Sachsen-Anhalts Ministerpräsident sagt, er sei einem Duell mit AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nicht ausgewichen. Podcaster Ben Berndt hält dagegen.
Für seinen Podcast „Ungeskriptet“ wollte Ben Berndt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) gemeinsam an einen Tisch bringen. Am 3. August wurde die Folge schließlich nur mit Siegmund aufgezeichnet. Nun streiten Berndt und Schulze öffentlich darüber, warum das Duell nicht zustande kam.
In der Folge mit Siegmund hatte Berndt gesagt, die „finale Aussage“ aus Schulzes Büro sei gewesen: „Ich stehe für ein Duell nicht zur Verfügung.“ Dass es Schwierigkeiten gab, einen gemeinsamen Termin zu finden, erwähnte er dabei nicht.
Schulze weist zurück, einem Duell ausgewichen zu sein. Er habe Berndt angeboten, den Podcast in Sachsen-Anhalt aufzunehmen. Die CDU nennt zudem Terminprobleme als Grund für das Scheitern: „Leider konnte kein Termin gefunden werden, an dem beide Kandidaten zeitgleich verfügbar waren“, teilte die Partei dieser Zeitung mit.
Ben Berndt sieht sich der Lüge bezichtigtBerndt reagierte darauf mit einem neuen Video. Schulze habe Sachsen-Anhalt tatsächlich als Ort vorgeschlagen, sagt er darin. Für Berndt sei eine Aufnahme dort allerdings „von Anfang an keine Option“ gewesen.
Zugleich zeigt Berndt eine Nachricht: „Abschließende Info: Schulze hat nur am 16.08. Zeit. Und: Er will sich auch nicht in eine Duell-Situation bringen.“ Die Folge mit Siegmund war zu diesem Zeitpunkt bereits aufgezeichnet worden. Der darin genannte 16. August lag knapp zwei Wochen nach dem Aufnahmetermin am 3. August.
Für Berndt klingt Schulzes jetzige Darstellung so, als werde ihm vorgeworfen, die damalige Absage falsch wiedergegeben zu haben. „Was soll ich sagen? Also ich glaube nicht, dass ich gelogen habe“, sagt der Podcaster.
Schulze wiederum sagt, er sei für einen Podcast nicht in ein anderes Bundesland gereist und habe täglich Aufgaben als Ministerpräsident zu erledigen. Dass er einem Duell grundsätzlich ausweiche, weist er zurück.
Ganz auf Medientermine außerhalb Sachsen-Anhalts verzichtete Schulze im Wahlkampf nicht. Anfang Juli reiste er für einen Auftritt bei „Markus Lanz“ nach Hamburg. Fünf Tage zuvor war dort bereits Siegmund zu Gast gewesen. Schulze hatte für diesen Termin nach eigener Aussage ebenfalls eine Einladung erhalten, war stattdessen aber bei einem Wahlforum in Magdeburg geblieben und hatte um einen anderen Termin gebeten.
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