Bei der Model AG in Weinfelden soll eine neue Biogasanlage entstehen, die Rohbiogas zu Biomethan aufbereitet. Die Stadt begrüsst das Bauvorhaben.
Baugesuch
Weg von fossiler Energie: In Weinfelden ist eine neue Biogasanlage geplant22.09.2026, 16.33 Uhr
Bei der Model AG in Weinfelden soll eine neue Biogasanlage entstehen, die Rohbiogas zu Biomethan aufbereitet. Die Stadt begrüsst das Bauvorhaben.
Die Biogasanlage soll auf dem Gelände der Model AG in Weinfelden gebaut werden.Bild: Nora Zeller
Weinfelden geht einen weiteren Schritt in Richtung Ausbau von regenerativer Energie. Bei der Model AG soll eine neue Biogasanlage gebaut werden. Durch die Aufbereitung und Zuführung von Rohbiogas könne Biomethan ins lokale Gasnetz der Technischen Betriebe Weinfelden AG eingespeist werden, heisst es von der Betreiberfirma Energie360°, einem Schweizer Energie- und Mobilitätsunternehmen.
Das Rohgas wird heute laut Mediensprecher Michael Walser nicht in die Umwelt abgeben, sondern von der Model AG für die eigenen Wärmeversorgung genutzt. Künftig werde Model die Wärme von der Kehrichtverwertungsanlage Weinfelden beziehen und das Biogas stattdessen ins Gasnetz einspeisen.
Beitrag zum KlimaschutzWie Walser weiter ausführt, gelangen bei der neuen Anlage durch die CO2-Abtrennung nur minimale Mengen Methan ins Abgas. Der Anteil liege garantiert unter 0,5 Prozent, in der Praxis häufig sogar unter 0,2 Prozent. Durch die Einspeisung von Biomethan soll fossiles Erdgas ersetzt werden. Energie360° rechnet damit, dass dadurch rund 2600 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden können.
Die Anlage soll an der Südfassade der Model AG an der Industriestrasse 30 entstehen. Sie wird in Containerbauweise erstellt und mit einer Innenisolierung für Wärme- und Schallschutz ausgestattet. Die Baukosten liegen bei rund 250'000 Franken, sagt Martin Belz, Chef des Bauamtes Weinfelden, auf Anfrage. Die Anlage sei für die Stadt ein Gewinn, weil damit ein bisher nicht genutztes Energiepotenzial genutzt werden könne. Als Energiestadt begrüsse Weinfelden das nachhaltige Projekt.
Vom Rohgas zum BiomethanDas Rohbiogas stammt aus der Abwasserreinigungsanlage der Model AG. Es besteht hauptsächlich aus Methan und Kohlendioxid. Die geplante Anlage könne bis zu 350 Normkubikmeter Rohbiogas pro Stunde verarbeiten, ist dem Projektbeschrieb zu entnehmen. Mithilfe eines Membranverfahrens wird das Kohlendioxid vom Methan getrennt. Das daraus entstehende Biomethan soll eine Reinheit von mindestens 96 Prozent erreichen.
Die Anlage verursacht zwar Lärm, aber gemäss dem Projektbeschrieb würden die geltenden Grenzwerte eingehalten. Sobald die Baubewilligung erteilt ist, soll mit dem Bau begonnen werden. Laut Walser ist geplant, dass die Anlage spätestens im Frühjahr 2027 erstmals Biogas ins Netz einspeist.