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Serie Die Geschichte hinter dem Marathon: Nicht nur Fernsehkoch – Cliff Hämmerle über seine Passion für den Marathon

Дата публикации: 20-07-2026 17:00:00




Cliff Hämmerle ist Inhaber eines Michelin-Stern-prämierten Restaurants und Fernsehkoch in der SR-Sendung „Mit Herz am Herd“. Eher unbekannt: Der 56-Jährige ist passionierter Marathonläufer, war in New York und durchquerte die Weinberge von Bordeaux.



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Serie Die Geschichte hinter dem Marathon Nicht nur Fernsehkoch – Cliff Hämmerle über seine Passion für den Marathon

Serie | Blieskastel · Cliff Hämmerle ist Inhaber eines Michelin-Stern-prämierten Restaurants und Fernsehkoch in der SR-Sendung „Mit Herz am Herd“. Eher unbekannt: Der 56-Jährige ist passionierter Marathonläufer, war in New York und durchquerte die Weinberge von Bordeaux.

Sternekoch Cliff Hämmerle 2014 beim Marathon in New York.

Sternekoch Cliff Hämmerle 2014 beim Marathon in New York.

Foto: Norbert Wilhelmi

Kochen und laufen – das passt perfekt zusammen, findet Cliff Hämmerle. Der 56-Jährige ist Inhaber des Sterne-Restaurants „Hämmerles“ in Blieskastel und den meisten Saarländern gut bekannt als Kochbuchautor und Fernsehkoch in der Sendung „Mit Herz am Herd“. Ein Blick in seinen Terminkalender zeigt: Die Tage sind gut durchgetaktet. Doch zwischen dem Mittag- und dem Abendgeschäft bleibt manchmal am Nachmittag ein kleines Zeitfenster. „Perfekt für einen Lauf“, sagt Hämmerle. „Besonders, wenn man wie ich im Läuferparadies, dem Bliesgau, wohnt. Man braucht nicht viel, kann einfach loslaufen. Ich kenne viele Gastronomen, die laufen – das ist einfach der optimale Sport.“

Nur der Weg in die Gastronomie war vorgezeichnet

Doch der Sternekoch war nicht immer Läufer. Sein Weg in die Gastronomie war von klein auf vorgezeichnet. Sein Opa war Metzger, seine Eltern betrieben ein Restaurant in Saarbrücken und seine Oma hatte einen großen Garten, in dem er als Kind viel Zeit verbrachte und sich auch gern daran erinnert: „Ich habe immer schon gerne mit Lebensmitteln hantiert und auch im Restaurant ausgeholfen. Mir war klar, dass mein Weg in die Gastronomie führen würde.“

Seine Ausbildung absolvierte Cliff Hämmerle im Restaurant Kubig in Saarbrücken, seine erste Stelle als Koch bei der legendären Spitzenköchin Margarethe Bacher in Neunkirchen. Nach Stationen in der Schweiz kehrte er mit 25 Jahren in den elterlichen Betrieb zurück, den er 1995 übernahm. „Die ersten Jahre habe ich Tag und Nacht gearbeitet, zudem hatten wir ein kleines Kind – für Sport blieb keine Zeit, für einen Vereinssport mit festen Zeiten erst recht nicht. Die Arbeitszeiten sind halt ganz anders als im ‚normalen’ Berufsleben“, erzählt Cliff Hämmerle rückblickend. „Aber einige meiner Freunde sind regelmäßig laufen gegangen und als es etwas ruhiger wurde, habe ich es auch mal ausprobiert.“ Und fand seinen Spaß daran. Regelmäßig drehte er mehrmals pro Woche seine Fünf-Kilometer-Runden durch den Bliesgau.

Der „Kochmichel“

Vor etwa 20 Jahren lernte er Michael Koch kennen – den meisten besser bekannt als „Kochmichel“, ein Homburger Original. Er kam als Gast und erzählte vom Laufen. Später wurden die beiden Freunde und der Marathon-erfahrene Michael Koch lud Cliff Hämmerle zu seiner sonntäglichen Laufgruppe ein.

Das ist jetzt fast 20 Jahre her – die Laufgruppe besteht noch heute. „Bei diesem Sonntagslauf lief ich zum ersten Mal zehn Kilometer“, blickt Cliff Hämmerle zurück. Die Läufe wurden immer länger und irgendwann zur Routine. „Ich bin ein sehr ehrgeiziger Typ, also war mir von Anfang an klar, dass ich auch irgendwann mal einen Marathon laufen werde. Zu schauen, wie weit man gehen kann, wie weit man die eigenen Grenzen verschieben kann, finde ich extrem spannend. Ich bin von der ganzen Persönlichkeit her ein Marathon-Typ – ehrgeizig, beharrlich, ausdauernd, zielstrebig. Im Sport wie auch im Berufsleben.“

„Ein geiles Gefühl“

Seinen ersten Marathon lief er im Jahr 2011 in Köln, gemeinsam mit seinen Freunden, ohne Zeitdruck oder Ambitionen. „Das war auf jeden Fall etwas Besonderes. Man weiß ja nicht, ob man es auch wirklich schafft, daher bin ich auf Sicherheit gelaufen. Im Ziel anzukommen, war dann so ein geiles Gefühl. Die Stimmung, die Emotionen – das ist beim Marathon einfach ganz toll.“

Der Sternekoch war angefixt – und lief in den nächsten Jahren jedes Jahr einen Marathon. Besonders faszinierende Eindrücke hinterließ New York: „Als Kind aus dem Bliesgau war ich total begeistert. Jedoch war ich beim ersten Mal so fokussiert auf eine schnelle Zeit, dass ich das ganze Drumherum kaum wahrgenommen habe. Deshalb bin ich im nächsten Jahr noch mal hingefahren und habe mir mehr Zeit genommen, um das Gefühl und die Stimmung besser aufsaugen zu können. Dort herrscht so ein tolles Miteinander aller Menschen, das spürt man in jedem einzelnen Bezirk, durch den man läuft.“

Im Laufe der Zeit hat Cliff Hämmerle viel erlebt – und zu jedem Marathon fällt ihm eine Geschichte ein: „In Berlin bin ich mit 3:28 Stunden meinen schnellsten Marathon gelaufen, in Rom haben wir den Papst gesehen und beim Médoc-Marathon durch die berühmten Weinberge von Bordeaux war die Stimmung besonders ausgelassen.“

Reisen mit gewissen kulinarischen Genüssen

Natürlich verbindet der Koch seine Reisen auch gern mit kulinarischen Highlights. „Meist begleitet mich meine Frau Stephanie und wir verbinden das dann mit einem kleinen Kurzurlaub. In London waren wir zum Beispiel bei Jamie Oliver zu Gast, in Hamburg bei Tim Mälzer und in Rom in einem fantastischen Restaurant auf einem Dach mit grandiosem Ausblick.“

Laufen ist für Cliff Hämmerle zum Lebenselixier geworden. „Ich kann es nur jedem raten. Es gibt einem Kraft, man kriegt die Gedanken frei, aber findet auch oft Lösungsansätze für Probleme, die einen gerade beschäftigen. Wenn ich zu viel Arbeit habe und nicht raus kann, geht es mir nicht gut.“

Bei Cliff Hämmerle kommt zudem eine gesundheitliche Komponente dazu. „Ich habe schon immer schlecht Luft bekommen und mein Arzt hat mir Ausdauersport empfohlen. Seit ich laufe, geht es mir extrem gut, ich habe keinerlei gesundheitliche Probleme – und habe nicht einen Tag im Betrieb gefehlt. Ich habe so ein großes Pensum, das geht nur mit Fitness und Ausgleich. Und meine Grundfitness schulde ich dem Laufen.“

„Man trainiert, hat Entbehrungen – und tolle Momente“

Dass der Marathon eine besondere Faszination auf den 56-jährigen Gastronom ausübt, erklärt er so: „Es ist im Prinzip wie ein Schachspiel, wie ein persönlicher Wettkampf mit einem selbst. Man trainiert, hat Entbehrungen und tolle Momente. Am Tag selbst muss man sich dann die Zeit und die Strecken genau einteilen, um am Ende das gewünschte Ergebnis zu bekommen.“

In der Corona-Pandemie entstand bei Cliff Hämmerle eine automatische Marathon-Pause, da alle Veranstaltungen abgesagt wurden. Seitdem läuft er hauptsächlich Halbmarathons und hat aktuell keine Großveranstaltungen geplant. „Ich gehe tanzen und ins Fitnessstudio, aber laufen ist weiterhin ein großer und wichtiger Bestandteil meines Lebens. Vielleicht laufe ich irgendwann noch mal in New York, denn das war wahrlich eines der schönsten Erlebnisse meines Lebens, das ich wohl niemals vergessen werde.“

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