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Härtsfelder Volksfest kehrt zurück: Neresheim plant das große Frühjahrs-Comeback

Дата публикации: 20-09-2026 16:00:00

Vom Volksfest bis zur Wisentweide: Neresheim überrascht und setzt auf Aufbruch. Was die Stadt so besonders macht und was das auch mit den Vereinen zu tun hat.

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Stand: 21.09.2026, 10:33 Uhr

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Neresheim zwischen Tradition und Aufbruch: Vereine, Kultur, Natur und engagierte Bürger prägen die Stadt. Bürgermeister Thomas Häfele will diese Stärken erhalten und zugleich neue Impulse setzen.

Neresheim zwischen Tradition und Aufbruch: Vereine, Kultur, Natur und engagierte Bürger prägen die Stadt. Bürgermeister Thomas Häfele will diese Stärken erhalten und zugleich neue Impulse setzen. © Grafik: SDZ Media

Vom Volksfest bis zur Wisentweide: Neresheim überrascht und setzt auf Aufbruch. Was die Stadt so besonders macht und was das auch mit den Vereinen zu tun hat.

Neresheim. Wer eine Stadt kennenlernen will, sollte nicht nur auf das schauen, was direkt auffällt – und in Neresheim schon gar nicht auf die B 466, die den Ort seit Jahren zerschneidet. Bei genauem Hinsehen zeigt sich die Stadt von einer ganz anderen Seite: Im Stadtgarten sitzen Menschen beim Picknick, andere spielen Volleyball. Vereine kümmern sich um Beete, Bürger packen bei Sanierungen mit an. Und im Süden grasen auf der Wisentweide inzwischen zwölf Tiere. Für Bürgermeister Thomas Häfele macht genau all das Neresheim aus: eine kleine Stadt, die erstaunlich viel zu bieten hat – und vor allem Menschen, die etwas daraus machen und, wenn nötig, immer mitanpacken.

Eine kleine Stadt mit viel Leben

Das sind die Einwohner aus Neresheim.

Das sind die Einwohner aus Neresheim. © Grafik: SDZ Media

8000 Einwohner zählt Neresheim. Die Zahl ist seit Jahren stabil. Das ist für Häfele kein Zufall. Die Stadt weist Baugebiete in der Kernstadt und den Teilorten aus, gleichzeitig gibt es vor Ort vieles, was man im Alltag braucht: ein großes Schulzentrum, Einkaufsmöglichkeiten, ein Ärztehaus und eine entsprechende Infrastruktur.

Gleichzeitig hat sich Neresheim als Gewerbestandort entwickelt. Viele Firmen haben sich angesiedelt, Neues ist entstanden.

Doch Häfele geht es um mehr als Zahlen und Ansiedlungen. „Ich möchte Leben in diese Stadt bringen“, sagt er. Ein gutes Beispiel dafür ist der Stadtgarten. Dort wird gefeiert, gepicknickt und Volleyball gespielt. Und nicht nur das. Er ist der Ort fürs „Blühende Neresheim“ – eines der vielen Projekte, die Häfele angestoßen hat, seit er Bürgermeister ist. Neresheim soll eine lebendige Stadt sein – und dazu gehört für Häfele auch Kultur.

Wenn 120 Vereine mit anpacken

Eine der größten Stärken Neresheims sieht der Bürgermeister im Ehrenamt. Rund 120 Vereine gibt es in der Gesamtstadt. Sie organisieren Veranstaltungen, pflegen Anlagen und helfen sogar bei kommunalen Bauprojekten.

Beim „Blühenden Neresheim“ kümmern sich Gartenbauvereine seit Jahren um Beete – ohne Aufwandsentschädigung. In Kösingen kam die Bürgerschaft der Stadt bei der Sanierung des Dachs der ehemaligen Grundschule entgegen: Die Bürger wollten Arbeitsleistung und Material beisteuern. In Schweindorf soll das bei der Sanierung des Hallendachs ähnlich laufen. Als Häfele zu einem ersten Treffen einlud, kamen in dem Ort mit 272 Einwohnern rund 50 Menschen aus unterschiedlichen Gewerken.

Auch beim Freibad wurden rund 300.000 Euro an Eigenleistung erbracht. Helfer aus Kösingen und anderen Stadtteilen waren während der Bauzeit immer wieder vor Ort.

Vom Schützenhaus zum Vereinszentrum

So wird die Fläche in Neresheim verwendet.

So wird die Fläche in Neresheim verwendet. © Grafik: SDZ Media

„Wenn es gilt, steht alles zusammen“, sagt Häfele. Das erlebt er inzwischen auch in der Kernstadt. Als der Schützenverein das Schützenhaus an die Stadt zurückgab, war zunächst offen, ob das Gebäude verkauft oder zu einem Vereinshaus werden soll. Beim ersten Treffen signalisierten acht Vereine bereits: Wenn es ein gemeinsames Haus wird, packen sie mit an. Einer sei Elektriker, ein anderer Sanitärfachmann – jeder bringe das ein, was er könne.

Kultur soll bleiben

Dass Vereine und Kultur für ihn zusammengehören, zeigt sich auch an den Plänen für die kommenden Jahre. Häfele will trotz der angespannten Finanzlage kulturell aktiv bleiben. „Die Corona-Zeit hat gezeigt, was den Menschen besonders gefehlt hat: Veranstaltungen, Kultur und das Zusammensein.“ Deshalb sei Kultur ein wichtiger „weicher Standortfaktor“.

Das Stadtfest soll in seiner bisherigen Form weitergehen, auch die Aktion „Blühendes Neresheim“ soll bleiben. Eine Lichternacht könnte im kommenden Jahr wieder stattfinden. Den Weihnachtsmarkt hat die Stadt inzwischen vom Handels- und Gewerbeverein übernommen.

Und dann ist da noch eine Neuigkeit, die bisher kaum jemand kennt: Neresheim bekommt ein neues Fest.

Das Härtsfelder Volksfest kommt

Bis 2002 gab es das Härtsfelder Sommerfest. Häfele hatte nach eigener Aussage schon seit Jahren den Plan, es wiederzubeleben. Nun wird es konkret. „Eigentlich möchte ich schon seit Jahren Fest wieder beleben“, sagt er. Ab dem kommenden Jahr soll es das Fest wieder geben – allerdings nicht im Sommer.

Aus dem Sommerfest wird das Härtsfelder Volksfest im Frühjahr. Geplant sind vier Tage Programm auf dem Bahnhofsplatz. Der Termin am Beginn der Saison ist bewusst gewählt: „Es wäre dann zeitlich zu nahe auf dem Stadtfest“, erklärt Häfele. Das Volksfest soll deshalb im Frühjahr mit einem großen Festzelt gefeiert werden, während das bewährte Stadtfest im Sommer bleibt. „Damit erhält die Stadt eine traditionelle und einst beliebte Veranstaltung zurück – voraussichtlich schon 2027“, sagt Häfele.

Doch es entsteht nicht nur Neues für Freizeit und Gemeinschaft. Auch bei Schule und Infrastruktur stehen wichtige Veränderungen an.

Schule, Musikschule und Hallenbad

So haben die Neresheimer bei der Landtagswahl gestimmt.

So haben die Neresheimer bei der Landtagswahl gestimmt. © Grafik: SDZ Media

Zu den größten Aufgaben der kommenden Jahre gehört die Sanierung der Härtsfeldschule. Zunächst entstehen acht neue Klassenzimmer, anschließend soll der Schulbau Schritt für Schritt saniert werden. Bis 2030 soll das Projekt abgeschlossen sein. Das alte Schulgebäude in der Innenstadt könnte anschließend die Musikschule aufnehmen. Heute ist diese über mehrere Standorte verteilt. Häfele möchte daraus ein eigenes Gebäude machen, in dem Lehrer und Leitung näher zusammenarbeiten können.

Auch das Hallenbad beschäftigt die Stadt. Für eine Sanierung müsse man mit mindestens 2,5 Millionen Euro rechnen, so Häfele. Er will deshalb verschiedene Fördermöglichkeiten prüfen. Sein Ziel: Das Hallenbad soll erhalten werden – trotz der hohen Kosten, die für die Stadt eine Herausforderung bleiben.

Die Innenstadt soll grüner werden

Bei der Innenstadtentwicklung denkt Häfele über mehr Grün und eine Erweiterung des Stadtgartens nach. Auch die Egau könnte künftig wieder stärker sichtbar werden. „Heute verläuft sie teilweise verdolt durch die Stadt“, konstatiert der Bürgermeister. „Erste Überlegungen gehen dahin, sie zu renaturieren.“

Gleichzeitig fehlt Neresheim ein Hotel. Angesichts von Kloster, Schättere und Wisentweide sieht Häfele Potenzial für mehr Tagestourismus und auch für Kurzaufenthalte. Denkbar wäre ein Wellnesshotel.

Eine große Herausforderung bleibt die B 466. 13.000 Fahrzeuge rollen täglich durch die Innenstadt. Häfele hält deshalb weiter an der Forderung nach einer Umgehung fest. Gleichzeitig versucht die Stadt, mehr Wohnraum im Zentrum zu schaffen – etwa für junge Menschen, Eigentümer und barrierefreies Wohnen.

Zwölf Wisente auf der Weide

Ein Herzensprojekt des Bürgermeisters liegt außerhalb der Innenstadt: die Wisentweide. Zwölf Tiere leben dort inzwischen. In diesem Jahr kamen zwei gesunde Kälber hinzu. Für Häfele geht es dabei nicht allein um die Wisente: Die Beweidung soll die Landschaft verändern und die Artenvielfalt fördern. Erste Untersuchungen zeigen nach seinen Angaben eine positive Entwicklung bei Insekten und Vögeln.

Häfele ist überzeugt, dass es genau diese Mischung ist, die Neresheim ausmacht: Natur vor der Haustür, eine lebendige Stadt und Menschen, die sich einbringen. Häfele will diesen Weg weitergehen – und Neresheim als Stadt erhalten, in der man gerne lebt. „Wir sind auf einem guten Weg. Wir müssen schauen, dass wir Vorhandenes und unsere Stärken erhalten, aber gleichzeitig diese Stadt mit Neuem voranbringen. So bleibt Neresheim eine lebenswerte, familienfreundliche und zukunftssichere Stadt“, sagt er.

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