Im August bietet sich Besuchern von Hardegg die einmalige Gelegenheit, die Burg zu besichtigen und die Geschichte der Ahnen zu erleben.
Kommt man in die kleinste Stadt Österreichs, dann sieht man sie als Erstes, die Burg Hardegg, die über der gleichnamigen Stadt und dem Thayatal thront. Lange war sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, doch der Burgsommer im August macht eine Besichtigung möglich.
In diesem Jahr werden von 8. bis 23. August die Ahnen in den Fokus der Besucher gerückt. Seit 1730 hütet Familie Khevenhüller die Burg - ihre ungewöhnliche Geschichte wird den Besuchern greifbar gemacht.
Darum hat der Ahnensaal während des Burgsommers eine besondere Bedeutung: Hier wird die Geschichte der Familie Khevenhüller sichtbar – von Sigmund Khevenhüller, der die Burg 1730 erwarb, bis zur heutigen Eigentümerfamilie Pilati, in deren Hände das Erbe durch Heirat überging.

Die Einfahrt zur Stadt Hardegg.
Beschönigt wird bei der Adelschronik nichts. Die Besucher erfahren von Aufstieg und Verlust, Schulden und glanzvolle Hofämter werden thematisiert, ebenso wie der Kampf in Mexiko und die Enteignung durch die Sowjetunion. Kluge Entscheidungen und glückliche Zufälle stehen hier neben Fehltritten und echten Schicksalsschlägen.
Die Besucher erkunden die Burg in ihrem eigenen Tempo: Es geht durch den Rittersaal, die Winterküche, die Kapelle, den Ostturm bis tief in den Felsenkeller. Die Baugeschichte wird in einem eigenen Bereich dokumentiert. Diese reicht von der Grenzfeste des 10. Jahrhunderts über den schleichenden Verfall zur Ruine bis zum historischen Wiederaufbau Ende des 19. Jahrhunderts.
Der Eintritt liegt zwischen 6,00 Euro und 9,50 Euro. Die Erlöse fließen in den Betrieb und den Substanzerhalt der Anlage. Dass dieser Beitrag unmittelbar Wirkung zeigt, belegen die Erfolge des Vorjahres: Das Ziegeldach des Pförtnerhäuschens wurde erneuert, Bewuchs wurde zurückgedrängt und Bäume wurden beschnitten. Alle defekten Geländer wurden instand gesetzt.
Nach dem 16-tägigen Burgsommer schließen sich die Tore der Burg wieder, weitere Sanierungen stehen an.
kurier.at, safran | 09.07.2026, 8:29
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