Kommendes Jahr geht der Matzinger Gemeindepräsident Peter Schellenberg in den Ruhestand. Für seine Nachfolge bewirbt sich Gemeinderat Roger Wegmüller.

Bild: Olaf Kühne
Seit 2019 sitzt Roger Wegmüller im Matzinger Gemeinderat. Man glaubt ihm deshalb gerne, wenn er sagt: «Wir haben seit Jahren eine gut funktionierende Gemeindeverwaltung mit einem tollen Team.» Gleich positiv äussert er sich über «seine» Behörde, den Gemeinderat: «Wir sind sehr gut eingespielt mit einem gegenseitigen Vertrauen, und ich bedaure es, dass zwei von uns kommendes Jahr aufhören werden.»
Einer der beiden Abtretenden ist Gemeindepräsident Peter Schellenberg. Er geht 2027 in den Ruhestand. Weil dannzumal auch die laufende Legislatur endet, stehen in Matzingen ohnehin am kommenden 27. September die Gesamterneuerungswahlen auf der Agenda. Bereits bekannt ist, dass die Gemeinderäte Martina Lehmann und Walter Lanz erneut kandidieren. Auch Roger Wegmüller wird wieder auf der Liste stehen. Allerdings nicht mehr als Gemeinderat. Der 49-Jährige kandidiert für das Gemeindepräsidium.
«Peter Schellenberg hat ja bereits vor über einem Jahr angekündigt, dass er aufhören wird», blickt Roger Wegmüller zurück. «Für meine Kandidatur habe ich mich, nach reiflicher Überlegung, aber erst diesen Frühling entschieden.» Der Entscheid sei ihm nicht leicht gefallen, weil das Amt mit grosser Verantwortung verbunden sei und sich auch auf das Familien-und Berufsleben auswirke. Die Unterstützung der Familie habe ihm diesen Schritt jedoch erleichtert. «Das Gemeindepräsidium ist als 80-Prozent-Stelle ausgestaltet. Für den Fall meiner Wahl werde ich meine berufliche Tätigkeit entsprechend organisieren, damit ich die Aufgaben des Gemeindepräsidiums vollumfänglich wahrnehmen kann.»
Roger Wegmüller ist in Matzingen geboren und aufgewachsen. Entsprechend lange kennt er die Entwicklung seiner Gemeinde. «Wir haben nicht zuletzt aufgrund unserer guten Verkehrsanbindungen und unserer Nähe zu den Zentren ein starkes Wachstum erlebt», sagt er. «Bisher ist es uns gelungen, das dieses gut zu begleiten.» Eine grosse Herausforderung bleibe aber, dafür zu sorgen, dass die Infrastruktur mit diesem Wachstum Schritt halten könne. «Infrastrukturell sind wir gut aufgestellt, aber wir müssen laufend dranbleiben.»

Bild: Olaf Kühne
Entsprechend mag Roger Wegmüller auch nicht das eine grosse Projekt benennen, welches es in Matzingen umzusetzen gilt. Anders sieht dies bei weiteren Wachstumsfolgen aus. «Wachstum ist grundsätzlich positiv. Gleichzeitig ist es mir wichtig, dass Matzingen trotz des Wachstums seinen lebendigen Dorfcharakter bewahrt. Unser aktives Dorf- und Vereinsleben soll auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil unserer Gemeinde sein.»
Roger Wegmüller ist parteilos. Für ihn stehe im Vordergrund, mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen und seine Motivation für die Kandidatur aufzuzeigen. «Zusammen mit den bisherigen Gemeinderatsmitgliedern wird derzeit ein gemeinsamer Informationsflyer vorbereitet.» Darauf ist dann vielleicht auch die Aussage zu finden, die Roger Wegmüller stellvertretend für den ganzen Gemeinderat macht: «Wir wollen Matzingen stabil in die Zukunft führen.»
Roger Wegmüller möchte bewusst keine detaillierten Ziele für die kommende Legislatur vorwegnehmen. «Diese sollen nach den Wahlen vom neu zusammengesetzten Gemeinderat erarbeitet werden. Mir ist es wichtig, dass sie breit abgestützt sind und gemeinsam getragen werden.»