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Der globale Fitness-Trend hat nun Aarau erreicht: Reformer-Pilates im Selbstversuch

Дата публикации: 02-07-2026 07:08:15

Im Aarauer Aeschbachquartier hat Ende Mai das erste Reformer-Pilates-Studio eröffnet. Doch was macht den Sport, auf den auch Hollywoodstars, Royals und Profisportler schwören, so besonders?

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Was hat es eigentlich mit dem Reformer-Pilates-Trend auf sich? Anja Ihle, Praktikantin dieser Zeitung, hat das erste Studio in Aarau getestet.

Was hat es eigentlich mit dem Reformer-Pilates-Trend auf sich? Anja Ihle, Praktikantin dieser Zeitung, hat das erste Studio in Aarau getestet.

Bild: Valentin Hehli

Darum geht es

  • Im Aarauer Aeschbachquartier hat Ende Mai das erste Reformer-Pilates-Studio eröffnet.
  • Reformer-Pilates trainiert an einem speziellen Gerät mit Schlitten, Seilzügen und Sprungfedern den ganzen Körper.
  • Das Studio setzt auf kleine Klassen mit maximal zehn Personen und verlangt eine saubere, intensive Ausführung.
  • Eine Lektion dauert 50 Minuten und kostet 45 Franken; ähnliche Preise gibt es auch in anderen Städten.

«Wie viele Übungen sind eigentlich auf diesem Gerät möglich?», frage ich mich während meiner ersten Reformer-Pilates-Stunde. Altbekannte Fitnessübungen wie Planks, Lunges oder Squats kommen in verschiedenen Variationen und Kombinationen vor, dazwischen finden sich klassische Reformer-Positionen wie der «Frog» oder «Short Spine».

Immer beliebter: Training am Reformer

Fitness-Trends gibt es wie Sand am Meer: Bio-Sync-Training, Longevity, Barre, Running Clubs, Hyrox – den Überblick zu behalten, dürfte dabei längst zur Herausforderung geworden sein. Mitten im Hype: Reformer-Pilates. In Aarau ist der Trend inzwischen ebenfalls angekommen: Ende Mai hat im Aeschbachquartier das erste Reformer-Pilates-Studio eröffnet. Ich habe das Training getestet.

Beim Reformer-Pilates handelt es sich um ein effektives Ganzkörpertraining, bei dem im Gegensatz zum klassischen Matten-Pilates an einem Gerät – einer Art beweglichem Schlitten mit Fussstange, Seilzügen und verstellbaren Sprungfedern – gearbeitet wird. Durch kontrollierte, langsame Übungen sollen Kraft, Balance, Flexibilität und Koordination trainiert werden.

Kleine Klassen, schlichtes Studio, enge Betreuung

Das Studio «Joy» – so heisst die Neueröffnung in Aarau – ist schlicht und modern eingerichtet. Bei meiner Ankunft werde ich aufgefordert, die Schuhe auszuziehen, trainiert wird ausschliesslich in Socken. Mit meinen Nike-Sportsocken komme ich jedoch nicht weit; rutschfeste sind Pflicht. Ich kaufe mir ein beigefarbernes Paar für 15 Franken und bin startklar.

«Slowly breathe in and out», sagt Kursleiterin Daniela Gonzalez zu Beginn. Ich stehe schulterbreit da, die Augen geschlossen. Die Stunde findet auf Englisch statt und beginnt mit verschiedenen Atem- und Dehnübungen zum Aufwärmen.

Die korrekte Ausführung ist zentral, bei «Joy» sind die Gruppen deshalb auf maximal zehn Personen begrenzt.

Die korrekte Ausführung ist zentral, bei «Joy» sind die Gruppen deshalb auf maximal zehn Personen begrenzt.

Bild: Valentin Hehli

Dann geht es «richtig» los.

Ich lege mich mit dem Rücken auf das Gerät – den Reformer –, die Fussballen auf die Stange vor mir, die Fersen in der Luft. Ich drücke mich von der Stange weg; nur mit den Fussballen abzustossen ist gar nicht so einfach, der Schlitten bewegt sich dabei mit. Oben angekommen, halten wir die Position für einige Sekunden. Kontrolliert kehre ich in die Ausgangsposition zurück, und alles beginnt von vorn – so entstehen kniebeugeähnliche Bewegungen. Was auf Instagram spielerisch aussieht, entpuppt sich in der Realität als deutlich fordernder: Gefühlt arbeitet die gesamte Beinmuskulatur auf Hochtouren.

An diesem Dienstagabend sind wir nur drei Teilnehmerinnen im Studio. Trainerin Daniela hat entsprechend viel Zeit für mich.

Die Beine höher, das Gesäss stärker angespannt, die Arme gestreckter: Daniela korrigiert mich immer wieder. Sich auf alles gleichzeitig zu fokussieren, erfordert aber auch ziemlich viel Konzentration.

Schlitten, Federn, Gurte: Der Reformer bringt den Körper in Bewegung.

Schlitten, Federn, Gurte: Der Reformer bringt den Körper in Bewegung.

Bild: Valentin Hehli

Danach geht es weiter: Ich passe den Widerstand an, indem ich die Sprungfedern des Gerätes verstelle, greife mit den Händen in die Schlaufen und hebe die Beine in «Table-Top»-Position – also im rechten Winkel – in die Luft. In grossen, kreisenden Bewegungen bewegen wir die Arme, während der Schlitten unter dem stabil gehaltenen Körper kontrolliert vor- und zurückgleitet. Ich muss den gesamten Körper anspannen, um die Übung (einigermassen) sauber auszuführen.

Zwischen Sport und Ästhetik

Reformer-Pilates ist längst mehr als nur ein Sporttrend. Um den Hype hat sich ein ganzer Lifestyle entwickelt.

Social-Media-Influencerinnen zeigen sich in hautengen Outfits auf dem Weg zum Studio, wirken nach der Stunde kaum verschwitzt, gönnen sich danach einen grünen Smoothie oder einen Matcha Latte. Sie vermitteln ein Bild von Mühelosigkeit, Ästhetik und Perfektion – was dazu geführt hat, dass ich Reformer-Pilates bisher eher etwas belächelt habe.

«Reformer Pilates spricht viele Menschen an, weil es mehr ist als Bewegung. Es schafft Raum, kurz zur Ruhe zu kommen, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen und Schritt für Schritt eine Routine aufzubauen», sagt Joy Müller, Inhaberin der Studios.

Doch so einfach, wie es aussieht, ist es nicht.

Bei manchen Übungen sieht die Ausführung bei mir holprig, zittrig oder schlicht falsch aus – weit entfernt von der mühelosen Ästhetik, die man von Instagram kennt.

Wir sind bei der letzten Übung angekommen.

Auf dem Schlitten gehe ich in die Plank-Position. Aus dieser Haltung ziehe ich die gestreckten Beine zu den Händen, der Schlitten gleitet dabei nach vorne und das Gesäss hebt sich nach oben. Dann geht es wieder zurück in die Plank-Position – und alles beginnt von vorn. «Und halten», sagt Daniela bei der letzten Wiederholung. Ich halte durch und spüre meine Bauchmuskeln deutlich.

Was mich auch überrascht: Während der 50 Minuten schaue ich kein einziges Mal auf die Uhr – nicht nur, weil ich mich als Anfängerin ziemlich konzentrieren muss, sondern auch, weil das Training auf dem Reformer zugegebenermassen überraschend viel Spass macht.

Ein Training, das auch finanziell zu spüren ist

Eine Einzellektion bei «Joy» dauert 50 Minuten und kostet 45 Franken. Nicht ganz billig, finde ich – vor allem, weil die Sportart vor allem junge Personen mit tendenziell kleinerem Budget anspricht. Ein Blick nach Zürich, Basel und Bern zeigt aber: Die Preise bewegen sich dort meist in einem ähnlichen Rahmen, teils sogar bis zu 60 Franken pro Stunde.

Mein Fazit: Pilates ist anstrengender als gedacht, und es steckt durchaus mehr dahinter – auch Achtsamkeit, Konzentration und Kontrolle sind gefordert.

Meine erste Stunde fand ich insgesamt aber gut machbar, Muskelkater habe ich am nächsten Tag kaum. Dazu muss gesagt werden: Ich besuche den «Foundations»-Kurs für Anfänger. Fortgeschrittene Pilates-Gurus werden im «Flow»-Kurs deutlich stärker herausgefordert – dass dieses Workout den Körper intensiv fordert, glaube ich sofort.

Das sportlichste Quartier in Aarau?

Fitness, Bewegung und Gesundheit: Was das Aeschbachquartier alles zu bieten hat

Im Studio «Joy» gibt es Reformer-Pilates-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene.

Im «co yoga space by amaya» können Räume für Yogastunden gemietet werden.

Bei «Aaroutdoor» finden regelmässig Gruppenkurse wie «TRX» oder «Functional Training» statt.

Im «Iron Bodyfit» wird der Körper mittels Elektrostimulation trainiert.

Das Angebot von med&motion umfasst Physiotherapie, ein Fitnesszentrum und medizinische Massagen.

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