Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Bildung | »Wir werden nicht helfen, demokratische Prinzipien abzubauen«

Дата публикации: 19-08-2026 13:54:00

Der GEW-Landesvorsitzende Gökhan Akgün ruft im Interview zum Widerstand gegen Anweisungen von AfD-Amtschefs auf.

Основное содержимое страницы с новостью.

Der Berliner GEW-Landesvorsitzende Gökhan Akgün

Der Berliner GEW-Landesvorsitzende Gökhan Akgün

Foto: thomas hedrich

Der Vizevorsitzende der Gewerkschaft der Polizei hat deren Mitglieder in Sachsen-Anhalt aufgerufen, rechtswidrigen Anordnungen eines möglichen AfD-Innenministers nicht Folge zu leisten. Auch in Berlin kämpft die AfD um die vorderen Plätze. Was bedeutet das für Lehrkräfte?

An einer Landesregierung wird die AfD in Berlin höchstwahrscheinlich nicht beteiligt sein, aber es kann durchaus passieren, dass die AfD nach der Wahl Bezirksstadträte stellt. Die Posten werden nach Proporz vergeben. Dann besteht auch die Gefahr, dass AfD-Politiker in Verantwortung für Schulen und Jugend kommen. Ich kann dazu nur sagen: Faschistische und rassistische Politik darf im öffentlichen Dienst niemals zur Normalität werden. Wer glaubt, man könne Beschäftigte dazu zwingen, eine Politik der Ausgrenzung, Diskriminierung und Einschüchterung umzusetzen, der wird auf unseren Widerstand treffen. Mein Appell an unsere Mitglieder ist: Seid wachsam, seid solidarisch! Widersprecht! Organisiert euch! Wenn versucht wird, antifaschistisches Engagement zu bekämpfen oder demokratische Bildungsarbeit zurückzudrängen, dann darf niemand schweigen. Das betrifft ganz besonders unsere Personalräte. Die sind das Schutzschild für unsere Beschäftigten. Das müssen diejenigen sein, die Vorgänge dokumentieren, die Beteiligungsrechte nutzen und juristisch dagegen vorgehen, wenn Grenzen überschritten werden. Wir arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und Familien. Wir verteidigen die Würde jedes Menschen und werden nicht dabei helfen, demokratische Prinzipien abzubauen.

Was heißt das konkret?

Widerstand kann heißen, öffentlich zu widersprechen, Personalräte einzuschalten, gewerkschaftlichen Rechtsschutz zu organisieren, Personalversammlungen einzuberufen und politische Öffentlichkeit herzustellen. Aber auch zu remonstrieren, also rechtswidrigen Anweisungen zu widersprechen und sich ihnen mit den Mitteln des Rechtsstaats entgegenzustellen. Wenn wir sagen »Kein Fußbreit dem Rassismus«, dann gilt das auch für unsere Verwaltungen, Schulen und Jugendeinrichtungen. Unsere Geschichte zeigt, was passiert, wenn Menschen einfach nur ihre Arbeit machen. Demokratie braucht Menschen, die widersprechen.

Interview

Gökhan Akgün ist seit November 2024 Vorsitzender des Berliner Landesverbands der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die Lehrer, Pädagogen und Wissenschaftler vertritt. Zuvor war der studierte Pädagoge Mitglied des Gesamtpersonalrats der allgemeinbildenden Schulen in Berlin.

Die Bezirksstadträte haben in Berlin aber nur begrenzte Befugnisse. Im Bildungsbereich beschränkt sich ihre Aufgabe im Kern auf die Verwaltung der Schulgebäude.

Die Bezirksschulstadträte sind nicht für das pädagogische Programm an den Schulen zuständig, das stimmt. Aber auch in diesem beschränkten Gebiet können sie viel Schaden anrichten. Zum Beispiel, indem sie bestimmte Schulformen favorisieren bei der Instandhaltung der Gebäude. Indirekt haben die Bezirksschulstadträte auch Möglichkeiten, auf die Schulentwicklung Einfluss zu nehmen. Da geht es etwa darum, wie die Einschulungsbereiche gezogen werden. Da könnte es Versuche geben, möglichst weiße Schulen zu schaffen. Auch bei der inklusiven Beschulung von behinderten Kindern könnten AfD-Bezirksstadträte Steine in den Weg legen. Das sind Gefahren, die real existieren und mit denen die AfD bald Politik machen könnte.

Neben dem Schulressort gibt es in den Bezirken auch ein Jugendressort, das für Kitas und Jugendzentren zuständig ist.

Da sehe ich sogar die größere Gefahr. Die Bezirksjugendstadträte sitzen in den Verwaltungsräten der Kita-Eigenbetriebe und können direkten Einfluss ausüben. Wenn ich mir angucke, was im AfD-Wahlprogramm zum Thema sexuelle Vielfalt steht, dann wird mir übel. Ich sehe eine große Gefahr für Angebote im Bereich Vielfaltspädagogik, wenn das Wahlergebnis so wird, wie es zurzeit aussieht.

Lehrkräfte berichten, dass es immer häufiger vorkommt, dass Schüler sich im Unterricht rechtsextrem äußern. Wie sollte man damit umgehen?

Inzwischen sehen wir sogar, dass Schüler, die selbst einen Migrationshintergrund haben, mit der AfD sympathisieren oder mit den Grauen Wölfen, also türkischen Rechtsextremen. Da muss man sich doch selbstkritisch fragen, warum man diese Jugendlichen nicht mehr erreicht. Und dann muss man sehen, dass viele Jugendfreizeiteinrichtungen geschlossen wurden. Da geht es auch um aufsuchende Sozialarbeit, die immer weiter zusammengestrichen wird.

Aber wie sollten Lehrkräfte in der konkreten Unterrichtssituation reagieren?

Dafür braucht es Zeit, um darauf einzugehen. Vielen Lehrkräften fehlt aber genau das. In vielen Schulen steht eine Kollegin vor 28 Kids. Zugleich wird bei Demokratiebildungsprojekten gekürzt, zum Beispiel der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus. Dann muss man sich über einen Anstieg von antisemitischen und rechtsextremen Ansichten bei den Schülern nicht wundern. Wir brauchen kleinere Klassen und mehr Personal, damit man überhaupt den Raum hat, damit angemessen umzugehen.

Auf der anderen Seite gibt es mit Sicherheit auch Lehrkräfte, die mit der AfD sympathisieren oder sogar Mitglied bei ihr sind.

Da ist die Verwaltung gefragt. Wir hören manchmal von Schülern, was für Äußerungen da im Unterricht fallen. Dabei ist das Berliner Schulgesetz klar: Ziel ist die Herausbildung von Persönlichkeiten, die dem Nationalsozialismus entgegentreten können, steht da im ersten Absatz. Für uns selbst als GEW kann ich nur sagen, dass wir einen Unvereinbarkeitsbeschluss zur AfD haben. Da sind wir ganz klar.

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Bildung | Brandenburgs Schulen: Aufbruch zur Ehrlichkeit017.6919-08-2026
2Bildung | Lehrer in Berlin: Mit der App gegen Überstunden08.118-08-2026
3Госдеп заявил, что запрос на роспуск прокурдской партии в Турции наносит урон демократии0018-03-2021
4Путин: региональные доплаты учителям за классное руководство должны быть сохранены0022-01-2020
5DEBATT: JVK: Det är att konstatera fakta – inte osanning0502-07-2026
6Лидер немецкой оппозиции выступил с требованием по «Северным потокам»0502-07-2026
7INSÄNDARE: Bättre trivsel i skolorna, men vi måste stärka studieron01027-07-2026
8В Германии выступили с призывом насчет Путина0512-07-2026
9Названы главные противники антироссийских санкций в ЕС0520-07-2026
10Риск гражданской войны, единство с народом и обеспечение ЧВК. Что сказал Путин силовикам0027-06-2023

Классификация: Мнения. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 19.09. Источник: www.nd-aktuell.de.