Dem 1. FC Union Berlin gelingt nach desolatem Saisonstart der erste Sieg. Gegen Elversberg überzeugt das Team mit Stabilität, doch der nächste Härtetest wartet schon.
Viele Trainer in der Fußball-Bundesliga waren nicht sonderlich glücklich über die ungewöhnlich lange Länderspielpause. Niko Kovac, der bei Borussia Dortmund fast drei Wochen mit einem Rumpfkader trainieren musste, nannte sie gar „total inakzeptabel“. Es gibt jedoch auch mindestens einen Gewinner dieser Unterbrechung: den 1. FC Union Berlin.
Nach dem desolaten Start in die Saison mit nur einem Punkt und 17 Gegentoren aus vier Spielen hat die Pause den Köpenickern offensichtlich gutgetan. Drei Wochen lang konnte der neue Trainer Mauro Lustrinelli mit fast komplettem Kader an den vielen Schwachstellen arbeiten – mit Erfolg. Das 1:0 gegen Elversberg am Samstag war der erste Bundesligasieg unter dem Schweizer und wie eine Erlösung für Union.
Der Unterschied zwischen dem letzten Spiel vor der Pause und dem ersten danach war frappierend. Natürlich lag das auch an den Gegnern. Bei Bayern München kann man verlieren, auch wenn es vielleicht kein 0:7 hätte sein müssen. Elversberg ist erstmals erstklassig und trotz des guten Saisonstarts einer der größten Underdogs der Bundesligageschichte.
Union tut jedoch gut daran, primär auf sich selbst zu schauen – und hat dabei erste Fortschritte gemacht. Die Intensität war höher, die Leistungsschwankungen innerhalb der 90 Minuten geringer, die Abwehr stand stabil und der Siegeswille war vorhanden. Die Berliner sind noch weit davon entfernt, den Wandel, mit dem Lustrinelli betraut ist, erfolgreich abzuschließen, doch nach Wochen der Misserfolge und Fragezeichen geht es endlich voran.
Der Sieg dürfte Union mental mindestens so wichtig gewesen sein wie tabellarisch. Denn gerade Veränderungen leben von Überzeugung und Überzeugung kommt mit Erfolgserlebnissen. Oder wie es Lustrinelli sagt: „Um glaubwürdig zu sein, braucht man auch Siege.“
Nun gilt es für Union, diese Fortschritte zu bestätigen. Das heißt nicht unbedingt, dass am kommenden Samstag gegen Tabellenführer Borussia Dortmund der nächste Sieg folgen muss. Doch die Berliner müssen die gegen Elversberg gezeigte Stabilität bewahren. Die neue Spielidee ist noch lange nicht gefestigt, doch ein erster Schritt ist gemacht.
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