Diesel-Fahrverbote für Millionen Euro 5- und Euro 6-Autos drohen bis 2030. Warum, erklärt Abgas-Experte Professor Thomas Koch.
Professor Thomas Koch ist Experte für Diesel- und Abgastechnik. Er warnt davor, dass vor allem Diesel-Fahrern durch neue Grenzwerte eine Fahrverbots-Welle bevorstehe.
Ob Feinstaub oder Stickoxide, die Luft in Deutschland wird seit Jahren kontinuierlich weniger mit Schadstoffen belastet. Wo der Straßenverkehr zu den sogenannten Immissionen beiträgt, ist sein Beitrag in den vergangenen Jahren gesunken. Das liegt sowohl an der steigenden Zahl von Elektroautos, die lokal emissionsfrei unterwegs sind, als auch an neuen Verbrennern mit immer effizienterer Reinigungstechnik. Tatsächlich sind die Emissionen mittlerweile so gering, dass beim Thema Feinstaub E-Autos wegen ihres hohen Gewichts eher in den Fokus rücken als (moderne) Benzin- und Diesel-PKW.
Spätestens 2030 drohen trotzdem wieder Fahrverbote für PKW, vor allem für Diesel bis zur Emissionsklasse Euro 6. Der Grund ist einfach und auch schon seit Jahren bekannt: Die Europäische Union hat sich auf eine neue Luftqualitäts-Richtlinie und damit auf neue Grenzwerte für Luftschadstoffe ab 2030 geeinigt. Für Stickoxid (NO2) gilt dann 20 Mikrogramm pro Kubikmeter als Grenzwert, der nicht überschritten werden darf - bisher waren es 40. Beim Feinstaub (PM 2.5) sind es 10 Mikrogramm pro Kubikmeter. Basis für diese neuen Grenzwerte ist eine Empfehlung der weitgehend privat finanzierten Weltgesundheitsorganisation WHO. Das Ergebnis der neuen Grenzwerte: Stellen, die bislang hinsichtlich ihrer gemessenen Immissionen (vor allem Luftschadstoffe) noch als völlig unproblematisch galten, sind plötzlich per Definition gefährlich.
Professor Thomas Koch vom KIT Karlsruhe ist einer von Deutschlands führenden Motoren- und Abgastechnik-Experten und wundert sich, dass die deutsche Politik die Folgen der neuen Regelung noch gar nicht erkannt zu haben scheint. Im Interview mit FOCUS online erklärt er, worauf sich Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer jetzt einstellen müssen.
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„Und da wundert sich die EU über Gegenwind?”
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