Die Sony Alpha 7R VI bringt noch mehr Pixel mit und legt beim Tempo deutlich zu. Was Vollformat-Fans von der Systemkamera erwarten dürfen, sagt COMPUTER BILD im Praxis-Check.
Das Gehäuse der Sony Alpha 7R VI ähnelt dem der Vorgängerinnen, hat aber viele kleine Updates wie einen größeren Griff bekommen.
Foto: Sven Schulz
Die Sony Alpha 7R VI bringt noch mehr Pixel mit und legt beim Tempo deutlich zu. Was Vollformat-Fans von der Systemkamera erwarten dürfen, sagt COMPUTER BILD im Praxis-Check.
Mit der Sony Alpha 7R hat der japanische Hersteller 2013 gezeigt, dass eine kleine Systemkamera richtig viele Details liefern kann. Die Nachfolgemodelle haben da über die Jahre noch einige Schippen draufgelegt. Mit noch mehr Pixeln, aber auch anderen Funktionen wie einem eingebauten Bildstabilisator. Jetzt kommt das sechste Modell der Serie: Die Sony Alpha 7R VI soll Konkurrenzmodelle wie die
Canon EOS R5 Mark IIoder die
Nikon Z8in Schach halten. COMPUTER BILD konnte die neue Systemkamera schon ausprobieren und sagt, was Fotografinnen und Fotografen erwarten dürfen.
Die Sony Alpha 7R VI legt bei der Auflösung noch leicht zu: von 60 Megapixel (Auflösung: 9504x6336 Pixel) auf 66 Megapixel (Auflösung: 9984x6656 Pixel). Der Sensor ist trotzdem komplett neu und soll mit einem besonders hohen Auslesetempo aufwarten. Sony setzt hier auf eine verbesserte Ausleseelektronik (im Fachjargon wird das meist "Partially Stacked" genannt, auf Deutsch wörtlich "teilweise gestapelt"), ähnlich wie bei der
Sony Alpha 7 V. Auf einen zusätzlichen Speicher auf dem Sensor wie bei den Konkurrenzmodellen Canon EOS R5 Mark II und Nikon Z8 verzichtet die Alpha 7R VI aber. Der bleibt den Top-Modellen
Sony Alpha 1 IIund
Sony Alpha 9 IIIvorbehalten. Die Aufnahmen der Alpha 7R VI sollen durch eine aufwendigere Bildverarbeitung noch detailreicher sein und einen noch größeren Dynamikumfang bieten (Unterschied zwischen den hellsten und dunkelsten Bildpartien). Beim Probe-Fotografieren machte die Alpha 7R VI einen richtig guten Eindruck. Die endgültige Bewertung von COMPUTER BILD bleibt aber dem Test vorbehalten.

Bitte genau hingucken: Auf der rechten Seite sitzt eine Taste (unter der roten Videotaste) für die Tastenbeleuchtung.
Foto: Sven Schulz
Eine KI-Einheit für den Autofokus hatte schon die Vorgängerin
Alpha 7R V. Neu bei der Alpha 7R VI: Die KI-Einheit sitzt jetzt im Bildprozessor (BIONZ XR2) und soll im Vergleich zu älteren Modellen für eine noch genauere Motiverkennung sorgen. Verbessert wurde beispielsweise das Wahrnehmen von Menschen. Hier unterscheidet der Autofokus nicht nur Gesichter, Augen und den Körper, sondern erkennt auch die Haltung sehr genau. Zudem soll er bei mehreren Leuten besser auf einer einmal ausgewählten Person bleiben, auch wenn diese mal kurzzeitig verdeckt wird. Auch hier machte die Alpha 7R VI beim Ausprobieren eine tolle Figur – Fehlschüsse leistete sich der Autofokus nur extrem selten.

Der Autofokus der Sony Alpha 7R VI hat eine nochmals verbesserte Motiverkennung bekommen, die sehr treffsicher die Schärfe aufs Auge legt.
Foto: Sven Schulz
Die schnellere Sensorelektronik und der stärkere Bildprozessor sorgen für deutlich mehr Tempo bei Serien – wenn der elektronische Verschluss eingeschaltet ist. Dann sind bis zu 30 Bilder pro Sekunde möglich, selbst bei einer Aufnahme im RAW-Format. Zudem sind Precapture-Aufnahmen möglich. Hier nimmt die Alpha 7R VI kontinuierlich auf und speichert bis zu 30 Bilder vor dem Drücken des Auslösers. Damit ist es sehr einfach, genau den richtigen Moment zu treffen, selbst bei sich schnell bewegenden Motiven. Beim mechanischen Verschluss gibt es keinen nennenswerten Tempogewinn. Hier bleibt es bei maximal zehn Bildern pro Sekunde.

Durch den großen Griff liegt die Sony Alpha 7R VI gut in der Hand.
Foto: Sven Schulz
Ein netter Nebeneffekt des stärkeren Bildprozessors: Die Alpha 7R VI bringt deutlich mehr Videofunktionen mit: Sie filmt beispielsweise mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde in 4K (4K120p) mit der vollen Sensorbreite und kann auf Wunsch aus der vollen Sensorbreite auf 4K herunterrechnen. Diese "Oversampling" genannte Technik verbessert die Bildqualität etwas. Die Alpha 7R VI kann auch in 8K filmen. Hier schneidet sie am Bildrand ein wenig weg. Das sorgt für eine leichte Brennweitenverlängerung um den Faktor 1,2 – ein Objektiv mit 24 Millimeter Brennweite liefert dann den Blickwinkel einer 29-Millimeter-Linse. Inzwischen selbstverständlich sind bei Top-Systemkameras von Sony Profifunktionen wie S-Log 3, die zuerst bei Profi-Videokameras wie der
Sony ZV-E1zum Einsatz gekommen sind.

Die Sony Alpha 7R VI liefert extrem detailreiche Bilder: Hier eine Nahaufnahme der Raupe eines Atlasspinners mit pixelgenauem Ausschnitt.
Foto: Sven Schulz
Bei Vollformat-Systemkameras gehört ein Bildstabilisator im Gehäuse zur Standardausstattung. Bei der Alpha-7R-Serie gibt es ihn seit der
Alpha 7R II. Für die Alpha 7R VI hat Sony den Entwackler noch einmal leicht verbessert. Er soll so für bis zu 8,5 Blenden Wackelausgleich (Alpha 7R V 8 Blenden) sorgen. Das entspricht einer knapp 400-mal längeren Belichtungszeit. Auch wenn solche Herstellerangaben in den Tests von COMPUTER BILD praktisch nie erreicht werden: Beim ersten Ausprobieren machte die Alpha 7R VI auch bei sehr langen Belichtungszeiten einen Top-Eindruck: knackscharf und extrem detailreich.

Neu bei der Sony Alpha 7R VI: Die Kamera kann jetzt auch RAW-Dateien komprimiert in hoher Qualität (HQ) speichern.
Foto: Sven Schulz
Die Zeiten der größeren Designänderungen sind bei Sony vorbei. Das Gehäuse der Sony Alpha 7R VI ähnelt der Vorgängerin, unterscheidet sich aber in vielen kleinen Details und durch zwei große Veränderungen: Bei der Alpha 7R VI kommt nach langer Zeit ein neuer Akku zum Einsatz. Der NP-SA100 soll mehr Leistung liefern und mit einer größeren Kapazität für mehr Ausdauer sorgen. Er passt aber leider nicht in ältere Kameras. Der Sucher ist genauso groß und hochauflösend wie bisher, bietet aber jetzt einen deutlich größeren Farbraum (DCI-P3 statt sRGB) und soll deutlich heller sein (bis zu dreimal heller als bei der Vorgängerin). Das ist vor allem an sonnigen Tagen ein echter Vorteil. Beim ersten Durchgucken machte der Sucher einen sehr guten Eindruck.

Das neue Profi-Zoom FE 100-400mm f4.5 GM OSS ist echt lichtstark und vergleichsweise kompakt und leicht.
Foto: Sven Schulz
Parallel zur Alpha 7R VI hat Sony auch ein neues Objektiv für das hauseigene E-Bajonett angekündigt: Das FE 100-400mm f4.5 GM OSS gehört zu Sonys Top-Serie G Master (zu erkennen am Zusatz GM). Daher verspricht Sony eine extrem hohe Bildqualität, selbst bei der Verwendung von Telekonvertern (die meist für eine leichte Verschlechterung der Bildqualität sorgen). Das Super-Tele-Zoom ist sehr lichtstark (Anfangsblende durchgehend f4.5) und vergleichsweise kompakt (32,8x11,2 Zentimeter) und leicht (1840 Gramm).
Sony
5.099,00 EUR
Die Sony Alpha 7R VI soll noch im Mai 2026 in den Handel kommen. Das Gehäuse der Alpha 7R VI soll 5.100 Euro kosten, ein Kit mit einem Objektiv ist vorerst nicht geplant. Für das neue Objektiv FE 100-400mm f4.5 GM OSS ruft Sony 5000 Euro auf. Es soll ebenfalls ab Ende Mai 2026 zu kaufen sein.
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