In Arbon ist ein Winterfussweg durch das Schwimmbad-Areal geplant. Die Städte Kreuzlingen und Romanshorn haben bereits Erfahrungen damit.
Das Contra- und das Pro-Plakat zum Winterfussweg in Arbon. Der Abstimmungskampf wird hitzig geführt. Die Renaturierung des Seeufers ist jedoch bei beiden Lagern unbestritten.Bild: Manuel Nagel
Am 27. September entscheiden die Stimmberechtigten Arbons, ob die Stadt einen durch das Schwimmbad-Gelände führenden Winterfussweg anlegen soll. Es ist weniger der erforderliche Kredit von 160'000 Franken, der die Wogen hochgehen lässt, sondern die Frage, welche Konsequenzen eine Realisierung hätte.
Es geht dabei nicht nur um Sicherheitsaspekte sowie die Befürchtung, dass Littering und Vandalismus regelmässigen Ärger und zusätzliche wiederkehrende Kosten verursachen könnten. Auch die Sinnhaftigkeit des Projekts an sich und das Schicksal der auf der Schwimmbad-Wiese überwinternden Pfeifenten aus Nordeuropa werden im Vorfeld der Abstimmung kontrovers diskutiert.
Das Schwimmbad Arbon aus der Luft.Bild: Manuel Nagel
Zwei andere Städte am Bodensee, Kreuzlingen und Romanshorn, verfügen bereits längere Zeit über einen solchen Winterfussweg.
Kreuzlingen: Kritische Stimmen zu Beginn sind nun verstummtIn Kreuzlingen führt schon immer ein Fussweg dem Bodensee entlang. Der heutige Winterfussweg ist ein Bestandteil des Gesamtprojekts «Steg zum See». Seit der Errichtung eines Stegs ist das Seeufer via Schwimmbad-Areal auch ausserhalb der Badesaison über einen Fussweg erschlossen. Dieser Fussweg verzeichnet hohe Frequenzen. Er wird von Spaziergängern jeglichen Alters genutzt – auch von Leuten mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Rollator.
Bei der Projektauflage im Jahr 2021 wurden kritische bis ablehnende Stimmen laut. Man befürchtete damals aber vor allem eine Beeinträchtigung der Aufenthaltsqualität am See während der Badesaison. «Diese Gegnerschaft ist nach der Umsetzung des Projekts sehr rasch zur Fangemeinde geworden», weiss Ruedi Wolfender, Leiter Sportanlagen und Betriebe in der Stadt Kreuzlingen. Der Zugang zum Steg erfreue sich grosser Beliebtheit, und im Winter seien in diesem Uferbereich des Bodensees an einem einzigen Tag bis zu 40 Schwimmerinnen und Schwimmer anzutreffen.
Negative Reaktionen aus der Kreuzlinger Bevölkerung sind Wolfender nicht bekannt. Es sei bisher auch kein nennenswerter finanzieller oder arbeitsmässiger Mehraufwand wegen Littering oder aufgrund von Sachbeschädigungen notwendig gewesen. Für den Unterhalt des Wegs sei der städtische Werkhof zuständig, wobei dieser Aufwand «sehr überschaubar» sei. Ein Sicherheitsproblem gibt es laut Wolfender nicht, da die Bassins des Schwimmbads vom Winterfussweg aus aufgrund der vorhandenen Absperrungen nicht erreichbar seien. Eine Massnahme, die nach Einschätzung Wolfenders sehr wichtig ist und die sich in der Vergangenheit auch bewährt hat.
In Romanshorn gab es wiederholt Sachbeschädigungen und SprayereienDer Fussweg entlang des 1968 eröffneten Romanshorner Seebads existiert seit Jahrzehnten. Wie die öffentliche Meinung damals oder im Verlauf der folgenden Jahre war, vermag Rolf Müller, Leiter Kommunikation in der Stadt Romanshorn, heute nicht mehr zu beurteilen. Das Seebad ist jährlich vom 1. Mai bis zum Bettag im September geöffnet. Ausserhalb dieser Zeit ist der Fussweg entlang des Bodenseeufers im Bereich des Schwimmbad-Areals uneingeschränkt zugänglich. Genutzt wird er regelmässig, auch von Personen mit Hunden. «Die Bevölkerung schätzt es, dass das Ufer auf öffentlichem Grund begehbar ist», sagt Müller. Der Fussweg befinde sich auf öffentlichem Grund und werde daher von Werkhofmitarbeitern im Rahmen des laufenden Unterhalts betreut und instandgehalten.
Der Aufwand für den Uferabschnitt im Bereich des Seebads während der Wintersaison wird von der Stadt Romanshorn nicht separat erfasst, weshalb diesbezüglich keine konkreten Zahlen verfügbar sind. «Littering als gesellschaftliches Problem kommt aber leider auch hier vor. In den vergangenen Jahren wurden zudem wiederholt Sachbeschädigungen und Sprayereien an Elementen der frei zugänglichen Infrastruktur des Areals verübt», sagt Müller.
Befürchtungen, dass es aufgrund der vorhandenen Schwimmbecken zu gefährlichen Situationen kommen könnte, haben sich auch in Romanshorn bisher nicht bewahrheitet. «Unfälle durch widerrechtliches Betreten des Geländes sind uns keine bekannt», führt Müller aus. Wenn der Uferweg während der Wintersaison offen ist, werde das Areal des Seebads mit soliden Gittern abgesperrt und sei somit nicht begehbar.
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