Zweibrücken ist die kleinste von vier Städten in Rheinland-Pfalz, wo die Medienanstalt Rheinland-Pfalz einen „Ort medialer Teilhabe“ betreibt. Das Experiment ist geglückt: In den ersten acht Monaten waren schon 1400 Menschen in der „Media:Brücke Zweibrücken“.
Zweibrücken · Zweibrücken ist die kleinste von vier Städten in Rheinland-Pfalz, wo die Medienanstalt Rheinland-Pfalz einen „Ort medialer Teilhabe“ betreibt. Das Experiment ist geglückt: In den ersten acht Monaten waren schon 1400 Menschen in der „Media:Brücke Zweibrücken“.
SPD-Landtagsfraktionschef Alexander Schweitzer machte auf Einladung der Landtagsabgeordneten Daniela Stauch bei seiner Sommertour 2026 Station in der Media:Brücke in Zweibrücken. Von links: Norbert Arnold (Medienkompetenznetzwerk Südwestpfalz), Stauch, Schweitzer, Jörg Ukrow (stellvertretender Direktor Medienanstalt Rheinland-Pfalz), Joachim Wadle (Medienanstalt RLP und Betreuer der Media:Brücke Zweibrücken), Norbert Münch (Offener Kanal OK TV Südwestpfalz), Oberbürgermeister Marold Wosnitza.
Foto: Lutz FröhlichMedien nicht nur konsumieren – sondern sie auch besser verstehen und sogar selbst machen – das bietet die Ende November in der Fußgängerzone eröffnete „Media:Brücke Zweibrücken“. Es handelt sich erst um die vierte solche Einrichtung „der medialen Teilhabe“, der Medienanstalt Rheinland-Pfalz, die anderen drei sind in deutlich größeren Orten (Speyer, Ludwigshafen, Trier).
Bei einem Besuch von SPD-Landtagsfraktionschef Alexander Schweitzer auf Einladung der Landtagsabgeordneten Daniela Stauch (Rieschweiler-Mühlbach) hat die Landesmedienanstalt mit ihrem Zweibrücker Team vergangenen Donnerstag die Arbeit der Media:Brücke vorgestellt – und dabei auch Zahlen vorgelegt, die belegen, wie gut die neue Einrichtung von der Bevölkerung angenommen wird.
Seit Anfang Dezember haben rund 1400 Menschen die Media:Brücke besucht, berichtete deren Teamleiter Joachim Wadle. Dazu beigetragen habe nicht nur das vielfältige Angebot, sondern auch die Lage „im Herzen Zweibrückens“ mitten in der Fußgängerzone an der Ecke Hauptstraße/Mühlstraße: „Wir sind happy, es ist toll: Das Angebot wird angenommen!“ Darunter sind auch 240 Teilnehmer von bislang 60 durchgeführten Veranstaltungen.
Herzstück der Media:Brücke ist der Offene Kanal Südwestpfalz (OK), hier können Bürger kostenfrei selbst Fernseh- und andere Medienbeiträge erstellen. „Sehr gefragt sind Podcasts, die schnell und ohne großen Aufwand produziert werden können“, berichtete Wadle.
Auch ein 3-D-Drucker wird gerne genutzt, um Gegenstände zu „drucken“. Unter anderem hierzu hätte die Media:Brücke gerne noch medienpädagogische Mitarbeiter, aber auch das jetzige Team stemme alles sehr gut.
Die Angebote der Media:Brücke richten sich an Menschen jeden Alters. Wadle verwies auf ein besonders erfolgreiches Beispiel: „Wir unterstützen Senioren bei der medialen Teilhabe. Immer mittwochs haben wir eine Smartphone-Sprechstunde. Da kommen zum Beispiel Leute mit dem Handy in der Hand zu uns rein, weil sie Hilfe beim Fotos-Reinholen haben.“ Auch die Geselligkeit komme dabei nicht zu kurz, so füllen sich die Sitzecke-Sessel oft schnell mit weiteren hinzukommenden Passanten. Für die technische Hilfe bei Problemen mit Smartphones oder Tablets sei gerade die zweite Person als Digitalbotschafter/-in ausgebildet worden.
800 davon gebe es schon in Rheinland-Pfalz, ergänzte SPD-Fraktionschef Schweitzer auch rückblickend auf seine Zeit als Ministerpräsident: „Uns geht es auch um die Bekämpfung von Einsamkeit. Das war auch ein Grund, das einzurichten. Und oft ist es so, dass Senioren von Enkeln ein Handy gekauft und eingerichtet haben – dann aber muss man gucken, wo man bleibt.“
Hilfe im zunehmend von moderner Medientechnik abhängigen Alltag bietet die Media:Brücke auch bei der Einrichtung der neuen elektroinschen Patientenakte (ePA), berichtete Wadle.
Viele Angebot richten sich auch an junge Leute. Wo werden mit Kitas und Schulen „Greenscreen“-Projekte durchgeführt, wo Kinder vor reiner grünen Leinwand gefilmt werden – und später der dieser „green screen“ durch andere Videoaufnahmen ersetzt wird (auf diese Art werden heute auch viele Kinofilmszenen gedreht).
Andere Media:Brücke-Angebote richten sich an Vereine (Digitalisierungs-Hilfe), Eltern(abende) zum Beispiel zum Thema Cybergrooming (sexuelle Online-Belästigung von Kindern durch zuvor falsches Vertrauen aufbauende Erwachsene) oder eine deutsch-französische Mediathek für Erzieher/-innen.
Nach der Media:Brücke besichtigten Schweitzer und Stauch noch das neue Inklusions-Café „GenussWerkstatt“ am Hallplatz – und lud Bürger gegenüber am Eiscafé La Perla zum Eisessen ein.
Alle Angebote der Media:Brücke in der Hauptstraße 52 in der Zweibrücker Fußgängerzone sind für die Nutzenden kostenfrei, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Weitere Infos auf www.mediabruecke.de. Die nächst Smartphone-Sprechstunde ist am Mittwoch, 10 bis 12 Uhr.
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