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China entzieht 8 Automarken ihre Lizenz

Дата публикации: 26-06-2026 15:27:00

Der Export-Erfolg chinesischer Autohersteller lenkt davon ab, dass es auf dem Heimatmarkt ordentlich rumpelt.

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Der Export-Erfolg chinesischer Autohersteller lenkt davon ab, dass es auf dem Heimatmarkt gerade ordentlich rumpelt. Während Branchen-Riesen wie BYD weiter wachsen, bricht vielen kleinen Firmen die Basis weg.

Schon vor Jahrzehnten zeigte sich, wie clever die Strategie der chinesischen Autohersteller ist. Westliche Autobauer wurden ins Land geholt und mussten bei der Produktion nicht nur Gewinne teilen, sondern auch Knowhow abgeben. Mittlerweile hat sich China zum größten Automarkt der Welt entwickelt und große Konzerne wie BYD wollen in Europa VW und Co. ans Leder

Der Angriff erfolgt auf mehreren Ebenen: Beim Elektroauto setzte man sich an die Spitze, beim Verbrenner holt man schnell auf und nutzt gnadenlos die dirigistische EU-Politik aus, die die europäischen Hersteller systematisch schwächt. Deutsche Autohersteller bauen Stellen ab und verlagern die Produktion ins Ausland. China dagegen will mit neuen Werken in der EU expandieren.   

China: Export-Erfolg, aber Blutbad auf dem Heimatmarkt

Gleichzeitig findet auf dem Heimatmarkt von BYD, Geely und Co. eine harte Konsolidierung statt. Laut jüngsten Daten des chinesischen Verbands für Personenkraftwagen (CPCA) wurden in China im Mai nur noch rund 1,5 Millionen Fahrzeuge verkauft – ein Minus von 22 Prozent verglichen mit demselben Vorjahresmonat. Zwischen Januar und Mai sanken die Verkäufe zudem um fast 20 Prozent gemessen am Wert desselben Vorjahreszeitraums. 

Zunächst gab es einen Einbruch bei Elektroautos und Hybriden, die in China unter dem Begriff „New Energy Vehicles” (NEV) zusammengefasst werden. Der Grund war der Wegfall staatlicher Kaufprämien. Mit der Iran-Krise stieg dann die Nachfrage nach E-Autos vorerst wieder, während Benzinfahrzeuge unter Druck gerieten.

Chinas geplante Konsolidierung

Diese vorübergehenden Effekte verdecken jedoch ein Grundproblem der chinesischen Autoindustrie: Es gibt in China eine erhebliche Überproduktion und viele Werke, die nur zur Hälfte ausgelastet sind. Experten gingen schon vor Jahren davon aus, dass die Diktatur in Peking wieder stärker in den Markt eingreifen und das enorme Wachstum vieler kleiner Hersteller begrenzen würde, die vor allem von Subventionen profitieren. 

Diese Konsolidierung tritt nun ein. Sie dürfte viele Arbeitsplätze kosten, aber auch Überkapazitäten abbauen und unterm Strich den großen Playern wie BYD, Geely, Chery und einigen erfolgreichen Newcomern wie XPeng und Xiaomi zugute kommen. Denn der ruinöse Rabattkrieg hat die Gewinn der Autohersteller erheblich schrumpfen lassen.

Acht Hersteller verlieren die Lizenz

Wie die „Auto Motor & Sport” berichtet, verschwinden nun einige einst bekannte Hersteller vom Markt, indem ihnen die Regierung die Lizenz entzogen hat. „Für die betroffenen Unternehmen bedeutet die Entscheidung das faktische Ende ihrer Rolle als Fahrzeughersteller. Viele der Marken hatten ihre Produktion bereits vor Jahren stark eingeschränkt oder vollständig eingestellt. Mit der Streichung entfällt nun auch die rechtliche Grundlage für eine eigenständige Fahrzeugfertigung”, so die Zeitschrift.

Einmal bitte raten, welches kleine, britische Auto hier Pate stand. Der Mini-Klon von Lifan heißt 330 EV, muss mit einer elektrischen Leistung von 60 kW/82 PS auskommen

Ein elektrischer Mini-Klon von Lifan aus dem Jahr 2018 SP-X/Peter Maahn

Folgende Hersteller verschwinden demnach von der Bildfläche:

  • Lifan: Der Hersteller wurde vor allem durch seine Mini-Kopien bekannt.
  • Zotye Auto: Auch hier wurde beim Design gern kopiert, etwa der Porsche Macan.
  • Brilliance Auto: Brilliance wurde in China als Partner von BMW bekannt und versucht vor knapp 20 Jahren, auch in Europa Fuß zu fassen. Doch die Modelle BS6 und BS4 waren unterm Strich überteuerte, qualitativ minderwertige Autos ohne Erfolgsperspektive. BMW Brilliance Automotive (BBA), das chinesische Joint Venture der BMW Group, existiert aber weiter und konnte erst vor wenigen Wochen vermelden, dass der sieben millionste in China gebaute BMW vom Band lief.
  • Hawtai: Der Hersteller gilt schon seit 2019 als quasi vom Markt verschwunden.
  • Leopaard: Auch diese Marke verkauft seit Jahren keine Autos mehr.
  • FAW Xiali: Diese Marke hatte einen hohen Bekanntheitsgard in China. „Die Marke produzierte preiswerte Kleinwagen und war über lange Zeit im Taxigeschäft präsent. Der Xiali entwickelte sich in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren zu einem der meistverkauften Fahrzeuge Chinas”, so die „Auto Motor & Sport”.
  • BAIC Yinxiang: Der Hersteller meldete 2021 Insolvenz an, soll laut Medienberichten aber mittlerweile als „BAIC Ruixiang” wieder Autos bauen.
  • Haima: Die Marke war durch verschiedene Lizenzbauten anderer Hersteller bekannt geworden.
Experten erwarten noch mehr Bereinigung auf Chinas Automarkt

Auch wenn der Zustand der chinesischen Autoindustrie im Vergleich zur existenziellen Krise vieler deutscher Hersteller geradezu entspannt ist, erwarten Experten, dass die Konsolidierung noch lange nicht beendet ist und auch größere Namen treffen könnte. „Die chinesische Regierung verfolgt seit Jahren das Ziel, Überkapazitäten abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie zu stärken. Branchenbeobachter sehen deshalb weitere Zusammenschlüsse, Restrukturierungen und Marktaustritte als wahrscheinlich an”, so die „Auto Motor & Sport”. 

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