Industrie- und Logistikimmobilien: Vom Nischensegment zur willkommenen Anlagealternative
Дата публикации: 15-07-2026 08:59:07
Industrie- und Logistikimmobilien rücken als Alternative zu Wohninvestments immer stärker in den Fokus von Investoren. Unterstützt wird dieser Trend vom anhaltenden Wachstum des Onlinehandels, der Neuordnung globaler Lieferketten sowie den Bestrebungen vieler europäischer Staaten, industrielle Wertschöpfung wieder stärker im eigenen Wirtschaftsraum zu verankern. Eine neue Studie im Rahmen des Immo-Monitoring analysiert die Perspektiven dieses Segments, […]
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von Corinne Dubois und Robert Weinert
Industrie- und Logistikimmobilien rücken als Alternative zu Wohninvestments immer stärker in den Fokus von Investoren. Unterstützt wird dieser Trend vom anhaltenden Wachstum des Onlinehandels, der Neuordnung globaler Lieferketten sowie den Bestrebungen vieler europäischer Staaten, industrielle Wertschöpfung wieder stärker im eigenen Wirtschaftsraum zu verankern. Eine neue Studie im Rahmen des Immo-Monitoring analysiert die Perspektiven dieses Segments, beleuchtet die attraktivsten Regionen, untersucht die Entwicklung von Angebot, Nachfrage und Mieten und zeigt die Chancen und Risiken für Investoren in der Schweiz und in Europa auf. Nachfolgend finden Sie die Zusammenfassung.
Industrie und Logistik: Ein Segment mit Wachstumspotenzial
- Industrie- und Logistikimmobilien machen in der Schweiz nur rund 1 % der Immobilienportfolios von institutionellen Investoren aus. Zum Vergleich: in Deutschland und Italien sind es fast 20 %, im Vereinigten Königreich über 30 %.
- Lange standen Industrie- und Logistikimmobilien im Schatten des Wohn- und Bürosegments. Heute profitieren sie von mehreren günstigen strukturellen Entwicklungen: dem Wachstum des Onlinehandels, dem Streben nach resilienteren Lieferketten, der Rückverlagerung industrieller Wertschöpfung sowie dem Aufstieg wertschöpfungsstarker Branchen wie der Pharma- und Biotechnologie.
Industrie ist strategisch bedeutsam, Logistik wächst stark
- Die verarbeitende Industrie stellt fast 14 % der Gesamtbeschäftigung in der Schweiz. Während die Beschäftigtenzahl in den vergangenen zehn Jahren kaum anstieg, nahm die Wertschöpfung deutlich zu, hauptsächlich dank der Pharmaindustrie.
- Im Logistikbereich legte die Beschäftigung im Bereich der Lagerei in den letzten zehn Jahren um rund 25 % zu, getragen vom Aufschwung des Onlinehandels und der Modernisierung der Logistikketten.
Industrie- und Logistikcluster in der Schweiz und in Europa
- In der Schweiz konzentrieren sich Industrie- und Logistikaktivitäten vor allem auf die grossen Wirtschaftszentren Zürich, Basel, Genf und Bern sowie entlang der wichtigsten Verkehrskorridore, insbesondere auf der Achse Zürich–Olten.
- Auf europäischer Ebene bleibt Deutschland das industrielle Zentrum des Kontinents, während das Dreieck Rotterdam–Antwerpen–Ruhr den bedeutendsten Logistik-Hub bildet. Gleichzeitig gewinnen Märkte in Mitteleuropa – etwa Warschau, Prag und Budapest – dank ihrer wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen und ihrer Nähe zu den grossen europäischen Absatzmärkten zunehmend an Bedeutung.
Angebotsknappheit bleibt bestehen
- Zwischen dem 2. Quartal 2025 und dem 1. Quartal 2026 wurden in der Schweiz im Bereich Industrie und Logistik Neubauprojekte im Umfang von 4.4 Milliarden Franken bewilligt. Dies entspricht fast 40 % des Bauvolumens ausserhalb des Wohnbereichs.
- Allerdings zeigt sich, dass die Bautätigkeit, um die Baupreisteuerung bereinigt, gegenüber der Zeit vor der Pandemie leicht rückläufig ist.
- Die Angebotsziffer von Industrie- und Logistikflächen liegt seit zehn Jahren konstant zwischen 1.0 und 1.5 %. Dies weist auf eine sehr geringe Verfügbarkeit von Mietflächen hin.
Mieten entwickeln sich dynamisch
- Die Medianmieten von Gewerbe- und Lagerflächen belaufen sich auf 188 bzw. 116 Franken pro m² und Jahr. In den letzten zehn Jahren stiegen die Mieten für Gewerbeflächen dank der robusten Nachfrage und dem geringen Angebot um 12.3 %.
- In Zürich und Genf übersteigen die Spitzenmieten für Logistikflächen die Marke von 300 Franken pro m² und Jahr deutlich und zählen damit zu den höchsten Europas. Dies ist Ausdruck der Knappheit an Bauland und der Präsenz von Unternehmen, die eine hohe Wertschöpfung generieren.
Investments: Hohe und stabile Mieterträge
- Zwischen 2016 und 2025 erzielten Investments in Schweizer Industrie- und Logistikimmobilien eine durchschnittliche Nettocashflowrendite von 5.3 % pro Jahr und damit deutlich mehr als die übrigen wichtigen Immobiliensegmente. Die Performance wurde vor allem von den stabilen Mieterträgen gestützt, während die Wertänderungsrenditen bescheiden ausfielen.
- In Europa erzielten Industrie- und Logistikimmobilien dank kräftiger Wertsteigerungen eine bessere Performance als in der Schweiz. Dem standen jedoch deutlich stärkere Wertschwankungen gegenüber.
- Börsenkotierte Immobiliengesellschaften mit Schwerpunkt Industrie und Logistik erzielten in den vergangenen zehn Jahren durchschnittliche Jahresperformances von 10.0 % in den USA und 8.8 % in Europa. Diese überdurchschnittlichen Renditen gingen naturgemäss mit einer deutlich höheren Volatilität einher als bei Direktanlagen.
Technologie prägt den künftigen Flächenbedarf
- Die langfristigen Perspektiven für Industrie- und Lagerflächen bleiben dank des Wachstums des Onlinehandels, der Industrieinvestitionen und des Strebens nach resilienteren Lieferketten günstig.
- Robotisierung und künstliche Intelligenz könnten die Anforderungen an Immobilien verändern. Die Unternehmen werden vermehrt spezialisierte, automatisierte und technisch leistungsfähige Gebäude nachfragen, mit denen sie ihre Produktivität steigern können.
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