Britta leidet an Frühdemenz. Obwohl sie für ihre Kinder „nicht die Mama bis zum Schluss“ sein kann, bleibt die 58-Jährige lebensfroh.
Britta leidet an Frühdemenz. Eine Dokumentation beleuchtet ihr Leben – offen, ehrlich, mutmachend. Obwohl sie für ihre Kinder „nicht die Mama bis zum Schluss“ sein kann, bleibt Britta lebensfroh.
Britta erhält mit nur 56 Jahren die Diagnose Alzheimer. Ein Schock. „Ich bin mit dem Kopf auf den Tisch und habe geweint.“
Britta gehört zu den rund 100.000 Menschen in Deutschland, die an einer sogenannten Frühdemenz erkrankt sind. Also bei der Diagnose unter 65 Jahre alt sind. Die Gefahr: Weil eine Demenz bei Jüngeren selten ist, wird sie oft nicht als solche erkannt.
Wie bei Britta (heute 58). Bei ihr tippten die Ärzte zunächst auf einen Burn-out und schickten sie zur Kur. Doch ihr Zustand besserte sich nicht. Auch Psychotherapien halfen nicht. Schließlich brachte eine Gehirnwasseruntersuchung Klarheit: Diagnose Alzheimer-Demenz.
Mit der Diagnose änderte sich Brittas Leben schlagartig. Ihren Beruf als Lehrerin musste sie aufgeben. Sie darf nicht mehr Autofahren. Kann nicht mehr alleine einkaufen. Der Herd ist gesichert.
Die ZDF-Doku über Britta zeigt eine Frau, die unter dem Schicksal leidet. Die auch mal bitterlich weint – und dennoch kämpft. Momente des Glücks erlebe sie viel intensiver als früher, sagt sie. Sie lacht darüber, dass sie einen Streit mit Ehemann Stefan sofort wieder vergisst. Der kümmert sich liebevoll.
Ebenso wie ihre vier Kinder. Ihr Sohn sagt: „Wir lachen oft über Situationen. Aber die Stimmung kann schnell kippen.“ Seine größte Sorge: „Dass der Tag kommt, an dem Mama vor mir steht und nicht mehr weiß, wer ich bin.“
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Auch Britta lässt der Gedanke daran verzweifeln. „Ich werde meine Freunde, meine Kinder, meine Enkel verlieren“, sagt sie unter Tränen. „Es ist so traurig, dass ich nicht die Mama bis zum Schluss für meine Kinder bin, die ich sein möchte.“
Doch Britta bleibt lebensfroh. Für ihre Enkel hat sie ein Bilderbuch geschrieben. Über die „Elfe Dementia“, die Gedanken in Feenstaub verwandelt. Britta hat das Buch selbst geschrieben, illustriert und verlegt. Sie präsentiert es in Stadtbüchereien und Altenheimen. Damit möchte sie über Alzheimer aufklären und der Krankheit den Schrecken nehmen. Für dieses Engagement wurde sie von der Hertie-Stiftung ausgezeichnet. Und natürlich liest sie ihrem Enkel Emil daraus vor.
Doch Alzheimer ist nicht heilbar. „Ich nehme schon Abschied“, sagt Britta. Sie beschäftige sich schon mit der Beerdigung, führe Listen mit Liedern. Und wenn sie mal wieder der Kummer überkommt, dann weine sie „alles richtig raus“. Aber Angst vor dem Tod an sich? „Nein, überhaupt nicht.“
In Deutschland leben derzeit rund 1,84 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Etwa 106.000 der Erkrankten sind jünger als 65 Jahre alt. Das entspricht knapp sechs Prozent.
Zu den Symptomen gehören
Als weitere mögliche Symptome nennen die Experten Wahnvorstellungen, Erregung, Depression, Apathie, Schlafstörungen und motorische Probleme.
Die Gefahr: In jungen Jahren wird eine Demenz oft nicht vermutet. Weshalb selbst Ärztinnen und Ärzte entsprechende Symptome häufig nicht auf eine Demenz zurückführen, sondern zunächst psychische Probleme oder Erkrankungen vermuten.
Eine frühe Diagnose ist aber wichtig, denn nur so können einzelne Symptome gelindert, der Krankheitsverlauf verlangsamt und die Lebensqualität verbessert werden.
Bei anhaltenden Problemen sollten Betroffene eine Hausarztpraxis aufsuchen. Die kann bei Bedarf an eine neurologische oder psychiatrische Facharztpraxis oder an eine Gedächtnisambulanz überstellen.
Eine Demenzerkrankung kann nicht gesichert verhindert werden. Es gibt allerdings bestimmte Risikofaktoren, die eine Erkrankung zumindest begünstigen. Diese gilt es zu vermeiden.
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Zwischen 30 und 40 Prozent der Demenz-Erkrankungen könnten nach Meinung von Experten vermieden werden, wenn die Risikofaktoren entsprechend vermieden beziehungsweise behandelt werden.