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Leica SL3-P: Test der Vollformat-Systemkamera

Дата публикации: 02-08-2026 17:00:00

Aller guten Dinge sind drei? Das denkt sich Leica und bringt eine dritte Variante der wuchtigen Vollformat-Systemkamera SL3. Ob die SL3-P die neue Nummer 1 der Serie ist, klärt der Test von COMPUTER BILD.

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Getestet: Ist die SL3-P mit 44 Megapixeln die goldene Mitte zwischen SL3 und SL3-S?Leica SL3-P: Test der Vollformat-Systemkamera

Für Leica-Kenner (oder solche, die es werden wollen): Die SL3-P hat keinen roten Punkt wie die SL3, aber einen weißen Schriftzug (bei der SL3-S ist der schwarz).

Foto: Sven Schulz

Aller guten Dinge sind drei? Das denkt sich Leica und bringt eine dritte Variante der wuchtigen Vollformat-Systemkamera SL3. Ob die SL3-P die neue Nummer 1 der Serie ist, klärt der Test von COMPUTER BILD.

Testfazit

Die Leica SL3-P ist die beste Systemkamera der SL3-Serie. Sie überzeugt mit sehr hoher Bildqualität und sehr hohem Tempo. Auch der Autofokus hat sich noch einmal verbessert. Die Bedienung der SL3-P ist einfach und lässt sich sehr stark an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Der Preis bleibt aber deftig und das Gehäuse weiterhin wuchtig. Die beiden älteren Modelle lohnen sich nur für Fotografinnen und Fotografen, die den Schwerpunkt auf extrem detailreiche Fotos (SL3) oder aufs Fotografieren mit extrem hoher ISO-Einstellung legen (SL3-S).

Pro

  • Sehr hohe Bildqualität
  • Sehr hohes Tempo
  • Sehr viele Videofunktionen
  • Einfache Bedienung

Leica ist vor allem für seine Messsucherkameras bekannt. Doch auch bei Systemkameras spielt der Traditionshersteller aus Wetzlar schon lange mit. Seit 2015 baut Leica die Vollformatmodelle der SL‑Serie – die neueste Generation markiert die SL3-Reihe. Die bekommt ein drittes Modell, die Leica SL3-P. Die ist wieder mal alles andere als günstig, überzeugt aber im Test von COMPUTER BILD.

44 Megapixel als goldene Mitte

Die Leica SL3-P bekommt einen neuen Sensor. Der liegt mit 44 Megapixeln (Auflösung 8144x5424 Pixel) zwischen dem der

Leica SL3-S

mit 24 Megapixeln (Auflösung 6000x4000) und dem der

Leica SL3

mit 60 Megapixeln (Auflösung 9520x6336). Er steckt in ähnlicher Form auch in der

Panasonic Lumix S1R II

, kommt bei der SL3-P aber mit einer anderen Bildelektronik und anderer Software. Bei den Testaufnahmen beeindruckte die SL3-P durch eine hohe Detailzeichnung (siehe Bild unten). Damit hebt sie sich spürbar von der SL3-S ab und erreicht nahezu die Bildqualität der SL3. Die Aufnahmen der SL3-P sehen selbst bei Schummerlicht richtig gut aus. Nur wer häufig mit sehr hohen ISO-Werten fotografieren möchte (ab ISO 6400), fährt mit der SL3-S besser. Aber: Mit modernen Bildbearbeitungen wie

Photoshop CC

oder

DxO Photolab 9

lässt sich aus Fotos mit sehr hoher ISO-Einstellung noch einiges an Qualität herauskitzeln – vorausgesetzt, die Bilder wurden im RAW-Format aufgenommen.

Leica SL3-P bei Calumet kaufen

Wuchtig in die Hand gebaut

Das dritte Modell der SL3-Serie steckt im gleichen Gehäuse wie die SL3 und die SL3-S. Sie ist somit ebenfalls eine sehr solide und recht große Systemkamera (Abmessungen: 14,1x10,8x18,6 Zentimeter mit dem getesteten Objektiv). Das merkt man schon beim ersten In-die-Hand-Nehmen und schlägt sich auch im Gewicht nieder: Das Gehäuse wiegt mit Akku und Speicherkarte 860 Gramm, mit dem getesteten Zoom sind es 1.713 Gramm. Größer und schwerer sind nur sehr wenige Vollformat-Modelle wie die

Canon EOS R1

und die

Nikon Z9

. Mit Standardzoom etwa gleich groß und gleich schwer ist die

Nikon Z8

. Durch den großen Griff (siehe Bild unten) liegt die SL3-P aber gut in der Hand und lässt sich auch mal einhändig benutzen (mit der rechten Hand).

Ziemlich selten: Leica gibt für die SL3-Serie eine IP-Schutzklasse an – sie entspricht der Schutzklasse IP54 (Schutz vor Staub und Spritzwasser). Ein kurzer Regenschauer oder ein leichter Schneefall machen der Systemkamera nichts aus, vorausgesetzt, es steckt ein wetterfestes Objektiv an der Kamera. Diese Eigenschaft besitzen inzwischen viele moderne Exemplare – ein Indiz dafür ist eine Dichtlippe am Objektivbajonett. Wer ältere Modelle verwendet, etwa alte Messsucherobjektive über einen Adapter, sollte bei schlechtem Wetter Regentropfen sofort wegwischen, um das Risiko, dass Wasser in die Kamera eindringt, zu minimieren.

Der Sucher ist gleich geblieben: Wie bei der SL3 und der SL3-S ragt das Sucherokular der SL3-P weit aus der Kamera heraus. Da drückt man sich nicht so schnell die Nase am Display platt. Der Sucher ist schön groß (Suchervergrößerung 0,78-fach) und dank einer Auflösung von 1600x1200 Pixeln (Herstellerangabe 5,76 Millionen Pixel, da Leica wie alle Hersteller die Subpixel zählt) sehr detailreich. Er lässt sich auch mit Brille gut überblicken. Das Display hat eine etwas höhere Auflösung von 1080x720 Pixeln (Herstellerangabe: 2,33 Millionen Pixel) und lässt sich nur nach oben oder unten klappen, aber nicht zur Seite schwenken.

Ansicht der Oberseite der Leica SL3-P. Die Kamera liegt hochkant auf einem weißen Tisch.

Das Gehäuse der SL3-P ist nicht gerade zierlich, liegt aber durch den großen Griff gut in der Hand.

Foto: Sven Schulz

Besserer Autofokus für die SL3-P

Beim Autofokus legt Leica noch eine Schippe drauf. Mit 819 Messfeldern setzt sich die SL3-P an die Spitze der Reihe – rangiert vor der SL3-S mit 779 und der SL3 mit 315 Messfeldern. Die automatische Motiverkennung funktionierte im Test bei der SL3-P noch etwas fixer als bei den Geschwistern. Wer will, kann den Punkt, auf den die Kamera scharfstellen soll, auch per Joystick festlegen oder die Autofokus-Einstellungen anpassen. Top-Profi-Systemkameras wie die Canon EOS R1, die Nikon Z9 oder die

Sony Alpha 1 II

reagieren noch etwas schneller und führen die Schärfe noch etwas besser nach.

Auch bei Serienbildern setzt sich die SL3-P an die Spitze des SL3-Trios: Mit bis zu 40 Bildern pro Sekunde hängt sie nicht nur die SL3-S (max. 30 Bilder pro Sekunde) ab, sondern zieht der regulären SL3 (5,2 Bilder pro Sekunde) meilenweit davon. Bei diesem Tempo schießt die SL3-P (wie die SL3-S bei sehr hohem Serientempo) Fotos mit 12 Bit statt 14 Bit. Das kann zu einem (etwas) geringeren Kontrastumfang führen, ist bei Actionaufnahmen meist aber kein Nachteil. In der Praxis stört eher, dass die SL3-P nur maximal 70 Fotos mit dem Maximaltempo aufnimmt und dann einen Moment braucht, um die Daten auf die Speicherkarte zu schreiben. Das geht mit schnellen CFexpress-Karten wie der

Sandisk Extreme Pro

oder der

Transcend CFexpress 820

deutlich schneller als mit einer SD-Karte (egal ob mit einer

günstigen UHS-I-Karte

oder den

schnelleren UHS-II-Karten

).

Hochformataufnahme eines sitzenden, schwarzen Hunds. Auf der rechten Seite ein pixelgenauer Ausschnitt aus dem Foto zu sehen.

Die SL3-P liefert sehr detailreiche Aufnahmen (rechts ein pixelgenauer Ausschnitt), mit sehr natürlicher Farbwiedergabe und feinen Kontrasten.

Foto: Sven Schulz

Tasten ohne Beschriftung

Typisch für die Bedienung der aktuellen Kompakt- und Systemkameras von Leica: Auch die SL3-P setzt auf eine Mischung aus fest belegten und anpassbaren Tasten und Einstellrädern. Wie bei der SL3 und der SL3-S gibt es auch bei diesem Modell drei beschriftete Tasten auf der Rückseite (Play, Fn und Menu). Die restlichen Bedienelemente sind unbeschriftet und passen sich an die Kameraeinstellungen an. Mit drei Drehrädern (zwei auf der Oberseite, eins auf der Rückseite) lassen sich beispielsweise sehr schnell Belichtungszeit, Blende oder Belichtungskorrektur anpassen. Wer die Menütaste drückt, bekommt erst das Schnellmenü angezeigt, über das sich viele Einstellungen direkt ändern lassen. Das eigentliche Kameramenü erscheint nach einem zweiten Tastendruck (siehe Bild unten). Dieses ist deutlich kompakter als bei anderen Herstellern, bietet aber trotzdem viele Funktionen und ist gut strukturiert. Und wer nicht immer nach links greifen will, um die Kamera einzuschalten – das geht auch durch einen beherzten Druck auf den Auslöser. Und wer die Belegung einer Taste ändern will, hält diese einfach gedrückt – dann erscheint ein Menü mit den möglichen Tastenbelegungen.

Ansicht der Oberseite der Leica SL3-P ohne angesetztes Objektiv auf einem weißen Tisch.

Eine Eigenart der SL3-P: Ein großer Teil der Tasten ist nicht beschriftet – weil sich deren Belegung anpassen lässt.

Foto: Sven Schulz

Die besten Objektive von Leica sind sehr teuer

Zum Test trat die Leica SL3-P mit einem für Leica geradezu günstigen Objektiv an: Das Vario-Elmarit-SL 24-70mm f2.8 wird im Auftrag von Leica in Japan gebaut und kostet daher "nur" 2.950 Euro. Zusammen mit der Kamera gibt es das Zoom im Set für 1.500 Euro Aufpreis. Noch einmal besser sind die Objektive der APO-Summicron-SL-Serie, etwa das

APO-Summicron-SL 35mm f2

für 4.990 Euro. Daneben gibt es fünf weitere Objektive mit 21, 28, 50, 75 und 90 Millimetern Brennweite. Alle sind von Leica in Deutschland gefertigt – und jeweils rund 5.000 Euro teuer. Eine weitere und wieder ziemlich teure Möglichkeit, Aufnahmen mit einem besonderen Look zu machen, sind die Objektive der M-Serie von Leica. Über den originalen "M-Adapter L" lassen sie sich problemlos an der Kamera nutzen. Wer sparen möchte, findet jedoch zahlreiche günstigere Alternativen von Drittherstellern für den Wechsel vom M- auf das L-Bajonett.

Ansicht der Rückseite der Leica SL3-P. Auf dem Display ist das Kameramenü mit den Einstellungen für den Autofokus zu sehen.

Das Menü der SL3-P ist sehr übersichtlich. Die rote Linie unter dem ausgewählten Menüeintrag zeigt an, dass die Fotoeinstellungen geändert werden (gelb bei Video).

Foto: Sven Schulz

Leica Looks per App

Die App zu allen aktuellen Leica-Modellen heißt Leica Fotos. Es gibt sie für

Android

und

Apples iOS

. Die Applikation ist ein bisschen schicker als die Apps der meisten Kamerahersteller und startet mit der Bildergalerie. Wer die Kamera fernsteuern will, muss mit einem Fingertipp in den Fernsteuerungsmodus umschalten. Hier bietet die Anwendung viele Funktionen – darunter etwas seltenere Kameraeinstellungen wie die Auswahl von Dateiformat und Dateigröße. Nette Zugaben: Die Firmware der Kamera lässt sich über die App aktualisieren. Zudem lassen sich aus der Anwendung Farbprofile – die sogenannten Leica Looks – auf die Kamera übertragen. Das Profil Eternal sorgt etwa für kontrastreiche Aufnahmen mit kräftiger Farbsättigung; alternativ stehen dezentere Farb- und Monochrom-Profile zur Wahl. Noch ist die Auswahl überschaubar, Leica erweitert das Angebot jedoch kontinuierlich – auch um Looks von Profi-Fotografen wie

Greg Williams

.

Testergebnisse Leica SL3-P

Leica Camera AG

Leica Camera SL3-P

Video mit 8K

Für Videoaufnahmen bietet die SL3-P ein Füllhorn von Videoeinstellungen. Es gibt über 150 unterschiedliche Videomodi. Vier davon lassen sich als Videoprofile für einen besonders schnellen Zugriff speichern. Dazu gehört unter anderem eine Aufnahme mit voller Auflösung im Seitenverhältnis 3:2 – im Fachjargon Open Gate genannt und längst nicht bei allen Kameraherstellern verfügbar. Die SL3-P nimmt Videos aber auch im üblichen 16:9-Format oder im etwas breiteren Cine-Format 17:9 auf. Dabei filmt sie in 8K (7680x3840 Pixel) mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde, in 4K (3840x2160 Pixel) und in Full HD (1920x1080 Pixel) mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Dazu kommen Profi-Funktionen wie eine Aufnahme mit 10 Bit Farbtiefe und im Log-Format. Eine Aufnahme in Apples Profi-Videoformat ProRes oder im RAW-Format ist auch möglich. Die Videos der SL3-P sehen richtig gut aus: etwas kühl, aber sehr detailreich und mit schönem Bokeh bei offener Blende. Der Autofokus führt die Schärfe sehr sanft und genau nach. Der Ton klingt (wie bei den meisten Kameras) etwas hallern. Das ist aber kein großer Nachteil. Wer den Ton bereits bei Videodreh aufnehmen will, sollte einfach ein externes Mikrofon anstecken.

Externe Verlinkung

Leica Camera AG

Leica Camera SL3-P

  • Sehr hohe Bildqualität
  • Sehr hohes Tempo
  • Sehr viele Videofunktionen
  • Einfache Bedienung
  • Hoher Preis

5.950,00 EUR

Test-Fazit Leica SL3-P

Die Leica SL3-P ist die beste Systemkamera der SL3-Serie. Sie überzeugt mit sehr hoher Bildqualität und sehr hohem Tempo. Auch der Autofokus hat sich gegenüber den Geschwistern noch einmal verbessert. Die Bedienung der SL3-P ist einfach und lässt sich sehr stark an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Der Preis bleibt aber deftig und das Gehäuse weiterhin wuchtig. Die beiden älteren Modelle lohnen sich nur für Fotografinnen und Fotografen, die den Schwerpunkt auf extrem detailreiche Fotos (SL3) oder aufs Fotografieren mit extrem hoher ISO-Einstellung legen (SL3-S).

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