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Jeder 4. leidet unter einer Fettleber – laut Studie senkt eine Keto-Diät das Leberfett um 67 Prozent

Дата публикации: 10-09-2026 06:26:00

In einer Studie an 42 Erwachsenen fanden Forscher heraus: Eine ketogene Ernährung, kurz Keto, kann bei Leberfett helfen. Sie reduzierte das Leberfett stark.

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In einer kleinen Studie an 42 Erwachsenen fanden Forscher heraus: Eine ketogene Ernährung, kurz Keto, kann bei Leberfett helfen. Sie reduzierte das Leberfett stärker als andere Ernährungsweisen.

Mehr als ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland hat eine verfettete Leber. Schuld daran ist oft Übergewicht. Wer zehn Prozent seines Körpergewichts verliert, tut seiner Leber meist einen Gefallen. Doch offenbar macht es einen Unterschied, wie dieses Gewicht verloren geht.

Laut einer aktuellen Studie sank das Leberfett mit einer Keto-Diät um 67 Prozent – bei mediterraner und sehr fettarmer Ernährung waren es jeweils nur 45 Prozent.

Forscher der Washington University School of Medicine verglichen drei verbreitete Ernährungsformen bei Menschen mit Adipositas, Prädiabetes und Fettleber. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal „Cell Metabolism“. Alle Teilnehmer erhielten ihre Mahlzeiten aus der Studienküche und verloren ungefähr gleich viel Gewicht. Dadurch konnten die Forscher die Stoffwechseleffekte der drei Ernährungsformen direkt miteinander vergleichen.

Keto und Leberfett: Drei Diäten unterscheiden sich deutlich

Insgesamt 55 Erwachsene starteten die randomisierte Untersuchung, 42 schlossen sie ab. In jeder Gruppe blieben 14 Teilnehmer. Sie ernährten sich entweder ketogen, mediterran oder sehr fettarm und überwiegend pflanzlich. Das Forschungsteam stellte sämtliche Mahlzeiten bereit.

  • Eine ketogene Ernährung reduziert Kohlenhydrate sehr stark und liefert den Großteil der Energie aus Fett. Auf den Teller kommt viel Gemüse, gesunde Fette aus Olivenöl, Nüssen, Avocado oder fettreichem Fisch und wenig verarbeitete Lebensmittel.
  • Die mediterrane Ernährung setzt dagegen auf Gemüse, Olivenöl, Nüsse, Fisch und moderate Mengen Milchprodukte.
  • Die fettarme, pflanzenbetonte Kost enthält besonders viele Kohlenhydrate und nur wenig Fett.

Die drei Speisepläne unterschieden sich entsprechend deutlich:

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  • Keto: 4 Prozent der Energie aus Kohlenhydraten, 73 Prozent aus Fett
  • Mediterran: 50 Prozent aus Kohlenhydraten, 35 Prozent aus Fett
  • Fettarm und pflanzenbetont: 70 Prozent aus Kohlenhydraten, 15 Prozent aus Fett

Bei 2000 Kilokalorien entsprach die Keto-Ernährung nur rund 20 Gramm Kohlenhydraten, aber 164 Gramm Fett pro Tag.

Darauf sollten Sie bei einer Keto-Diät achten

Bei einer ketogenen Ernährung werden Kohlenhydrate stark reduziert. Der Körper soll dadurch seinen Energiebedarf zunehmend aus Fett decken. Auf dem Teller landen:

  • viel Gemüse: vor allem kohlenhydratarmes Gemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini, Spinat und Salat
  • gesunde Fette: Olivenöl, Nüsse, Samen, Avocado und fetter Fisch
  • ausreichend Eiweiß: etwa Fisch, Eier, Geflügel, Tofu und Milchprodukte
  • wenig verarbeitete Lebensmittel: möglichst frisch und abwechslungsreich essen

Kohlenhydrate reduzieren:

  • Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke sind bei Keto weitgehend tabu.
  • Auch Obst und Hülsenfrüchte enthalten Kohlenhydrate und werden deshalb meist nur in kleinen Mengen gegessen.
  • Eine strenge ketogene Ernährung enthält häufig weniger als 50 Gramm Kohlenhydrate pro Tag, teilweise auch deutlich weniger.
Beim Körpergewicht liegen die Gruppen fast gleichauf

Die Teilnehmer waren durchschnittlich rund 43 Jahre alt und hatten einen mittleren Body-Mass-Index von knapp 39. Das Körperfett nahm in allen Gruppen ab. Auch die Insulinempfindlichkeit der Muskeln verbesserte sich um ungefähr 50 Prozent. Zwischen den drei Ernährungsformen bestand dabei kein signifikanter Unterschied.

Auch die tatsächliche Gewichtsabnahme lag sehr dicht beieinander. Die Keto-Gruppe verlor durchschnittlich 10,4 Prozent ihres Ausgangsgewichts. In der mediterranen Gruppe waren es 10,2 Prozent und bei der fettarmen Ernährung 10,1 Prozent. Dafür benötigten die Teilnehmer im Schnitt etwa viereinhalb bis fünfeinhalb Monate.

Keto senkt Leberfett von 19,4 auf 6,2 Prozent

In der Leber öffnete sich dagegen eine deutliche Lücke zwischen den Gruppen. Der gemessene Fettanteil veränderte sich im Durchschnitt so:

  • Keto: von 19,4 auf 6,2 Prozent
  • Mediterran: von 18,1 auf 10,3 Prozent
  • Fettarm und pflanzenbetont: von 17,7 auf 9,6 Prozent

Relativ entsprach das einem Rückgang von 67 Prozent unter Keto und jeweils etwa 45 Prozent in den beiden Vergleichsgruppen.

Auch die Insulinempfindlichkeit der Leber nahm unter Keto stärker zu. Der Anstieg fiel zwei- bis dreimal größer aus als bei den beiden kohlenhydratreicheren Ernährungsformen. „Unsere Daten legen nahe, dass eine Verringerung der Kohlenhydratzufuhr wichtige therapeutische Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben kann, die über den Gewichtsverlust allein hinausgehen“, sagt Studienleiter Samuel Klein von der Washington University School of Medicine.

Weniger Insulin verändert den Fettstoffwechsel der Leber

Hinweise auf die Ursache lieferten Blutproben über einen Zeitraum von 24 Stunden. Unter Keto sank die Insulinkonzentration besonders stark. Gleichzeitig stieg Glucagon. Dieses Hormon wirkt im Stoffwechsel teilweise als Gegenspieler des Insulins.

Für die Leber ist dieses Verhältnis relevant. Glukose und Insulin fördern die Bildung neuer Fettsäuren. Glucagon hemmt diesen Prozess und unterstützt den Abbau sowie die Verbrennung von Fett. Passend dazu ging die sogenannte De-novo-Lipogenese unter Keto stärker zurück. Dabei bildet die Leber aus anderen Nährstoffen neue Fettsäuren.

Auch Prädiabetes bildet sich häufiger zurück

Die Unterschiede reichten über die Leber hinaus. Nach der Intervention erfüllte die Hälfte der Teilnehmer aus der Keto-Gruppe nicht mehr die Kriterien für Prädiabetes. Bei mediterraner Ernährung waren es 29 Prozent, bei der fettarmen Variante sieben Prozent.

Auch mehrere Werte des Zuckerstoffwechsels entwickelten sich unter Keto günstiger. Über 24 Stunden sank die Glukosekonzentration um 20 Prozent. In den beiden anderen Gruppen waren es jeweils acht Prozent. Noch größer war der Unterschied beim Insulin: Unter Keto fiel die Konzentration um 74 Prozent, bei mediterraner Ernährung um 44 Prozent und bei fettarmer Kost um 27 Prozent.

Trotz viel Fett steigt LDL-Cholesterin nicht stärker

Die Keto-Ernährung enthielt besonders viel Fett. Rund 23 Prozent der gesamten Energie stammten sogar aus gesättigten Fettsäuren. Trotzdem entwickelten sich Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und die über 24 Stunden gemessenen Triglyceride nicht ungünstiger als in den Vergleichsgruppen.

„Am überraschendsten war, dass die Teilnehmer der ketogenen Gruppe trotz der höchsten Fettaufnahme keinen Anstieg der Blutfette oder Cholesterinwerte erlebten“, sagt Erstautor Max Petersen. Die Nüchtern-Triglyceride gingen unter Keto sogar stärker zurück. Ob eine solche Ernährung langfristig ähnlich wirkt, lässt sich aus der Untersuchung allerdings nicht ableiten.

Kleine Teilnehmerzahl setzt klare Grenzen

Die Aussagekraft bleibt durch die geringe Zahl der Teilnehmer begrenzt. Nur 42 Menschen schlossen die Untersuchung vollständig ab. Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass kleinere Unterschiede zwischen den Ernährungsformen wegen der begrenzten statistischen Power unentdeckt geblieben sein könnten.

Hinzu kommt die sehr spezielle Teilnehmergruppe. Alle hatten gleichzeitig Adipositas, Prädiabetes und eine Fettleber. Die Ergebnisse gelten deshalb zunächst für Menschen mit dieser Stoffwechselsituation und lassen sich nicht ohne Weiteres auf Normalgewichtige oder Stoffwechselgesunde übertragen.

Der Alltag dürfte schwerer sein als die Studie

Auch die Bedingungen waren ungewöhnlich streng kontrolliert. Das Forschungsteam stellte das gesamte Essen bereit und begleitete die Teilnehmer jede Woche. Damit unterscheidet sich die Untersuchung deutlich vom Alltag, in dem Menschen Lebensmittel selbst auswählen, einkaufen und zubereiten.

Offen bleibt zudem, ob eine weniger strenge kohlenhydratarme Ernährung ohne Ketose einen ähnlichen Effekt auf das Leberfett hätte. Ebenso ist unklar, ob die Vorteile langfristig bestehen bleiben. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten während der mehrmonatigen Untersuchung nicht auf.

Leiden Sie an Fettleber? So finden Sie es heraus

Eine Fettleber bleibt häufig unbemerkt, da sie keine Schmerzen verursacht. „Deshalb ist die Ultraschalluntersuchung und die Bestimmung der Leberwerte im Blut sehr wichtig“, erklärt Endokrinologe und Diabetologe Stephan Martin gegenüber FOCUS online. „Eine Verfettung der Leber kann bei der Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane sehr einfach nachgewiesen werden.“ Häufig trete eine Fettleber bei starkem Übergewicht oder Typ-2-Diabetes auf. Auch übermäßiger Alkoholkonsum kann eine Rolle spielen, ist aber nicht die einzige Ursache.

Von Anne Bajrica

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