Als Stefanos kinderloser Onkel stirbt, erwartet ihn in der Bank eine Überraschung: ein prall gefülltes Bankschließfach. Allerdings liegen Lire darin.
Als Stefanos kinderloser Onkel stirbt, erwartet ihn in der Bank eine Überraschung: ein prall gefülltes Bankschließfach. Allerdings liegen Lire darin.
Bei der Regelung des Nachlasses seines kinderlos verstorbenen Onkels entdeckte der 51-jährige Stefano P. aus dem italienischen Cuneo eine überraschend große Geldsumme. In einem Bankschließfach lagen Banknoten im Gesamtwert von mehr als zwei Milliarden italienischen Lire, wie die italienische Zeitung „Il Messaggero“ berichtet.
Das Geld war offenbar über viele Jahre unberührt geblieben. Der Fund schien zunächst ein unerwarteter finanzieller Glücksfall zu sein, doch bei der Bank erhielt der Erbe eine ernüchternde Auskunft.
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Die Banca d’Italia lehnte laut „Il Messaggero“ die Umrechnung von Lire in Euro ab. Seit dem Ende der doppelten Währungsphase im Jahr 2002 dürfen Banken keine Lire-Münzen und -Scheine mehr umtauschen. Die Zuständigkeit für Währungskonvertierungen liegt ausschließlich bei der italienischen Zentralbank, welche den Umtausch jedoch verweigert.
Der Erbe wandte sich daraufhin an den spezialisierten Verband „Associazione Italia“, um rechtliche Schritte zu prüfen und doch noch irgendwie an das Geld zu gelangen. Der Verband argumentiert mit Artikel 2935 des Codice Civile. Demnach beginnt die 10-jährige Verjährungsfrist erst am Tag der tatsächlichen Entdeckung des Geldes (da der Erbe vorher unverschuldet keine Kenntnis von seinem Recht hatte). Dies ist die juristische „Hintertür“, auf die der Finder hofft.
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Es kommt immer wieder vor, dass Italiener auf Lire stoßen. So wurden bei Renovierungsarbeiten in einem lange leerstehenden Haus in der Provinz Messina 135,4 Millionen Lire entdeckt. Der neue Eigentümer entdeckte 1354 Geldscheine zu je 100.000 Lire. Sie waren in sieben Citrosodina-Dosen versteckt.
Ein Rentner fand im Keller in einem Koffer das Sparbuch seines Vaters. Auf dem Konto waren noch 100 Lire vorhanden, die unter Berücksichtigung von Wertsteigerung, Zinsen und Zinseszinsen heute 18.000 Euro wert sein könnten. Beide Finder haben jedoch das gleiche Währungsproblem wie der 51-jährige Erbe in Cuneo.
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Die italienische Lira war vom Jahr 1861 bis zum 31. Dezember 2001 die offizielle Währung Italiens. Sie galt auch in San Marino und ab 1929 in der Vatikanstadt als gesetzliches Zahlungsmittel. Die Untereinheit Centesimo verlor nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund von Entwertungen an Bedeutung. Am 1. Januar 1999 führte Italien den Euro als Buchgeld ein. Am 1. Januar 2002 kam er schließlich als Bargeld in Umlauf. Der offizielle Umrechnungskurs lag bei 1 Euro = 1936,27 Lire.
Die Lira geht auf frühe italienische Staatsgebilde im 19. Jahrhundert zurück und blieb nach der Gründung des Königreichs Italien die Landeswährung. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Inflation und Währungsabwertung prägend für ihre Entwicklung. Erst Mitte der 1990er Jahre gelang es Italien, die Teuerung deutlich zu bremsen. Im Zahlungsverkehr spielten vor dem Euro vor allem Münzen von 50 bis 1000 Lire und Banknoten von 1000 bis 500.000 Lire eine Rolle.