Hacker haben Daten von tausenden Stromkunden in BW erbeutet. Die Verbraucherzentrale schätzt ein, was das für Kunden von Netze BW und Stuttgart Netze bedeutet - und rät zur Vorsicht.
Bei dem Hackerangriff auf einen Dienstleister von Netze BW haben Kriminelle Namen, Adressen, Mailadressen, Telefonnummern und die Nummern von Stromzählern erbeutet. Laut Netze BW gelangten sie außerdem an Fotos von Stromzählern. Die Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg nimmt den Vorfall ernst und berichtet dem SWR am Donnerstag, dass sich bereits besorgte Verbraucherinnen und Verbraucher gemeldet haben.
"Die Menschen, die sich bei uns gemeldet haben, haben Bedenken und Befürchtungen - und das nicht zu Unrecht", sagte Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale BW dem SWR. Mit beispielsweise einer Zählernummer oder einer Lieferadresse könnten Betrüger sehr leicht ohne das Wissen der Kundinnen und Kunden den Wechsel des Stromanbieters anstoßen.
Baden-Württemberg"Oft kriegt man so einen Wechsel dann erst mit dem ersten Anschreiben des neuen Anbieters mit", so Bauer. Das könne man aber strafrechtlich verfolgen, daher sehe er diese Gefahr als nicht ganz so schwerwiegend an.
Eine größere Gefahr sieht Bauer, der bei der Verbraucherzentrale für den Bereich "Bauen, Wohnen, Energie" zuständig ist, durch drohende Phishing-Versuche von Kriminellen. "Wir haben zur Zeit einige Phishing-Versuche und Meldungen darüber, die gehen alle in die gleiche Richtung: Die Verbraucher werden per E-Mail oder Post angeschrieben und dringend um einen angeblichen Datenabgleich gebeten."
Die Kundinnen und Kunden würden aufgefordert, Passwörter, Bank- oder Kreditkartendaten herauszugeben. "Da warnen wir dringend davor. Man muss vorsichtig sein", so Bauer. Er rät, bei solchen Anschreiben, lieber beim Stromanbieter nochmal nachzufragen.
In der letzten Zeit sind laut Bauer auch viele täuschend echt gemachte Fake-Rechnungen wegen angeblicher Nachzahlungen verschickt worden. "Hier geht es einfach darum, sehr sensibel zu sein, sich die Sachen drei Mal anzuschauen und lieber nochmal bei Netze BW oder eben dem aktuellen Stromanbieter nachzufragen." Ebenfalls wichtig: Keine Interaktion mit den Absendern der verdächtigen E-Mails.
Die Verbraucherzentrale hat einen sogenannten Phishing-Radar. Bauer lädt betroffene Stromkunden ein, dort ihre Erfahrungen hier zu teilen und damit andere Menschen zu warnen. Auch wenn man schon in eine Falle getappt sei, solle man sich nicht schämen, denn so etwas könne jeder und jedem passieren.
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