Alstom hatte als unterlegener Bieter in der Vergabe von Teilen des Berliner S-Bahn-Netzes jahrelang nicht klein beigeben wollen. Doch jetzt teilte der Schienenfahrzeug-Hersteller mit, keine juristischen Schritte mehr unternehmen zu wollen. Neue Züge können bestellt werden.
Alstom verzichtet auf juristische Schritte Streit um S-Bahn-Ausschreibung in Berlin beendet
Ein jahrelanger Streit um die Vergabe von Teilen des Berliner S-Bahn-Netzes ist beendet. Wie der Schienenfahrzeug-Hersteller Alstom rbb|24 am Freitag bestätigte, will das Unternehmen keine weiteren juristischen Schritte unternehmen.
Frist für weitere Schritte endet bald
Alstom habe entschieden, in dem Vergabeverfahren nicht die nächste Instanz anzurufen, so ein Sprecher des Unternehmens. "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir darüber hinaus keine weiteren Kommentare zum Thema abgeben", so Alstom gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Die rund 15 Milliarden Euro schweren Ausschreibungen für die Beschaffung neuer Züge und den Betrieb der Stadtbahn sowie der Nord-Süd-Verbindungen hatte Ende August vergangenen Jahres ein Konsortium aus Deutscher Bahn zusammen mit den Zugbauern Siemens und Stadler gewonnen. Alstom hatte als unterlegener Bieter daraufhin Beschwerde bei der Vergabekammer eingelegt, war dort aber vor Kurzem ebenfalls gescheitert.
Nach Angaben der Senatsverkehrsverwaltung würde die Frist für mögliche weitere Schritte Alstoms am 26. Juni 2026 um Mitternacht enden.
Bonde spricht von einem Erfolg von Berlin
"Das ist ein großer Erfolg für Berlin und seine Fahrgäste", teilte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) mit. "Wir können jetzt endlich den nächsten Schritt gehen: moderne, zuverlässige S-Bahnen für die Metropolregion Berlin und Brandenburg." Der Beschaffungsprozess für neue S-Bahn-Fahrzeuge könne nun sofort in die Wege geleitet werden.
"Das alles sind gute Nachrichten nicht nur für unsere Unternehmen, sondern für alle Menschen in Berlin und Brandenburg", hieß es vom Chef der Berliner S-Bahn, Heiko Büttner.
Streit läuft schon mehrere Jahre
In dem sich seit Jahren hinziehenden Verfahren war Alstom 2024 bereits gegen die Vergabebedingungen vor das Kammergericht gezogen. Zwar unterlag der Konzern dabei, das Gericht hatte aber in mehreren Punkten Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens geäußert.
In dem Vergabeverfahren geht es um die Beschaffung, Instandhaltung und den Betrieb von bis zu 2.248 S-Bahn-Wagen auf der Stadtbahn und den Nord-Süd-Verbindungen.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) begrüßte am Freitag die Ankündigung von Alstom. Es sei ein guter Tag für die S-Bahn, ein guter Tag für die Beschäftigten und ein guter Tag für den Öffentlichen Personennahverkehr, erklärte Berlins stellvertretender EVG-Chef Robert Seifert.
Sendung: rbb|24, 26.06.2026, 13:52 Uhr
Audio: rbb|24, 26.06.2026, Thorsten Gabriel
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