Der kriselnde Autozulieferer Forvia will seine Schulden senken und hat deshalb sein Geschäft mit Autoinnenräumen verkauft. Außerdem bekommt der Konzern einen neuen Verwaltungsratsvorsitzenden.
Der kriselnde französische Automobilzulieferer Forvia verkauft seine Sparte für Autoinnenausstattungen für 1,82 Milliarden Euro an den US-Finanzinvestor Apollo Funds. Damit wolle Forvia seine Nettoschulden „um mindestens eine Milliarde Euro“ reduzieren, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.
Die Sparte Interiors sei mit 59 Produktionsstätten sowie acht Zentren für Forschung und Entwicklung in 19 Ländern aktiv und beschäftigt rund 31.000 Menschen. Sie machte nach Unternehmensangaben zuletzt einen Umsatz von rund 4,8 Milliarden Euro und damit fast ein Fünftel des Gesamtumsatzes.
Mit dem Verkauf von Interiors lege Forvia den Fokus stärker auf „margenstarke, technologiegetriebene Aktivitäten“, teilte das Unternehmen mit. Die Geschäfte des Zulieferers laufen schlecht: Im ersten Quartal 2026 war der Umsatz um 6,4 Prozent auf 5,13 Milliarden Euro gesunken. In den Jahren 2020 bis 2024 erwirtschaftete der Zulieferer lediglich 2023 einen Gewinn. 2024 kündigte das Unternehmen die Streichung von 10.000 Stellen bis 2028 in Europa an. Bis Februar dieses Jahres wurden bereits 6400 Stellen abgebaut.
Forvia war Anfang 2022 durch die Übernahme von der deutschen Firma Hella durch das französische Unternehmen Faurecia entstanden. Heute steckt der französische Konzern immer noch in großen Schwierigkeiten: Zuletzt plagten das Unternehmen noch Nettoverbindlichkeiten von 6 Milliarden Euro, Forvias Schulden übersteigen damit das bereinigte operative Ergebnis um das 1,7-Fache. CEO Martin Fischer (54) will diesen Wert bis 2028 auf den Faktor 1,2 senken.
Zudem gab der Konzern bekannt, dass der Verwaltungsratsvorsitzende Michel de Rosen (75) zurücktrete und durch Pierre André de Chalendar (68) ersetzt werde. Chalendar trete sein Amt nach der Hauptversammlung am 4. Juni an.
Chalender bringt über 30 Jahre Erfahrung in der französischen und internationalen Industrie mit, in denen er verschiedene Führungspositionen innehatte. Beim französischen Autozulieferer Saint-Gobain war er von 2007 bis 2021 als Vorstandsvorsitzender und von 2010 bis 2024 als Vorsitzender des Verwaltungsrats tätig.
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