Russlands Raketen treffen immer härter. Jetzt treibt die Ukraine eigene Waffen und neue Abwehrsysteme mit aller Kraft voran.
Russlands Raketen treffen immer härter. Jetzt treibt die Ukraine eigene Waffen und neue Abwehrsysteme mit aller Kraft voran.
Die Ukraine treibt den Aufbau einer eigenen Raketen- und Luftabwehrindustrie weiter voran. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Ziel ausgegeben, bis zum Jahreswechsel 2026/27 Ergebnisse zu erreichen. Anlass sind die anhaltenden schweren Angriffe Russlands auf ukrainische Städte. Außerdem bleiben Zweifel, ob westliche Hilfe in bisherigem Umfang dauerhaft verfügbar bleibt.
Zuletzt traf Russland die Hauptstadtregion um Kiew innerhalb weniger Tage mehrfach mit Raketen und Drohnen. Bei einem der jüngsten Großangriffe starben 17 Menschen, 51 wurden verletzt. Zwar konnte die Ukraine fast hundert Drohnen abfangen, von den 28 Raketen jedoch keine einzige.
Der Druck auf die Regierung ist damit weiter gestiegen. Selenskyj sagte, die Ukraine arbeite bereits an einem gemeinsamen europäischen System zur Abwehr ballistischer Raketen. „Unser Freyja-Programm läuft schon aktiv“, erklärte er in seiner Ansprache am Donnerstagabend. Ein solches Vorhaben sei bisher nur wenigen Staaten gelungen.
Parallel dazu arbeitet das Land an eigenen ballistischen Raketen. Selenskyj sprach von vielversprechenden Tests. „Die Erprobungen haben gute Aussichten gezeigt. Wir müssen daraus nun eine echte Waffe machen“, sagte er.
An dem Vorhaben sind zahlreiche Stellen beteiligt: Sicherheitsrat, Geheimdienste, Regierung, Außen- und Verteidigungsministerium, Luftwaffe und der Technikverbund Brave1.
Dort ist in kurzer Zeit eine neue Branche entstanden. Der Leiter von Brave1, Andrij Hyrtseniuk, sagte dem Nachrichtenportal „The War Zone“, zu Beginn habe es noch keine privaten Firmen gegeben, die Raketen bauten. Inzwischen testeten bereits Dutzende Unternehmen verschiedene Arten von Abfangwaffen, teils direkt im Kriegseinsatz.
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Die Ukraine reagiert damit auf das Problem, dass alte sowjetische Abfangraketen knapp werden. Westliche Systeme wie Patriot oder NASAMS bleiben zwar wichtig, sind aber teuer und politisch nicht immer sicher zugesagt.
Zu den neuen Entwicklungen gehören auch kombinierte Systeme, bei denen vorhandene sowjetische Startgeräte mit westlicher Munition genutzt werden. So versucht das Land, schneller wirksame Abwehr aufzubauen.
Zugleich fordert Selenskyj schärfere Sanktionen gegen die russische Raketenindustrie. Noch immer gebe es Lücken, über die wichtige Bauteile nach Russland gelangten. Das sei nicht hinnehmbar, so der Präsident.