Die Canon EOS R6 V kommt mit der Technik der EOS R6 Mark III, ist aber auf Videos ausgelegt. Doch nicht nur da punktet die Systemkamera im Test.
Die Canon EOS R6 V ist mit ihrem eckigen Gehäuse, dem großen Griff und dem integrierten Lüfter konsequent auf Videoaufnahmen ausgelegt.
Foto: COMPUTER BILD / Sven Schulz
Die Canon EOS R6 V kommt mit der Technik der EOS R6 Mark III, ist aber auf Videos ausgelegt. Doch nicht nur da punktet die Systemkamera im Test.
Für Videofans ist die Canon EOS R6 V top. Sie liefert dank Vollformatsensor, schnellem Autofokus, vielen Profi-Zusatzfunktionen und guter Ausstattung sehr schnell tolle Ergebnisse. Fotos sehen bei der EOS R6 V auch richtig aus. Für Fotofans, die nur selten (oder nie) filmen, ist die EOS R6 Mark III trotzdem die bessere Wahl – denn nur die bringt einen großen und detailreichen Sucher mit.
Pro
Kontra
Systemkameras zum Filmen baut Canon schon viele Jahre. Allerdings waren die Kameras der EOS-C-Serie lange Zeit meist richtig teure Profimodelle. Inzwischen geht es auch etwas günstiger mit den Kameras der V-Serie. Nach der Kompaktkamera
Canon Powershot V1und der Systemkamera
Canon EOS R50 Vkommt jetzt das zweite Systemkameramodell: Die EOS R6 V überzeugte im Test mit hoher Bildqualität und sehr vielen Videofunktionen. Damit sicherte sie sich eine Top-Platzierung in der Bestenliste der Vlogging-Kameras.
Typisch für viele auf Video ausgelegte Kameras: Das Gehäuse der EOS R6 V fällt ziemlich eckig aus (siehe Bild unten). Nur an der rechten Seite sorgt ein großzügig dimensionierter Griff für guten Halt. Für eine Vollformat-Systemkamera fällt die EOS R6 V recht leicht, aber etwas dicker als üblich aus. Sie wiegt mit Speicherkarte und Akku 681 Gramm, zusammen mit dem getesteten Kitobjektiv RF 20-50mm f4 L IS USM PZ sind es 1.098 Gramm.
Für das Extra an Dicke sorgt das eingebaute Kühlsystem: Zwischen dem eigentlichen Gehäuse und dem Display hat Canon einen Lüfter eingebaut, der die Kamera kontinuierlich kühlt und so eine Überhitzung verhindern soll. Das sorgt für eine lange Aufnahmedauer, auch bei rechenintensiven Videoaufnahmemodi. Die EOS R6 V nimmt bis zu sechs Stunden am Stück auf. Danach schaltet die Kamera automatisch ab. Technisch wäre auch eine deutlich längere Aufnahme möglich, Canon beschränkt die Aufnahmedauer aber in der Software der Kamera.
Die Bildelektronik übernimmt die EOS R6 V zu großen Teilen vom Schwestermodell
EOS R6 Mark III. Das machen viele Hersteller, damit für eine Videokamera nicht unbedingt ein neuer Sensor entwickelt werden muss, Sony beispielsweise bei der
Alpha 7S IIIund
FX3, Nikon bei der
Z6 IIIund der
ZR. Der Sensor der EOS R6 V bietet mit einer Auflösung von 32 Megapixeln (6960x4640) eine gute Kombination aus feiner Detailwiedergabe und überzeugender Lichtstärke. Noch detailreicher sind meist nur deutlich teurere Kameras mit höherer Auflösung wie die
EOS R5 Mark II, die
Panasonic Lumix S1R IIoder die
Sony Alpha 7R VI. Selbst bei sehr hohen ISO-Einstellungen sehen die Aufnahmen der EOS R6 V richtig gut aus. Ab ISO 6400 sind aber Kameras mit geringerer Auflösung etwas besser, etwa die Nikon ZR mit 24 Megapixeln.

Das Gehäuse der Canon EOS R6 V fällt etwas dicker aus – das liegt am eingebauten Lüfter.
Foto: COMPUTER BILD / Sven Schulz
Die EOS R6 V bietet sehr viele Videofunktionen: Sie filmt mit bis zu 7K und nutzt dabei im Open-Gate-Format (fast) den ganzen Sensor (Auflösung 6912x4608 Pixel). Das ist praktisch, wenn beispielsweise eine Videoaufnahme später sowohl im Breitbildformat 16:9 für YouTube als auch im Hochformat für Instagram oder TikTok gezeigt werden soll. In 4K (3840x2160 Pixel) filmt die Kamera mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Die Videos sehen schon mit den Standardeinstellungen richtig gut aus. Bei kontrastreichen Motiven lohnt es sich, mit der Funktion "Custom Picture" ein Farbprofil zu wählen – am einfachsten ist da HLG, das können viele Fernseher direkt abspielen. Es gibt auch noch fünf weitere Farbprofile, darunter auch Profi-Formate wie Canon Log 3 oder BT.709. Zusätzlich lassen sich 14 weitere Farbprofile erstellen und anpassen. Zusätzliche Videofunktionen der EOS R6 V sind beispielsweise eine Aufnahme im RAW-Format oder mit 10 Bit Farbtiefe im 4:2:2-Farbschema (siehe Bild unten).

Die Canon EOS R6 V bietet fünf Videoformate an, darunter auch eine Aufnahme im RAW-Format.
Foto: COMPUTER BILD / Sven Schulz
Mit der Bildelektronik übernimmt die EOS R6 V von der EOS R6 Mark III auch den Autofokus. Der überzeugt auch im V-Modell mit einer sehr aufwendigen Motiverkennung, die bereits im Automatikmodus sehr schnell und sehr genau arbeitet. Sie lässt sich auf Wunsch in drei Kategorien festlegen: Personen, Tiere und Fahrzeuge. Damit macht die EOS R6 V bei Actionaufnahmen eine richtig gute Figur. Den entscheidenden Moment fängt sie dabei mit bis zu 41 Bildern pro Sekunde bei Serienaufnahmen ein. Größter Nachteil der EOS R6 V hier: Über den Schwenk-Monitor lässt sich das Motiv in heller Umgebung nicht so leicht verfolgen. Dafür ist es nicht hell genug. Zudem lenken die Spiegelungen auf dem Display ab. Da ist der Sucher im Schwestermodell EOS R6 Mark III die bessere Wahl. Gut: Bei Videos führt der Autofokus der EOS R6 V die Schärfe schön gleichmäßig nach. Das sieht bei Videos meist besser aus, selbst wenn das Motiv dann mal kurz etwas unscharf ist.

In den Zubehörschuh der Canon EOS R6 V passen auch digitale Mikrofone.
Foto: COMPUTER BILD / Sven Schulz
Der Ton klingt bei der EOS R6 V über das eingebaute Mikrofon wie bei den meisten Digitalkameras etwas hallern. Wer ihn schon beim Videodreh aufnehmen möchte, sollte ein externes Mikrofon verwenden. Dafür bietet die EOS R6 V zwei Anschlüsse: einmal analog über eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, einmal digital über den Zubehörschuh. Da passen beispielsweise das
Canon DM-E1Dund Mikrofonadapter für Profi-Mikrofone mit XLR-Anschluss rein (gibt es von Canon und Tascam). Die sorgen für hörbar besseren Ton. Bei der Audioaufzeichnung erlaubt die EOS R6 V Formate mit 16 Bit (Standard) oder 24 Bit (für flexiblere Nachbearbeitung). Auf das moderne Profi-Format mit 32-Bit-Float, das noch größere Dynamikreserven bietet, verzichtet Canon allerdings.
Typisch Videokamera: Die EOS R6 V hat keinen mechanischen Verschluss – der wird bei Videoaufnahmen nicht gebraucht. Davon merken Fotografen und Fotografinnen in der Praxis aber nur wenig, denn der Sensor der EOS R6 V wird sehr schnell ausgelesen – das klappt sogar ohne aufwendige Zusatzelektronik oder Zusatzspeicher auf dem Bildsensor. Ab der Firmware-Version 1.10 ist auch mit dem elektronischen Verschluss Blitzen möglich (mit einer kürzesten Belichtungszeit von einer Sechzigstelsekunde). Gut: Störende Verzerrungen durch das zeilenweise Auslesen des Sensors sind nur bei sehr schnellen Querbewegungen zu sehen.
Canon
2.399,00 EUR
Für Videofans ist die Canon EOS R6 V top. Sie liefert dank Vollformatsensor, schnellem Autofokus, vielen Profi-Zusatzfunktionen und guter Ausstattung sehr schnell tolle Ergebnisse. Fotos sehen bei der EOS R6 V auch richtig gut aus. Für Fotofans, die nur selten (oder nie) filmen, ist die EOS R6 Mark III trotzdem die bessere Wahl – denn nur die bringt einen großen und detailreichen Sucher mit.
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