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Hochwasserschutz XXL: Bürger kritisieren Mammutprojekt bei Neresheim

Дата публикации: 13-10-2026 12:00:00

Jahrtausendhochwasser oder Größenwahn? Ein gigantischer Damm sorgt für Kritik am Dossinger-Tal-Projekt – das sind die Details.

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Stand: 13.10.2026, 18:53 Uhr

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Die Dimensionen des neuen Staudamms im Dossingen Tal werfen Fragen auf. Kritik üben sowohl Stadt als auch Bürger.

Die Dimensionen des neuen Staudamms im Dossingen Tal werfen Fragen auf. Kritik üben sowohl Stadt als auch Bürger. © Hannes Marcinkowski

Jahrtausendhochwasser oder Größenwahn? Ein gigantischer Damm sorgt für Kritik am Dossinger-Tal-Projekt – das sind die Details.

Neresheim. Das derzeit laufende Hochwasserschutzprojekt im Dossinger Tal bei der Kläranlage sorgt für Fragen. In der Bürgerfragestunde wollte Hannes Marcinkowski von Bürgermeister Thomas Häfele wissen, warum dort ein derart mächtiges Dammbauwerk entsteht. Hinter der Frage des Elchinger Bürgers stand auch die Kritik am Geschäftsbereich Wasserwirtschaft beim Landratsamt Ostalbkreis.

Bei dem Hochwasserrückhaltebecken und der Dammsanierung handelt es sich um ein umfassendes, mehrteiliges Bauprojekt der Stadt Neresheim. Gebaut wird aktuell noch. Die Vorgaben für die Dimensionierung kommen nach Angaben Häfeles vom Geschäftsbereich Wasserwirtschaft. Dieser verlange, auch für sehr seltene Hochwasserereignisse entsprechende Vorsorge zu treffen.

Ein Anblick, der für Diskussionen sorgt: die Höhe des Damms ist umstritten.

Ein Anblick, der für Diskussionen sorgt: die Höhe des Damms ist umstritten. © Hannes Marcinkowski

Die Stadtverwaltung habe die Dimension dieser Maßnahme keineswegs nachvollziehen können, machte Häfele deutlich. „Wir persönlich als Stadt Neresheim waren da dagegen.“ Die Stadt habe sich an Landrat Dr. Joachim Bläse gewandt und darum gebeten, die Maßnahme nicht in dieser Größe auszuführen. Außerdem habe die Kommune im Wasserverband Egau gegen die Umsetzung gestimmt. „Leider haben unsere Beschwerden, unsere Einwände nichts genützt“, sagte Häfele.

Im Dossinger Tal wächst ein Bauwerk, das machen Passanten staunen lässt.

Im Dossinger Tal wächst ein Bauwerk, das machen Passanten staunen lässt. © Hannes MarcinkowskiGigantismus im Naturschutzgebiet?

Hannes Marcinkowski hakte nach und sprach dabei von einem "Jahrhundertbauwerk für das Jahrtausendhochwasser". Auch die Rodung von Wald im Dossinger Tal, das als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, kritisierte der Elchinger. Des Weiteren bedauere er, dass mit dem Projekt auch "der Grillplatz mit Hütte verschwunden" sei. Vor allem aber machte er die Höhe der Dammkrone zum Thema. Das Bauwerk bezeichnete er als "völlig überdimensioniert" – vor allem im Vergleich zur angrenzenden Straße. "Im Fall eines extremen Hochwassers kann meiner Einschätzung nach das Wasser über die tiefer liegende Straße ablaufen", sagte er.

Vergleich mit weiteren Bauwerken

Zudem spielte Marcinkowski auf das Regenrückhaltebecken im Neresheimer Gewerbegebiet im Riegel an. Auch dieses Bauwerk bezeichnete er als völlig überdimensioniert und wollte vom Bürgermeister in einer eher rhetorischen Frage wissen, ob es sich um dieselbe Wasserwirtschaftsbehörde handle, die dies verlangt habe.

Häfele bestätigte dies. Auch in diesem Fall habe die Stadt dagegen protestiert, hätte letztlich aber Planung und Vorgaben umsetzen müssen. „Weder beim Riegel-Bauwerk noch jetzt“ habe die Beschwerde der Stadt Erfolg gehabt, fasste Häfele zusammen.

"Bezahlt wird das Projekt im Dossinger Tal vom Wasserverband Egau", sagte der Schultes zur Finanzierung des Hochwasserschutzprojekts. Indirekt sei aber damit allerdings auch die Stadt Neresheim betroffen: Sie ist Mitglied des Verbands und beteiligt sich über Umlagen an dessen Finanzierung. Häfele sagte, auch er empfinde den neuen Damm als „massiv“.

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