Eine 104-jährige Mutter und ihre 78-jährige Tochter leben erstmals seit Jahrzehnten wieder unter einem Dach, beziehungsweise im selben Pflegeheim. Für beide bedeutet die neue Nähe vor allem Sicherheit, Entlastung und gemeinsame Zeit.
Eine 104-jährige Mutter und ihre 78-jährige Tochter leben erstmals seit Jahrzehnten wieder unter einem Dach, beziehungsweise im selben Pflegeheim. Für beide bedeutet die neue Nähe vor allem Sicherheit, Entlastung und gemeinsame Zeit.
Nach vielen Jahren wohnen Dirkjen Nieuwland (104) und ihre Tochter Petra Kerkdijk-Nieuwland (78) wieder ganz in der Nähe voneinander, berichtet die niederländische Tageszeitung „AD”. Seit Januar lebt Petra gemeinsam mit ihrem Ehemann Henk im Pflegezentrum Rosengaerde im niederländischen Dalfsen, östlich von Zwolle, wo ihre Mutter bereits seit 2002 zu Hause ist.
Für beide ist die neue Situation etwas Besonderes. „Ich werde mit Mama Kaffee trinken“, erzählt Petra über ihre ersten Tage im Heim. Viele Mitbewohner hätten zunächst überrascht reagiert, weil sie nicht glaubten, dass ihre Mutter mit 104 Jahren noch dort lebt.
Der Umzug hatte vor allem praktische Gründe. Petra und ihr Mann lebten zuvor in Apeldoorn, fanden dort jedoch keine Einrichtung, in der sie gemeinsam wohnen konnten. In Dalfsen ist das nun möglich. Gleichzeitig ist Petra ihrer Mutter wieder ganz nah. Bislang besuchte sie Dirkjen etwa alle zehn Tage und unterstützte sie unter anderem beim Einkaufen oder nach kleineren Stürzen.
„Daran muss man sich erst gewöhnen”, sagt Petra über die neue Situation gegenüber „AD”, in der sie vieles an das Pflegepersonal abgeben kann. Besonders beruhigend sei, dass sowohl ihr Mann als auch ihre Mutter über einen Notrufknopf verfügen.
Trotz ihres hohen Alters ist Dirkjen noch erstaunlich selbstständig. Sie steht früh auf freut sich über die regelmäßigen Besuche ihrer Familie. In wenigen Wochen steht bereits der nächste große Höhepunkt bevor: Dann feiert sie ihren 105. Geburtstag. „Dann kommen alle”, sagt sie gegenüber „AD”. Die Familie hat dafür bereits einen Teil des Restaurants im Pflegeheim reserviert, damit Kinder, Enkel und Urenkel gemeinsam mit ihr feiern können. Für Mutter und Tochter bedeutet das gemeinsame Leben im selben Haus vor allem eines: mehr gemeinsame Zeit und ein gutes Gefühl im Alltag.
Auch in Deutschland ist die stationäre Pflege ein wichtiger Bestandteil der Versorgung älterer Menschen. Laut Pflegemarkt.com gibt es aktuell rund 11.646 vollstationäre Alten- und Pflegeheime, die zusammen etwa 914.000 Pflegeplätze anbieten. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Einrichtungen um 36 Heime zurückgegangen.
Durchschnittlich verfügt ein Pflegeheim über rund 78 Plätze. Während die Zahl der stationären Pflegeheime seit einigen Jahren weitgehend stagniert beziehungsweise leicht rückläufig ist, verzeichnen andere Pflegeformen wie betreutes Wohnen, Tagespflege und ambulante Pflegedienste stärkere Zuwächse.
Nach Angaben von Pflegemarkt.com wird der Markt der stationären Pflege überwiegend von gemeinnützigen Trägern geprägt, auf die rund 55 Prozent aller Pflegeheime entfallen. Etwa 41 Prozent der Einrichtungen befinden sich in privater Trägerschaft, rund vier Prozent werden von kommunalen Betreibern geführt. Je nach Bundesland unterscheidet sich die Verteilung der Träger jedoch deutlich.