Eine junge Anwältin lebt jahrelang auf nur zehn Quadratmetern in Paris. Ihre kleine Wohnung erweist sich als entscheidender Faktor für Studium und Karriere.
Eine junge Anwältin lebt jahrelang auf nur zehn Quadratmetern in Paris. Ihre kleine Wohnung erweist sich als entscheidender Faktor für Studium und Karriere.
Léa (28) aus Paris lebt in einem nur 10 Quadratmeter großen Studio. Die Miete liegt bei rund 430 Euro im Monat inklusive Warmwasser. Vieles in der kleinen Wohnung ist beengt organisiert, die Toilette befindet sich sogar auf dem Flur, wie die französische Zeitung „Le Monde” berichtet.
Die Aufteilung der Wohnung folgt einer klaren Struktur: Der Schlafbereich liegt auf einer kleinen erhöhten Schlafebene, die den Raum darunter für Wohnen und Stauraum freimacht. Direkt darunter befindet sich der Wohnbereich mit Mini-Sofa. Besonders kreativ ist die Nutzung der Regale, die zugleich mehrere Zwecke erfüllen. „Das unterste Regal hier ist mein Badezimmer”, sagt Léa lachend gegenüber „Le Monde” und zeigt auf einen Korb mit Cremes.
Seit sechs Jahren lebt die 28-Jährige in dieser Wohnung und verbindet damit ihre Studienzeit in Paris. Die geringe Miete half ihr, das Jura-Studium an der Sorbonne Université zu finanzieren und die Kosten zu stemmen.
Trotz der Enge empfindet Léa ihre Wohnsituation nicht nur als Einschränkung. Die stabile Miete gab ihr Planungssicherheit während Studium und Referendariat. Inzwischen arbeitet sie als Anwältin und plant den Umzug in eine größere Wohnung in Paris. Die 28-Jährige möchte dort mit ihrer Partnerin zusammenziehen, die ebenfalls sehr beengt lebt.
Die Umstellung auf mehr Platz fällt ihr schwer, da sie sich über Jahre an ein stark reduziertes Wohnkonzept gewöhnt hat und nur das Nötigste nutzt. Besonders erleichtert wäre sie dennoch über das Ende der Besuche im Waschsalon, denn eine eigene Waschmaschine vermisst sie am meisten.
In Berlin sind kleine Wohnungen ebenfalls zu einem zentralen Thema geworden, da die Mieten seit Jahren stark steigen. Besonders in beliebten Bezirken erreichen die Preise inzwischen neue Höchststände, wodurch große Wohnungen für viele kaum noch bezahlbar sind. Viele Menschen entscheiden sich deshalb bewusst für deutlich kleinere Wohnflächen, erklärt das Ratgeberportal „In-Berlin-Brandenburg”.
Der Alltag auf wenig Raum erfordert jedoch eine klare Organisation und konsequentes Ausmisten. Es empfiehlt sich, den eigenen Besitz in Kategorien wie „behalten”, „abgeben” und „einlagern” zu sortieren, um mehr Platz zu schaffen. Wichtig bleibt dabei ein realistischer Blick auf den tatsächlichen Bedarf, damit kleine Wohnungen nicht schnell überladen wirken.