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Dem neuen Elektro-SUV von VW fehlt der Tiguan-Bonus

Дата публикации: 15-07-2026 10:00:00

Der ID Cross wird eine Art Elektro-Polo XXL. In schweren Zeiten ein wichtiges Auto für die Wolfsburger, das überzeugt, aber kaum Maßstäbe setzen kann.

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Der ID Cross wird eine Art Elektro-Polo XXL. In schweren Zeiten ein wichtiges Auto für die Wolfsburger, das überzeugt, aber kaum Maßstäbe setzen kann.

Einen kompakten Crossover mit Elektroantrieb haben viele Volumenmarken längst in ihrer Angebotspalette. Der VW ID Cross ist daher spät dran. Umso mehr darf bei ihm nichts schiefgehen. Denn den „Tiguan“-Bonus, mit dem VW einst spät ins SUV-Segment einstieg, es dann aber komplett aufrollte, hat der Cross nicht: Die Konkurrenz ist mittlerweile zu groß, gerade auch von vielen China-Marken.

Polo-SUV mit E-Antrieb

Optisch hat das Polo-SUV im Vergleich zur ersten Generation der ID-Modelle deutlich gewonnen, wirkt erwachsener, wertiger und nicht mehr so lieblos und puristisch wie seine Elektro-Ahnen. 4,15 Meter lang dürfte er so manchen Kunden ansprechen, der einen kompakten Crossover sucht, der gerne auch elektrisch angetrieben werden kann. Bei der Technik gibt es jedoch nur Hausmannskost, denn die Basisversion (wahlweise mit 85 kW / 116 PS oder 99 kW / 135 PS) ist mit einem 37-kWh-Akkupaket kaum mehr als 310 Kilometer unterwegs und die Ladegeschwindigkeit mit gerade 90 kW ist alles andere als flott.

Reichweite des ID.Cross ist nur ausreichend

Nicht viel imposanter sieht es bei den stärkeren Modellen – hinauf bis zur 166 kW / 226 PS starken Topversion – aus, die allein über die Vorderachse angetrieben wird und seine Leistung aus einem 52 kWh großen Akku zieht muss. Die Normreichweite ist mit 436 Kilometern gerade ausreichend – doch im kalten Winter geht das schnell unter die 300er-Marke. Das Ladetempo ist mit 105 kW eine Enttäuschung für ein komplett neu entwickeltes Elektromodell des Jahrgangs 2027. Maximalgeschwindigkeiten von 150 beziehungsweise 160 km/h für das Spitzenmodell dürften ebenfalls nicht alle Kunden überzeugen.

Viele Werte zeigen die zwillingshafte Verwandtschaft zu Modellen wie dem ID Polo und Skoda Epiq. Der ID Cross basiert ebenfalls auf dem MEB+, der jüngsten Evolutionsstufe des modularen E-Antriebsbaukastens. Diese Entscheidung für den Frontantrieb hat nichts mit Nostalgie oder guten alten Zeiten zu tun, sondern ist eine Frage von Kosten, Bauraum und Plattformstrategie: Der kompakte Antriebsblock sitzt vorn, während die Batterie flach zwischen den Achsen liegt. Die prismatischen Konzern-Einheitszellen von Volkswagen und PowerCo werden in Cell-to-Pack-Bauweise montiert, ohne in separate Module verpackt zu werden. Die Kehrseite der Medaille: Der Skoda Epiq 35 beginnt bei knapp 26.000 Euro, da sich der Preis des Stromers am Kamiq orientiert. Der ID Cross dürfte bei rund 28.000 Euro beginnen.

VW ID.Cross kostet rund 28.000 Euro

Zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis gehört auch die Raumökonomie. Der 4,15 Meter lange, 1,79 Meter breite und 1,58 Meter hohe ID Cross hat ein Kofferraumvolumen von 475 Litern. Teil des Platzangebots ist auch ein Frunk von 22 Litern. Herzstück des Frontantriebs ist die neue APP290-E-Maschine. APP steht für „Axial Parallel Position“, also die achsparallele Anordnung des Motors. Das Fahrwerk ist konventionell und kosteneffizient ausgelegt, wäre aber auch höheren Tempi gewachsen. Es verfügt über McPherson-Federbeine vorn, eine kompakte Verbundlenkerachse hinten sowie ein neues One-Box-Bremssystem mit Scheibenbremsen an beiden Achsen. Bei der Hinterachse verzichtet VW auf eine teure Mehrlenkerkonstruktion.

Innen bietet der Elektro-Cross die Polo-Karte mit einem 10,25 Zoll großen Digital Cockpit und einem 12,9-Zoll-Touchscreen. Für die Klimafunktionen gibt es eine separate Leiste mit echten Tasten sowie Drehregler für Lautstärke und Titelwahl, klar gegliederte Lenkradtasten und klassische Lenkstockhebel. Der optionale Connected Travel Assist nutzt Online-Daten und soll erstmals auch auf Ampeln reagieren. Erkennt das System eine rote Ampel, kann es den Wagen bis zum Stillstand abbremsen. Einen Sprung nach vorn macht die Materialanmutung. Die Instrumententafel ist stoffbezogen, Kontaktflächen und Bedienelemente wirken hochwertiger als beispielsweise in einem VW ID3. Optional sind elektrisch einstellbare Vordersitze mit pneumatischer Massagefunktion, ein großes Panoramadach sowie ein Harman-Kardon-System mit 425 Watt aus zehn Lautsprechern.

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