Die Ex-Conti-Tochter Aumovio legt ihre erste eigene Jahresbilanz vor und verkündet einen Umsatzrückgang. Wegen der hohen Kosten für die Umstrukturierung des Unternehmens macht der Konzern unterm Strich Verlust. Die Aktie zieht an.
Der Autozulieferer Aumovio kämpft weiter mit einem schwachen Umfeld. Im neuen Jahr dürfte der Erlös erneut zurückgehen, wie der MDax-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Der bereinigte Umsatz dürfte nach einem Rückgang um 5 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr dieses Jahr nur 17 bis 18,5 Milliarden Euro erreichen, hieß es. Anleger reagierten auf die Nachricht erfreut, die Aumovio-Aktie notierte zuletzt knapp 4 Prozent im Plus.
Bei der bereinigten Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern schließt das ehemals zu Continental gehörende Unternehmen einen Rückgang trotz des harten Sparkurses ebenfalls nicht aus. Die operative Marge (bereinigtes Ebit) erwartet Chef Philipp von Hirschheydt (51) zwischen 3,5 und 5,0 Prozent. 2025 legte sie von 2,5 auf 3,9 Prozent zu. Analysten gingen für das neue Jahr bisher von einem Erlös in der oberen Hälfte der Umsatzspanne aus, bei der Marge erwarteten sie 4,4 Prozent.
Unter dem Strich weitete Aumovio im vergangenen Jahr den Verlust von 289 auf 655 Millionen Euro aus. Grund waren laut den Frankfurtern Einmalaufwendungen für den Stellenabbau und die Abspaltung von Conti. Der bereinigte Vorsteuergewinn lag hingegen bei 717 Millionen Euro, ein Plus von 45,5 Prozent.
Keine Dividende im ersten JahrEine Dividende ist für das erste Geschäftsjahr nicht vorgesehen. „Wir werden die Mittel aus unserer starken Bilanz im Jahr 2026 primär dafür einsetzen, den Unternehmenswert zu steigern, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und unsere strategischen Aktivitäten umzusetzen“, hieß es im Geschäftsbericht. Im zweiten Halbjahr will Finanzchefin Jutta Dönges (52) eine Strategie zur Kapitalverwendung, also auch zur künftigen Dividendenpolitik, vorstellen.
Die einstige Kernsparte von Continental kämpft seit Jahren mit schwacher Ertragslage und ist deshalb schon länger auf Schrumpfkurs. Erst im Januar hatte Aumovio angekündigt, wegen des schwierigen Automarktes bis Ende 2026 weltweit bis zu 4000 Stellen in Forschung und Entwicklung zu streichen. In Deutschland ist eine hohe dreistellige Zahl an Beschäftigten betroffen, die über ein ab März geplantes Abfindungsprogramm ausscheiden sollen. Die Zahl der Beschäftigten weltweit sank 2025 um 11.000 auf knapp 82.000. Vor fünf Jahren zählte Continental Automotive noch mehr als 100.000 Mitarbeitende. Wie das manager magazin zuletzt berichtete, plant CEO Hirschheydt noch weitreichendere Sparmaßnahmen .
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