Mit neuen Zöllen will die EU ihren Automarkt gegen China abschotten. Doch das Problem ist nicht China, sondern die Klima-Planwirtschaft der EU. Ein Kommentar.
Mit immer neuen Zöllen will die EU ihren Automarkt gegen China abschotten. Jetzt soll es auch Hybride treffen. Doch das Problem ist nicht China, sondern die realitätsferne Planwirtschaft der EU. Ein Kommentar.
Deutschlands Autoindustrie könnte zur Werkbank Chinas werden. Besonders hart trifft es VW. Wie die „Automobilwoche” berichtet, gibt es „Gedankenspiele im Konzern, Modelle aus China zunächst nach Europa zu importieren und später in Werken hier zu lokalisieren, um die Auslastung der Fabriken zu erhöhen”.
Das wäre nichts anderes als eine CKD-Fertigung (Completely Knocked Down) und bedeutet Folgendes: Weil die Produktions- und Energiekosten in der EU zu hoch sind, werden fast fertige Autos aus China importiert und dann vor Ort nur noch endmontiert, um ein paar Arbeitsplätze zu erhalten. Früher gab es so etwas in Entwicklungsländern. Heute sind wir das Entwicklungsland.
Aus lauter Verzweiflung versucht die EU nun, Chinas Autoindustrie mit Strafzöllen außen vor zu halten. Wie das „Handelsblatt” berichtet, sollen die Zölle von Elektroautos auf Hybridmodelle ausgeweitet werden.
Allein das zeigt schon, wie die EU Opfer ihrer eigenen Politik wird: Während Brüssel in seiner Klima-Planwirtschaft vorschreibt, welcher Antrieb künftig noch erlaubt ist und welcher nicht, entwickelt China alle Antriebsarten parallel. Experten wie „Motorenpapst” Professor Thomas Koch warnten davor schon seit Jahren. Brüssel jedoch zwang die Autobauer, ihre Verbrenner-Kompetenz aufzugeben und sich nur noch auf reine E-Autos zu fokussieren.
Davon profitiert nun China, das zwar durchaus ambitionierte Abgas- und Verbrauchsvorgaben hat, aber kein Verbrenner-Verbot. Selbst beim Batterieauto-Giganten BYD hat jedes zweite in Deutschland verkaufte Auto als Hybrid noch einen Verbrenner an Bord wie beim Passat-Gegner 6-DMI.
Dazu nützt eine Abschottung gegen aufstrebende Konkurrenz wenig, wenn man gleichzeitig die eigene Industrie in das Korsett einer „Transformation” zwingen will, in der alles bis ins kleinste Detail der eigenen Klimapolitik untergeordnet wird. Die EU hat wegen ihrer Energiepolitik hohe Strompreise und produziert so wegen ihrer CO2-Besteuerung enorme Zusatzkosten für Wirtschaft, Industrie und Konsumenten. Durch Ideen wie den „Grünen Stahl” entstehen Vorgaben, die entweder völlig unerfüllbar sind oder nur mit milliardenschweren Subventionen konkurrenzfähig werden. All das gibt es weder in China noch den USA, die damit zu den wahren Gewinnern der „grünen Transformation” werden.
Gleichzeitig regelt Brüssel den Bau und mittlerweile auch den Betrieb von Autos stärker als je zuvor. Jedes Jahr kommen enorme Vorschriftenpakete dazu: Verpflichtende Recycling-Quoten, hammerharte Öko-Vorgaben für die Produktion von E-Auto-Batterien, gängelnde und in der Praxis zum Teil kontraproduktive Assistenzsysteme. All diese Regulierungen verteuern im Übrigen unsere Neuwagen immer mehr und bilden auch einen der Gründe dafür, warum chinesische Autos in Deutschland viel mehr kosten als auf deren Heimatmarkt.
Trotzdem setzt Brüssel mit neuen Zöllen auf klassischen Protektionismus, um die vermeintlich unfairen Methoden aus Peking abzuwehren. Man kann den Chinesen aber nicht vorwerfen, die Dummheit der europäischen Politik auszunutzen. Wenn man China auskontern will, muss man dafür gerüstet sein. Die USA zum Beispiel schotten sich ebenfalls gegen chinesische Autos ab, offiziell wird die Gefahr von Spionage als Grund genannt.
Doch ganz im Gegensatz zur EU wirft Donald Trump nicht parallel der eigenen Industrie Knüppel zwischen die Beine, sondern befreite sie von diversen Wettbewerbsnachteilen und lässt Herstellern und Autokäufern zudem die Wahl, ob sie ihren Fokus auf Elektroautos legen wollen oder nicht. Parallel dazu verfügen die USA über eigene Hightech-Kompetenz und verfolgen knallhart eine eigene Rohstoff-Strategie. Damit sind sie weniger abhängig von China.
Und Europa? Lässt sich zwischen den beiden Giganten USA und China aufreiben. Daran wird sich auch nichts ändern, solange in Brüssel nicht verstanden wird, dass die Lösung nicht immer mehr Klimapolitik, immer mehr Regulierung und immer mehr Markteingriff heißt, sondern von allem drastisch weniger.
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