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Anti-AfD-Aktivisten verstricken sich in neuen Widersprüchen

Дата публикации: 07-07-2026 15:39:00

Angriffe auf Reporter im Zuge der Proteste gegen den AfD-Parteitag in Erfurt haben bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Aktivisten spielen die Vorfälle weiterhin runter, obwohl die Indizien ziemlich klar sind.

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Angriffe auf Reporter im Zuge der Proteste gegen den AfD-Parteitag in Erfurt haben bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Aktivisten spielen die Vorfälle weiterhin runter, obwohl die Indizien ziemlich klar sind.

Nach den Angriffen auf Reporter bei den Protesten gegen den AfD-Parteitag in Erfurt am vergangenen Wochenende geht das Aktionsbündnis „Widersetzen“ in die Offensive. In einer Stellungnahme vom Dienstagabend ist von „gezielter Eskalation durch rechte Provokateure“ die Rede. Die Journalisten hätten bewusst die Eskalation gesucht.

FOCUS online hat verschiedenes Videomaterial dazu gesichtet und versucht, die Ereignisse zu rekonstruieren: Die Vorwürfe der Aktivisten lassen sich kaum halten. Vielmehr deuten sich weitere Widersprüche an. Es geht um Journalisten der im rechts- und rechtsnationalen Spektrum angesiedelten „Junge Freiheit“ und „Apollo News“.

„Widersetzen“ verweist auf eine Konfrontation mit einem der Reporter. „Sprecher Suraj Mailitafi wurde dabei so aggressiv von der Jungen Freiheit angegangen, dass ein Sicherheitsdienst dazwischen gehen musste“, heißt es. JF-Reporter Vadim Deksen hat selbst ein Video veröffentlicht, das diesen Vorfall zeigen dürfte. Allerdings spielt der sich ab, nachdem er bereits von Aktivisten angegriffen worden war. Als er auf Mailitafi zugeht, wirkt er durchaus aufgebracht.

Der erste Satz ist, wie er im Beitrag steht. Richtig müsste es heißen:

Im Video sind ebenfalls „Hau ab“-Rufe zu hören, die laut Deksen gegen ihn gerichtet waren.

An den Sprecher gerichtet sagt der JF-Mann angesichts der bereits erfolgten Angriffe auf ihn: „Wie könnt ihr das verantworten?!“

Im Video: Aktivisten greifen Journalist an – und widersprechen sich

Aktivisten schweigen zu Übergriffen

Schon allein die zeitliche Abfolge, die „Widersetzen“ beschreibt, passt also offensichtlich nicht. Auch für weitere Vorwürfe bleibt das Aktionsbündnis Belege schuldig. Eine Anfrage von FOCUS online, die Vorwürfe genauer zu erklären und zu belegen, blieb unbeantwortet.

In ihrem Statement behaupten sie in Bezug auf die Journalisten: „Sie halten sich nicht an journalistische Standards, bedrängen Aktionsteilnehmer*innen und überschreiten persönliche Grenzen“, behauptet „Widersetzen“ und unterstellt ihnen, Vorfälle provozieren zu wollen, um sie „propagandistisch ausschlachten“ zu können. Weiter ist von „falschen Kollegen“ und „Hetz-Kampagnen“ die Rede.

Was in jeder Kommunikation der Aktivisten fehlt: die Ablehnung von Gewalt. Die Vorfälle stehen in krassem Widerspruch zu dem ständig von ihnen unterstrichenen Aktionskonsens, dass von den Demonstranten keine Eskalation ausgehen werde.

„Wir haben nicht provoziert“, sagt Deksen in einem Studiogespräch der „Jungen Freiheit“ zur eigenen Berichterstattung. Videos zeigen, wie er mit Sicherheitsabstand eine Sitzblockade filmt. Ein linker Streamer habe den Demonstranten dann von der Anwesenheit des Mediums erzählt, das laut Bundeszentrale für politische Bildung als „Sprachrohr einer radikal-nationalistischen Opposition“ gilt und in linken Kreisen entsprechend verhasst ist.

Keine Provokation erkennbar

Zunächst sehen sich Deksen und eine Reporter-Kollegin minutenlang Sprechchören gegen sich aus der Sitzblockade heraus ausgesetzt. Als die Gruppe später die Straße entlangzieht, eskaliert die Lage: Unvermittelt greifen drei vermummte Männer Deksen an, wie auf den Aufnahmen teilweise zu erkennen ist. Der erste Schlag sei gegen die Hand gegangen, um das Smartphone zu klauen. Der zweite gegen den Kiefer. Dann verschwinden die Angreifer. Inzwischen soll ein Tatverdächtiger ermittelt worden sein.

Anders gestaltet sich die Lage beim Angriff auf drei Reporter von „Apollo News“. Laut Chefredakteur Max Mannhart seien die Reporter aber nicht als Redaktionsmitglieder identifizierbar gewesen. „Das hätte aus meiner Sicht jeden Journalisten treffen können“, sagt er zu FOCUS online.

Eine Behauptung, die sich natürlich nicht nachprüfen lässt.

Videos, die FOCUS online vorliegen, stützen aber die Darstellung. Die Reporter filmen zunächst mit Abstand eine Sitzblockade am Gothaer Platz. Sie seien wegen Luisa Neubauer vor Ort gewesen, sagt Mannhart. Die Stimmung ist zunächst ruhig. Aktivisten informieren sich gegenseitig, dass eine Kamera mitläuft. Auch das ist ein üblicher Vorgang, damit sich die Teilnehmer vermummen oder wegdrehen können, wenn sie nicht gefilmt werden wollen.

Dann heizt sich die Stimmung plötzlich auf. „Haut ab!“, „Weg mit euch!“ und „Nazis raus!“ ist zu hören. Als die Reporter die Szene verlassen, werden sie dann von Aktivisten verfolgt und bedrängt. Ein Aktivist versucht noch, seine Mitstreiter zu besänftigen und zurückzuhalten – doch vergeblich.

Mannhart spricht von einer „Mob-Dynamik“, in der sich immer mehr Aktivisten der Jagd auf die Reporter anschließen und immer gewaltbereiter geworden seien. Frei nach dem Motto: „Die werden schon böse sein.“ Selbst als einer der Reporter am Boden liegt, wird ihm noch gegen den Kopf getreten. Erst als Polizisten eingreifen, lassen die Angreifer ab.

„Bild“-Reporter spricht von Straßenkampf

Bild-Chefreporter Frank Schneider hat den Vorfall als Augenzeuge beobachtet. In einem Studiogespräch beschreibt er die Szenen als „Straßenkampf“ von neuer Qualität. „Es war kein Ausrutscher, es war kein Versehen“, so seine Einschätzung. Auch die linke taz hat sich in einem Kommentar am Dienstag gegen die Aktivisten gestellt. „Es sollte nicht schwerfallen, diese Angriffe zu verurteilen. Wer eine öffentliche Veranstaltung dokumentiert und darüber berichtet, sollte dafür nicht attackiert werden, egal welche politischen Positionen er oder sie vertritt“, schreibt Leon Holly.

„Widersetzen“ sieht das offensichtlich anders.

„Antidemokraten in Reinform”: Leser kritisieren „Widersetzen“

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