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Im Bundestag sind sich alle einig – Täter-Vater packt aus

Дата публикации: 08-07-2026 21:13:00

Für einen Moment gibt es im Bundestag bei allen Disputen eine erstaunliche Einigkeit. Vertreter aller Fraktionen betonen den Wert der Pressefreiheit, verurteilen den Angriff auf Reporter beim Anti-AfD-Protest in Erfurt. Parallel dazu spricht der Vater eines mutmaßlichen Täters über den Vorfall.

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Für einen Moment gibt es im Bundestag bei allen Disputen eine erstaunliche Einigkeit. Vertreter aller Fraktionen betonen den Wert der Pressefreiheit, verurteilen den Angriff auf Reporter beim Anti-AfD-Protest in Erfurt. Parallel dazu spricht der Vater eines mutmaßlichen Täters über den Vorfall.

Die Angriffe auf Reporter von „Apollo News“ und „Junge Freiheit“ am vergangenen Wochenende, mutmaßlich von Anti-AfD-Aktivisten begangen, beschäftige am Mittwoch den Bundestag. Die AfD-Fraktion setzte den Vorfall bei einer Aktuellen Stunde auf die Tagesordnung. Die spannende Frage vorab: Werden alle Fraktionen die Vorfälle verurteilen? Oder kommt ein „Ja, aber“, wie es auf der Pressekonferenz des Aktivisten-Bündnisses „Widersetzen“ passierte?

Die Antwort: Der Bundestag ist sich einig. Alle Redner betonen den Wert der Pressefreiheit – unabhängig davon, für welche politische Ausrichtung ein Medium stehen mag.

Vater von mutmaßlichem Täter: „Riesendummheit“

Und parallel dazu sorgt ein Bericht der „Zeit“ für Aufsehen. Selbst unter den mutmaßlichen Tätern stellt sich Reue ein: Die „Zeit“ hat mit dem Vater eines Verdächtigen gesprochen. Der spricht von einer „Riesendummheit“, der junge Mann habe sich von der Gruppendynamik anstecken lassen. „In der Situation war es ein Gefühl von: Da steht der Gegner, den müssen wir jetzt bekämpfen. Gewalt ist aber niemals die Lösung, das weiß er auch. Genauso, wie er weiß, was er da für einen Mist gebaut hat“, so der Vater.

Das sehen auch die Politiker im Bundestag so: „Wer Journalisten bedroht und unabhängige Berichterstattung sabotiert, verteidigt sie nicht, sondern greift sie an“, sagt Ferat Koçak (Die Linke) im Bundestag. Er war nach eigenen Angaben selbst beim Protest gegen den AfD-Parteitag, dort sei er von rechten Journalisten bedrängt worden.

Der Linken-Parlamentarier verurteilt zwar einen koordinierten rechten Angriff auf die Sprecher des Aktionsbündnisses, beklagt eine Hetzkampagne. Doch anders als das Bündnis „Widersetzen“ lässt er seine Verteidigung der Pressefreiheit als Grundsatz stehen. Ein „Widersetzen“-Sprecher hatte bei einer Pressekonferenz die Angriffe auf die Reporter mit dem Verweis auf „Faschisten mit Presseausweis“ relativiert und damit große Empörung ausgelöst.

Koçaks Auftritt zeigt: Der „Widersetzen“-Eklat findet offensichtlich keinen Zuspruch in der Politik, selbst in sehr linken Kreisen nicht.

Pressefreiheit auch für Andersdenkende

Für die SPD stellt Helge Lindh ebenfalls klar: „Die Pressefreiheit gilt für alle Medien.“ Genauso gelte das Recht auf körperliche Unversehrtheit für alle Menschen – auch wenn sie politisch unliebsame Meinungen verträten oder Rechtsaußen stünden. Parteifreundin Rasha Nasr pflichtet ihm bei, spricht bei den Übergriffen von einem Angriff auf die Demokratie. „Gewalt gegen Medienschaffende ist durch nichts zu rechtfertigen“, sagt sie.

Franziska Brantner (Grüne) hebt hervor, dass die Pressefreiheit gerade auch für diejenigen gelte, deren Haltung sie – wie im Fall der beiden betroffenen Plattformen – nicht teile. Erst dann wirke dieses Recht am stärksten. Den angegriffenen Reportern wünscht sie eine schnelle Genesung.

AfD präsentiert sich als Hüterin der Pressefreiheit

Erstaunlich einig sind sich auch Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und Michael Hose (CDU). Beide sprechen von einem „Fest der Demokratie“ in Erfurt und verweisen auf den überwiegend friedlichen Gesamtverlauf. Innerhalb der Union fallen die Bewertungen da allerdings gemischt aus. Anders sieht das zum Beispiel Christian Moser (CSU). Demokratie lebe von Streit, Widerspruch und Demonstrationen, sagt er. Doch er schränkt ein: „In Erfurt sind sich auf der einen wie auf der anderen Seite Radikale gegenübergestanden.“

Die AfD versucht sich als Hüterin der Pressefreiheit zu präsentieren. Götz Frömming verurteilt deutlich die „Hetzjagd“ durch „Linksextremisten“. Er moniert die angeblich fehlende Solidarität mit den Betroffenen seitens der Regierung. Das lassen ihm die anderen Parteien allerdings nicht durchgehen. Schließlich sei es seine Partei, die immer wieder mit „Lügenpresse“-Vorwürfen auffällt, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausdünnen will und Andersdenkenden mit Strafverfolgung droht.

„Wer Parteitag mit Gewalt angreift, greift Demokratie an”

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