Die Mutter des Attentäters vom Berliner Christopher Street Day, Abdul Ballout, hat sich erstmals öffentlich zu den Ereignissen vor der Tat geäußert.
Die Mutter des Attentäters vom Berliner Christopher Street Day, Abdul Ballout, hat sich erstmals öffentlich zu den Ereignissen vor der Tat geäußert.
In einem Interview mit „Bild“ schilderte sie die letzten Tage mit ihrem Sohn vor dem CSD-Anschlag am Abend des 25. Juli. Nur wenige Stunden vor dem Anschlag sprach er das letzte Mal mit seiner Mutter, sollte eigentlich zu einem Familientreffen an dem Abend kommen. „Esst schon mal“, schrieb er seiner Mutter rund eineinhalb Stunden vor der Tat, wie aus Fotos des Handys der Mutter hervorgeht.
In den Tagen vor der Tat habe Ballout zunehmend nervös und angespannt gewirkt. Auffällig sei gewesen, dass er innerhalb von zehn Tagen mindestens fünfmal seine Telefonnummer gewechselt habe. Als Grund habe er wiederholt angegeben, von unbekannten Personen verfolgt und belästigt zu werden.
Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte Ballout als sogenannte Hochrisikoperson geführt und ihm eine schwere politisch motivierte Gewalttat zugetraut. Bereits am 2. Juli, seinem Geburtstag, soll es laut Ermittlern eine Situation gegeben haben, bei der er mit einer schwer identifizierbaren Faustfeuerwaffe vor dem Wohnhaus gesehen wurde. Nach Darstellung der Mutter habe es sich dabei lediglich um ein Spiel mit einer Wasserpistole mit seiner Schwester gehandelt. Kurz darauf sei die Polizei vor Ort gewesen. Die Beamten vermuten laut „Bild“, dass er möglicherweise testen wollte, wie eng er überwacht werde.
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Die vorherige Radikalisierung hatte Ballouts Mutter demnach durchaus bemerkt, sich aber nichts dabei gedacht. Nach eigener Aussage praktiziere sie keinen strengen Glauben und sei der arabischen Schriftsprache nicht mächtig. Ihr Sohn habe sie in den vergangenen Jahren wiederholt zu einer strikteren Religionsausübung angehalten und sie regelmäßig zum Gebet ermahnt. „Er hat mir tagtäglich gesagt, dass es wichtig ist zu beten.“
Am Tag des Anschlags habe sich Ballout ab dem späten Nachmittag mehrfach telefonisch bei seiner Mutter gemeldet. „Er hatte furchtbare Angst um mich“, so die Frau gegenüber „Bild“. „Ich wusste nicht, warum.“ Gegen 19.05 Uhr habe er sie zudem informiert, erneut eine neue Rufnummer zu haben. Als die Familie das Essen vorbereitete, habe er nochmals angerufen, kurz darauf kamen die Nachrichten. Am Abend sollte es Schnitzel geben – die Leibspeise des CSD-Attentäters.
Kurz vor 22 Uhr habe er den Lebensgefährten der Mutter angerufen und ihn aufgefordert, sie „in Sicherheit“ zu bringen – wenige Minuten später soll er nach Ermittlerangaben mit einem angemieteten Kleintransporter in die Menschenmenge im Berliner Tiergarten gefahren sein. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt.
Als die Mutter nach der Tat in die gemeinsame Wohnung zurückkehrte, habe sie auf einem Schuhschrank die Mietunterlagen für den Transporter entdeckt, in denen ihr Sohn als Mieter eingetragen gewesen sei. „Da wusste ich sofort, dass das nichts Gutes bedeutet“, so die Mutter. Noch in derselben Nacht habe sie die Unterlagen zur Polizei gebracht und sei dort stundenlang befragt worden.