anderen Betrugsversuchen.
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