Die Schwarz-Gruppe (unter anderem Lidl und Kaufland) passt ihre Elektro-Strategie an: Es werden keine reinen E-Autos mehr geordert.
Die Schwarz-Gruppe (unter anderem Lidl und Kaufland) bestellt vorerst keine reinen E-Autos mehr als Dienstwagen. Gleichzeitig will man deutschen Marken treu bleiben.
Einer der größten deutschen Discounter bestellt in Deutschland vorerst keine elektrischen PKW mehr als Dienstwagen für seine Mitarbeiter. Grund sei das „volatile Marktumfeld“, so das Unternehmen gegenüber FOCUS online. „Aufgrund der hiesigen Volatilität auf dem Automobilmarkt und veränderter regulatorischer Rahmenbedingungen haben wir uns entschieden, vollelektrische Fahrzeuge bei Neubestellungen vorerst nicht mehr aufzunehmen. Wir bewerten die Situation kontinuierlich neu, um bei einer Stabilisierung des Marktumfelds flexibel agieren zu können“, heißt es aus der Firmenzentrale der Schwarz-Gruppe. Zu ihr gehören unter anderem die Lidl- und Kaufland-Märkte. Zuerst hatte die „Lebensmittelzeitung“ berichtet.
In anderen Ländern treibe man die E-Mobilität in seinen Flotten stärker voran, heißt bei der Schwarz-Gruppe. „Da sich die Rahmenbedingungen für Mobilität international stark unterscheiden, steuern wir unsere Dienstwagenflotte länderspezifisch und vor dem Hintergrund der jeweiligen Markt- und regulatorischen Rahmenbedingungen“, so eine Unternehmenssprecherin. Insgesamt umfasse der bestehende Fuhrpark etwa ein Fünftel Elektro- und Hybridfahrzeuge.
Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass man weiter auf „exklusive Partnerschaften“ mit deutschen Automobilherstellern setze. „In einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld garantieren wir unserem Partner so langfristige Abnahmesicherheit und stärken gezielt eine der wichtigsten Säulen des Wirtschaftsstandorts Deutschland“, heißt es.
Die Klimastrategie des Unternehmens sei von der geänderten Elektro-Strategie nicht berührt. Die Schwarz-Gruppe bietet Mitarbeitern als Alternative zum Dienstwagen auch Jobtickets und Vergünstigungen für Fahrräder oder E-Bikes an.
Ebenfalls unberührt bleibt der Ladesäulen-Ausbau bei Lidl oder Kaufland für Kunden. Die Discounter und Supermärkte der Schwarz-Gruppe gehören parallel zu REWE-Supermärkten, wo zusammen mit EnBW immer mehr Ladesäulen installiert werden, zu den bevorzugten Anlaufstellen für E-Auto-Fahrer während des Einkaufens. „Insgesamt standen zum Ende des Geschäftsjahres 2025 bereits 24.024 E-Ladepunkte an 6973 Standorten zur Verfügung – eine Steigerung von rund 245 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre“, so die Sprecherin der Schwarz-Gruppe zu FOCUS online.
E-Autos als Flotten- oder Dienstwagen rechnen sich gerade aktuell wegen der hohen Treibstoffkosten zwar schneller, aber der Wertverlust von E-Autos bleibt hoch. Im vergangenen Jahr hatte Sixt Schlagzeilen gemacht, als der Vermieter ankündigte, keine Teslas-Modelle mehr in die Flotten aufzunehmen. Neben dem Wertverlust spielten dabei auch hohe Reparaturkosten und Service-Probleme eine Rolle.
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