Altes Schützenhaus heiß begehrt und Sanierungsfall mit Potenzial: Was wird aus dem alten Gebäude auf dem Neresheimer Bahnhofsareal? Wer zieht ein?
Stand: 24.09.2026, 18:40 Uhr

Altes Schützenhaus heiß begehrt und Sanierungsfall mit Potenzial: Was wird aus dem alten Gebäude auf dem Neresheimer Bahnhofsareal? Wer zieht ein?
Neresheim. Neun Schießstände gibt es dort noch, eine Küche, einen Gastraum und einen Aufenthaltsraum. Einiges ist in die Jahre gekommen, der Verein hat sich aufgelöst. Insgesamt aber ist das Gebäude in einem „guten Zustand“. Und plötzlich ist das ehemalige Schützenhaus wieder gefragt: Mehrere Neresheimer Vereine brauchen Räume. Gleichzeitig hat auch der Härtsfeldmuseumsbahn-Verein Interesse. Was aus dem ehemaligen Vereinsheim, das der Stadt gehört, werden soll, damit haben sich am Mittwoch (23.09.) die Neresheimer Gemeinderäte befasst.
Das Gebäude war ursprünglich eine Werkstatt der Härtsfeldbahn, erinnert Bürgermeister Thomas Häfele eingangs. Nachdem die Bahn 1972 ihren Betrieb eingestellt habe, wurde es später zum Schützenhaus. Der Mietvertrag mit dem Schützenverein wäre eigentlich noch bis 2028 gelaufen, informiert das Stadtoberhaupt. Doch der Verein hat sich aufgelöst und das Gebäude zwei Jahre früher an die Stadt zurückgegeben.
Zwei Konzepte debattiertDie Verwaltung habe daraufhin bei den Vereinen nachgefragt. Dabei kristallisierten sich zwei Möglichkeiten heraus: Der Härtsfeldmuseumsbahn-Verein könnte das Gebäude mieten oder kaufen und dort eine Werkstatt einrichten. Oder es könnte künftig mehreren Vereinen als Vereinsheim dienen. „Einige suchen bereits Räume, weil sie wegen der Sanierung der Härtsfeldschule dort künftig nicht mehr bleiben können“, so Häfele weiter.
Was muss gemacht werden?Stadtbaumeisterin Eva-Maria Ramsperger stellt dem Gemeinderat den Zustand und eine erste Kostenschätzung vor. „Eigentlich in einem guten Zustand“ seien die Innenräume, sagt sie. Für eine Vereinsnutzung müsste allerdings der Schießstand zurückgebaut werden.
Größerer Sanierungsbedarf bestehe bei den Toiletten. Auch Wasser- und Heizungsleitungen müssten erneuert werden, die 50 Jahre alte Ölheizung samt Heizkörper ersetzt werden. „Zudem braucht die obere Geschossdecke eine Dämmung“, erläutert Ramsperger. Eine abgehängte Decke verbessere außerdem die Akustik. „Gerade für Proben von Stadtkapelle oder Liederkranz ist die derzeitige Akustik sehr unangenehm“, erklärt sie.
Kosten der SanierungDie Stadtbaumeisterin rechnet für Umbau und Sanierung insgesamt grob mit 195.000 Euro. Davon entfallen 45.000 Euro auf die WC-Anlagen, 10.000 Euro auf den Rückbau der Schießanlage und weitere Innenarbeiten, 35.000 Euro auf Dämmung und Decke sowie 70.000 Euro auf Heizung und Heizkörper. Für Elektroarbeiten sind 10.000 Euro vorgesehen, für Außenanlagen und Sonstiges 25.000 Euro.
Bei einzelnen Arbeiten könnten Bauhof und Vereine mit anpacken, so Häfele. Er macht dabei allerdings deutlich: „Wer eine eigene Leistung zusagt, muss diese dann tatsächlich erbringen.“ Die laufenden Kosten für Heizung, Strom, Reinigung und Versicherung schätzt die Verwaltung auf knapp 10.000 Euro im Jahr.
Zwei Interessen, ein GebäudeIn der Diskussion wurde schnell deutlich, dass viele Gemeinderäte das Gebäude künftig lieber den Vereinen zur Verfügung stellen wollen. Manuel Gillner (SPD) verwies auf die Bedeutung des Vereinslebens und das bereits signalisierte Engagement. „Ich finde es wichtig, dass wir die Vereine unterstützen und schauen, dass man das umsetzen kann“, sagte er.
Auch Werner Schrezenmeier (CDU) sprach sich dafür aus: „Angesichts der vielen Vereine, die das ganze Jahr über zum Leben in der Stadt beitragen, ist ein Raum für deren Versammlungen und Übungsabende wichtig.“
Leuchtturmverein und ProblemlösungDirk Hoesch (FW) stellte beide Interessen gegenüber. Der Härtsfeldmuseumsbahn-Verein sei zwar ein „Leuchtturmverein“ mit großer Außenwirkung. Während es in den Teilorten Vereinsräume gebe, fehle in der Kernstadt ein solches Angebot. Das vorhandene Gebäude zu einer Werkstatt umzubauen, sei aber „halbgut“. Wichtig sei eine einvernehmliche Lösung: „Das sind alles Vereine der Stadt Neresheim.“
Wie Hoesch verwies Bürgermeister Häfele auf den Härtsfeldmuseumsbahn-Verein. Dieser benötige eine Möglichkeit, seine Fahrzeuge unterzustellen und instand zu halten – etwa in einer Kalthalle.
Am Ende fiel die Entscheidung einstimmig: Das ehemalige Schützenhaus soll Vereinshaus werden. Die Verwaltung soll die weiteren Schritte einleiten, mit den Vereinen sprechen und Fördermöglichkeiten prüfen. Gleichzeitig soll gemeinsam mit dem Härtsfeldmuseumsbahn-Verein nach einer Lösung für die Unterbringung seiner Fahrzeuge gesucht werden.
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