Russland produziert gezielt Raketen und Drohnen, die schwerer abzufangen sind. Die Ukraine kämpft zugleich mit knappen Abwehrwaffen.
Russland produziert gezielt Raketen und Drohnen, die schwerer abzufangen sind. Die Ukraine kämpft zugleich mit knappen Abwehrwaffen.
Russland stellt seine Raketenproduktion auf Waffen um, die die ukrainische Luftabwehr besonders schwer abfangen kann. Nach Einschätzung der Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) bereitet Moskau damit eine neue Angriffswelle vor, die vor allem im kommenden Winter schwere Folgen für die Ukraine haben könnte.
Die Zahlen zeigen, wie stark sich die Angriffe verändert haben: Russland setzte im April 61 ballistische oder Hyperschallraketen gegen die Ukraine ein, im Juli waren es bereits 198. Gleichzeitig produziert Russland laut ISW neue Raketen und greift offenbar weniger auf seine bestehenden Vorräte zurück.
Besonders problematisch ist die Lage bei der Abwehr ballistischer Raketen. Dafür ist die Ukraine vor allem auf Patriot-Systeme angewiesen, doch die verfügbaren Abfangraketen sind knapp.
Russland verändert laut ISW zudem seine Drohnenproduktion. Künftig sollen schneller fliegende Modelle wie Geran-4 und Geran-5 eine größere Rolle spielen, weil die ukrainische Luftabwehr langsamere Drohnen inzwischen häufiger abfangen kann.
Für die Ukraine kommt diese Entwicklung zu einem schwierigen Zeitpunkt. Nach Einschätzung des „Atlantic Council“ dürfte Moskau seine Angriffe auf Energieanlagen, Verkehrswege und andere wichtige Infrastruktur in den kommenden Monaten verstärken.
Im Zentrum steht dabei die Energieversorgung. Das ISW erwartet, dass Russland im Winter 2026/27 verstärkt Kraftwerke und andere Anlagen angreift, um die ukrainische Bevölkerung unter Druck zu setzen und die Reparatur beschädigter Infrastruktur zu erschweren.
Auch die ukrainische Führung warnt vor einer schweren kalten Jahreszeit. Energieminister Denys Schmyhal rechnet laut „Atlantic Council“ mit weiteren Angriffen auf die zivile Infrastruktur und sieht inzwischen auch die Wasserversorgung als mögliches Ziel.
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Russland könnte damit versuchen, die Schwäche der ukrainischen Luftabwehr auszunutzen und den politischen Druck auf Kiew zu erhöhen. Das ISW geht deshalb davon aus, dass die Engpässe bei Patriot-Abfangraketen den Krieg bis ins Jahr 2027 verlängern könnten.