In Los Angeles eskalieren Proteste gegen die US-Einwanderungsbehörde. Präsident Trump schickt Soldaten und heizt die Stimmung vor Ort weiter an. Eines der Symbolbilder der Demonstrationen: brennende Robotaxis von Waymo.
Das Robotaxiunternehmen Waymo hat seinen Service in Downtown Los Angeles vorübergehend eingestellt. Grund dafür sind die anhaltenden Proteste in der US-Metropole, bei denen zuletzt mehrere selbstfahrende Waymo-Fahrzeuge zerstört wurden. Gegenüber der Nachrichtenagentur „Associated Press“ bestätigte ein Unternehmenssprecher, dass insgesamt fünf Robotaxis davon betroffen seien.
Laut dem US-Nachrichtensender NBC sorgten die Feuer für einen üblen Geruch in der Gegend, zudem sei es im Inneren der Robotaxis zu Explosionen gekommen. Die Polizei von Los Angeles warnte davor, dass die Brände giftige Gase freisetzen könnten, denn bei den Waymo-Autos handele es sich um vollelektrische I-Pace-Modelle von Jaguar, die mit Lithium-Ionen-Batterien betrieben werden.
Auf Bildern von den Demonstrationen in LA sind mehrere der Fahrzeuge zu sehen, die mit Graffiti besprüht und anschließend in Brand gesteckt wurden. Am Ende blieben nur komplett zerstörte Wracks übrig, die bei anschließenden Aufräumarbeiten von den Straßen entfernt werden mussten.
„Wir werden im Protestgebiet keine Fahrten mehr durchführen, bis das Gebiet wieder als sicher eingestuft ist“, sagte ein Waymo-Sprecher gegenüber NBC . Die Demonstrationen finden aktuell vor allem im Bereich von einigen Straßenblocks in Downtown Los Angeles statt, in anderen Teilen der Stadt kann man die Robotaxis weiterhin nutzen.
Proteste richten sich nicht gegen WaymoDie Autos des Google-Schwesterunternehmens sind allerdings nicht das eigentliche Ziel der Proteste. Stattdessen gehen die Demonstranten seit vergangenem Freitag gegen die Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump (78) und verstärkte Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE auf die Straßen.
Obwohl laut der Bürgermeisterin Karen Bass (71) und dem kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom (57) keine Notlage besteht, hat Trump am Samstag zunächst 2000 Soldaten der Nationalgarde nach LA geschickt, wodurch die Situation vor Ort weiter eskaliert ist . Inzwischen mobilisiert das US-Verteidigungsministerium weitere 2000 Nationalgardisten sowie 700 Marineinfanteristen.
Politikwissenschaftler Jack Pitney vom McKenna College in Claremont im Osten des Los Angeles County bedauerte, dass die Demonstrationen nun vor allem auf diese Weise Schlagzeilen produzieren. „Bei der Wahrnehmung hängt vieles von Bildern ab“, so Pitney. Und aktuell sei das vorherrschende Bild der Proteste eben das von einem brennenden Waymo.
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