Besonders betroffen sind Teile Vorarlbergs, Salzburgs, Ober- und Niederösterreichs sowie das Wiener Becken – so trocken war es dort seit 1885 nicht mehr.
Mitteleuropa ist derzeit gerade mitten in einer weiteren, ausgeprägten Hitzewelle, die zwischen Großbritannien und Griechenland die Tageshöchstwerte nach oben treibt. Die Folge: Verheerende Waldbrände in Spanien und Frankreich, Temperaturspitzen von mehr als 40 Grad - und massive Trockenheit.
Ein Problem, das sich auch in Österreich manifestiert: Auf einen viel zu niederschlagsarmen Winter folgten ein zu warmes Frühjahr und ein außergewöhnlicher Sommerbeginn - die Hitzewelle ab Mitte Juni brachte neue Rekordwerte an Hunderten Messstationen.
Die Halbjahresbilanz der Geosphere Austria fällt entsprechend aus. „Die Trockenheit bleibt ein massives Problem“, mahnt Meteorologe Alexander Orlik und zählt auf: Zwischen 1. Jänner und 30. Juni 2026 fiel über ganz Österreich gerechnet um 27 Prozent weniger Niederschlag als im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt.
Derlei trete immer wieder auf, überlegt Orlik, die ersten Halbjahre 1993 und 2003 waren noch trockener. So lag das Minus 1993 bei 30 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittelwert, 2003 bei 29 Prozent.
Doch das Erstaunliche an der Trockenheit 2026 liegt im Detail. Im Montafon (Vorarlberg), im Flachgau (Salzburg), im Innviertel (Oberösterreich) sowie im Wald- und Weinviertel (Niederösterreich) und dem Wiener Becken lag das Minus zwischen 30 und 40 Prozent.
Im Osten beträgt die Abweichung zum Teil sogar bis zu 50 Prozent, rechnet Meteorologe Orlik vor - solche Werte gab es seit 140 Jahren nicht mehr. „Derart niederschlagsarm war es in diesen Teilen seit 1885 nicht mehr.“ Damals wurden Abweichungen von 35 Prozent registriert.
Die Hotspots der Trockenheit finden sich aktuell in Nieder- und Oberösterreich sowie in Salzburg:
Doch was müsste passieren, um die Niederschlagsbilanz noch auszugleichen? Es müsste regnen - viel, flächendeckend, dauernd.
160 Liter pro Quadratmeter müssten es in den kommenden Wochen werden, rechnet Orlik vor - zusätzlich. Das ist so viel, wie üblicherweise in mehreren Sommerwochen zusammenkommt. „Es fehlt der Niederschlag von einem gesamten Sommermonat und einem Monatsdrittel“, vergleicht Orlik.
kurier.at, eh | 14.07.2026, 11:27
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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