Die Ukraine hat laut Wolodymyr Selenskyj nur noch wenige Patriots-Abfangraketen. Fünf Prozent der US-Bestände könnten durch den Winter helfen, zehn Prozent alle russischen Ballistikraketen stoppen.
Die Ukraine hat laut Wolodymyr Selenskyj nur noch wenige Patriots-Abfangraketen. Fünf Prozent der US-Bestände könnten durch den Winter helfen, zehn Prozent alle russischen Ballistikraketen stoppen.
Der ukrainische Präsident sagte, sein Land verfüge derzeit nur über „1 Prozent“ der benötigten US-Abfangraketen. Im Juli fing die ukrainische Luftabwehr laut dem „Kyiv Independent“ lediglich 29 von 195 russischen ballistischen Raketen ab.
Russische Angriffe treffen regelmäßig Kiew sowie die ukrainische Energie- und Zivilinfrastruktur. Der Juli war laut den Vereinten Nationen der tödlichste Monat für die ukrainische Zivilbevölkerung seit April 2022. Selenskyj sagte: „Es gibt schreckliche Nächte. Die Menschen sind sehr tapfer und widerstandsfähig. Aber sie sind müde.“
Nach Angaben von Selenskyj hat die Ukraine heute „zweieinhalbmal weniger Abfangraketen“ als 2025. Russland verfüge dagegen über „doppelt so viele ballistische Raketen pro Monat wie zuvor“, berichtete CNN.
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Die Ukraine ist damit besonders auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen. Gleichzeitig sind die weltweiten Vorräte knapp. Im Krieg gegen den Iran setzten die USA und Golfstaaten zahlreiche Abfangraketen gegen iranische Raketen und Drohnen ein. US-Präsident Donald Trump sagte am 6. August laut CNN: „Wir brauchen auch Raketen.“
Deshalb wirbt Selenskyj nach eigenen Angaben täglich um weiteren Nachschub. Die Beschaffung weiterer Patriots-Raketen bestimme seinen politischen Alltag. „Das ist es, wovon ich jeden Tag lebe: von 1 Prozent auf 5 Prozent“, sagte er laut CNN. Er telefoniere mit Verbündeten und versuche, im Austausch mit Partnern weitere Raketen zu erhalten.
Einige Vereinbarungen könne er nicht öffentlich erklären. „Das bedeutet nicht, dass es außerhalb des Gesetzes ist. Aber ich kann darüber nicht sprechen“, sagte Selenskyj.
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Parallel verhandelt Kiew über eine Lizenz, Patriots-Abfangraketen künftig selbst herzustellen. Trump hatte eine solche Produktion beim Nato-Gipfel in Ankara zunächst in Aussicht gestellt, später aber Zweifel geäußert. Eine endgültige Genehmigung gibt es bislang nicht.
„Ich hoffe, dass ich sie bekomme“, sagte Selenskyj über die Lizenz. Der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker, hält einen Produktionsstart noch vor dem Winter für unwahrscheinlich, so der „Kyiv Independent“.
Kiew arbeitet deshalb an einem eigenen System gegen ballistische Raketen. Die Waffen könnten nach ukrainischen Angaben bereits im Herbst einsatzbereit sein. Bis dahin bleibt die Ukraine auf Lieferungen ihrer Partner angewiesen.