Vor der italienischen Hafenstadt Triest sorgt derzeit eine ungewöhnlich große Gruppe von Rochen für Probleme. Die Tiere halten sich vermehrt in der Nähe von Muschelzuchten auf und könnten dort die Ernte der Züchter gefährden.
Vor der italienischen Hafenstadt Triest sorgt derzeit eine ungewöhnlich große Gruppe von Rochen für Probleme. Die Tiere halten sich vermehrt in der Nähe von Muschelzuchten auf und könnten dort die Ernte der Züchter gefährden.
Vor der Küste von Triest beschäftigt eine große Ansammlung von Rochen derzeit Muschelzüchter. Die Tiere halten sich häufig in den geschützten Gewässern rund um die Miesmuschel-Zuchten auf. Nach Einschätzung des österreichischen Newsportals „Heute“ nutzen die Rochen das Gebiet für verschiedene Zwecke: „Sehr wahrscheinlich benutzen die Rochen die geschützten Wässer bei den Miesmuschel-Zuchten zur Vermehrung. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass sie sich auch von den Muscheln ernähren“, erklärt Saul Ciriaco vom WWF-Naturschutzgebiet bei Triest.
Um mögliche Schäden an den Muschelbeständen zu verhindern, testen die Verantwortlichen laut „Heute“ erstmals den Einsatz von Magnetfeldern. Diese sollen die Rochen von den Zuchtanlagen fernhalten, ohne ihnen zu schaden. Ob die Methode tatsächlich funktioniert, soll sich in den kommenden Wochen zeigen.
Die ungewöhnliche Entwicklung steht auch im Zusammenhang mit den Veränderungen im Mittelmeer. Laut „Heute“ wirken sich steigende Wassertemperaturen und Umweltbelastungen zunehmend auf die Tierwelt der Adria aus. Einige Fischarten ziehen sich in kühlere Gebiete zurück, während sich die Nahrungsketten verändern. Nach Angaben von „Heute“ sind Fischarten, die früher regelmäßig auf den Märkten angeboten wurden, inzwischen deutlich seltener geworden.
Während die ungewöhnlich große Rochen-Gruppe vor Triest derzeit für Probleme in der Muschelzucht sorgt, kämpfen viele Rochenarten in Deutschland ums Überleben. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Meeresschutz haben Haie und Rochen in Nord- und Ostsee einen schweren Stand.
Ursachen sind unter anderem fehlende wirksame Schutzgebiete, Grundschleppnetzfischerei, Meeresverschmutzung sowie die Zerstörung von Lebensräumen. Da sich Rochen nur langsam vermehren, können sich ihre Bestände nur schwer erholen. Die aktuelle Rote Liste der Meeresfische zeigt die Folgen deutlich: Der Gewöhnliche Stechrochen gilt in deutschen Gewässern inzwischen als ausgestorben. Gleichzeitig sehen Naturschützer aber auch Anlass zur Hoffnung.
So wurden zuletzt wieder einzelne Arten nachgewiesen, die lange als verschwunden galten, darunter sogar eine Kinderstube des Hundshais in der Nordsee. Nach Einschätzung der Deutschen Stiftung Meeresschutz werden jedoch langfristig vor allem besser geschützte Meeresgebiete und die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume entscheidend dafür sein, ob sich Rochenbestände künftig wieder erholen können.
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