Die Taskforce zur Kochertalbrücke bei Unterkochen traf sich erstmals und einigte sich auf eine Variante, die demnach die "beste und schnellste Lösung" ist.
Stand: 29.09.2026, 12:20 Uhr

Die Taskforce zur Kochertalbrücke bei Unterkochen traf sich erstmals und einigte sich auf eine Variante, die demnach die "beste und schnellste Lösung" ist.
Aalen-Unterkochen. Die marode Kochertalbrücke zwischen Aalen-Unterkochen und Oberkochen beschäftigt die Region seit Jahren – jetzt kommt Bewegung in die Sache. Auf Einladung von Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) ist am Montag (28.9.) eine Taskforce zusammengekommen, um die Sanierungsoptionen der Brücke zu bewerten. Und sehr zur Überraschung von Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting, der eine "schnelle Entscheidung" gefordert hatte, hat sich die Variante „Ersatzneubau“ auf der bestehenden Trasse durchgesetzt.
Lesen Sie hier: Was steckt in der Brücke zwischen Unter- und Oberkochen?
Ein Neubau an der bestehenden Stelle hat sich demnach als beste und schnellste Lösung mit den geringsten Beeinträchtigungen herausgestellt – auch weil dafür kein Planfeststellungsverfahren nötig ist, jenes aufwendige, oft jahrelange Genehmigungsverfahren für größere Bauvorhaben. Ein Neubau neben der bestehenden Brücke hätte deutlich größere Eingriffe in Natur und Umwelt bedeutet und schnitt in der Gesamtabwägung schlechter ab. Über das Bewertungssystem wurden keine Angaben gemacht.
Kochertalbrücke: Baubeginn so schnell wie möglich„Mein Ziel ist es, dass die Erneuerung der Kochertalbrücke ein gelungenes Beispiel für innovatives Planen und schnelles Bauen wird“, so Razavi. „Es ist gut, dass jetzt Klarheit herrscht über die Art der Bauweise und den Zeitraum für den Neubau. Entscheidend ist für uns die Zusage, die Bauzeit und die Sperrung so kurz wie möglich zu halten“, so Frederick Brütting.
Kommentar zur Kochertalbrücke: Eine Entscheidung mit Geschmäckle
Ebenso erwarte man, dass die Umleitungsstrecken so gestaltet werden, dass die Belastung für die Menschen in Aalen und der Region möglichst gering bleibt. Die Stadt werde ihren Teil dazu beitragen, damit das Bauprojekt im Interesse der gesamten Region rasch vorankomme. „Zudem habe ich im Rahmen der Taskforce gemeinsam mit Ortsvorsteher Hans Peter Stütz auf eine zügige Entscheidung in Sachen Albaufstieg gedrängt“, so Brütting.
Kochertalbrücke: Verkehr muss umgeleitet werdenAktuell rollen im Schnitt rund 19.700 Fahrzeuge täglich über die Brücke, darunter etwa 1600 Lkw. Um die Belastung gering zu halten, erarbeitet das Regierungspräsidium Stuttgart mit Ostalbkreis, Polizei sowie den Städten Aalen und Oberkochen ein großräumiges Umleitungskonzept für den Schwerverkehr. Parallel laufen bereits Umbauarbeiten in der Ortsdurchfahrt Unterkochen.
Kochertalbrücke – ein Bauwerk am LimitDie 1965 errichtete, 395 Meter lange Brücke führt die B19 über Bahnlinie, Kocher und die K 3292. Vertreter des Regierungspräsidiums Stuttgart hatten bei der Sitzung des Ortschaftsrats Unterkochen (14.9.) deutlich gemacht, dass die Brücke auf der B19 weiterhin als kritisches Bauwerk eingestuft wird.
Die Spannbetonbrücke leidet unter sogenannter Spannungsrisskorrosion. Dabei rosten die unter Spannung stehenden Stahlseile im Inneren der Konstruktion. Mehrere dieser Spannstähle seien bereits gerissen.
Besonders problematisch: Eine neue statische Untersuchung habe ergeben, dass in vier der 13 Brückenfelder das sogenannte Ankündigungsverhalten nicht mehr nachgewiesen werden könne. Normalerweise würden sich Schäden durch Risse bemerkbar machen, bevor eine kritische Situation entsteht. In diesen Bereichen könne das rechnerisch nicht mehr garantiert werden.
Angesichts des aktuellen baulichen Zustandes der Bestandsbrücke und der daraus resultierenden Umleitung einer Fahrtrichtung des Schwerverkehrs strebe die Straßenbauverwaltung einen möglichst schnellen Baubeginn und eine möglichst kurze Sperrung der Bundesstraße während der Bauzeit an. Daher sollen alle Möglichkeiten zur Beschleunigung von Planung und Auftragsvergabe sowie zur Optimierung der Bauzeit voll ausgeschöpft werden, so das Verkehrsministerium.
Unabhängig von der gewählten Vorzugsvariante werde jedoch eine Vollsperrung der Bestandsstrecke erforderlich sein. Bereits im August hatte neben den betroffenen Kommunen und dem Landkreis auch die IHK Ostwürttemberg den Druck erhöht: Die B19 verbinde als Wirtschaftsachse Stuttgart, Schwäbisch Gmünd, Aalen und Heidenheim, Einschränkungen würden Lieferketten und Betriebe empfindlich treffen. Alle Beteiligten betonten immer wieder, dass das Ziel sein müsse, „den Ersatzneubau so schnell wie möglich zu realisieren“. Dieses Ziel wird jetzt realisiert.
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