Ein lauter Knall, ein Passagier wird fast aus einem Fenster einer Boeing 737 gerissen. Nur weil seine Frau und andere Reisende ihn festhielten, endete der Zwischenfall auf dem Ryanair-Flug nach Memmingen nicht schlimmer.
Ein lauter Knall, ein Passagier wird fast aus einem Fenster einer Boeing 737 gerissen. Nur weil seine Frau und andere Reisende ihn festhielten, endete der Zwischenfall auf dem Ryanair-Flug nach Memmingen nicht schlimmer.
Ein Fensterausbruch in der Kabine, ein Passagier, der halb aus der Öffnung gesogen wird, während seine Frau ihn an den Beinen festhält. Nach dem Beinahe-Drama auf einem Ryanair-Flug nach Memmingen bestätigt die Verkehrssicherheitsbehörde der USA jetzt Triebwerksprobleme als Ursache.
Es dürfte sich also um einen sogenannten Uncontained Engine Failure handeln, bei dem Teile aus dem Triebwerk herausgeschleudert wurden. Ein solches könnte das Fenster getroffen haben - ähnlich wie beim Fall von Southwest Airlines im Jahr 2018. Bilder der 9H-QEU des Portals Aviation Herald zeigen auch ein Loch in der Verkleidung des linken Triebwerks der Boeing 737 von Malta Air sowie arg lädierte Fanschaufeln.
Die Boeing 737-800 mit dem Kennzeichen 9H-QEU von Ryanair-Tochter Malta Air befand sich gerade im Steigflug, als es laut dem griechischen Radiosender Rthess einen lauten Knall gab. Der Grund: Ein Fenster war aus dem Rumpf gebrochen. Nach Angaben des Portals „Aviation Herald“ war der Jet zu diesem Zeitpunkt auf einer Höhe von rund 4500 Metern unterwegs.
Durch den plötzlichen Druckabfall wurden Kopf und Oberkörper des auf dem Fensterplatz sitzenden Passagiers teilweise aus der Öffnung gesogen. Nach Angaben griechischer Medien klammerte sich seine Ehefrau rund fünf Minuten lang an seinen Beinen fest und verhinderte so, dass er vollständig aus der Boeing 737 gerissen wurde.
Erst mithilfe mehrerer umsitzender Passagiere gelang es ihr, ihren Mann zurück in die Kabine zu ziehen. Zeitgleich fielen automatisch die Sauerstoffmasken aus der Decke.
Die Besatzung von Malta Air sank sofort unter 3000 Meter und entschied sich zur Rückkehr nach Thessaloniki. Die Boeing 737 ließ Treibstoff ab, um das zulässige Landegewicht zu erreichen, und setzte rund 60 Minuten nach dem Start sicher wieder auf.
Der verletzte Passagier ist ein 61-jähriger serbischer Staatsbürger. Er erlitt Reibungsverbrennungen und eine Nackenverletzung und wurde ins Universitätsklinikum gebracht. Er soll nicht in Lebensgefahr schweben. Eine schwangere Mitreisende wurde vorsorglich in ein weiteres Krankenhaus gebracht, konnte es aber bereits wieder verlassen..
Der Zwischenfall erinnert an ein ähnliches Vorkommnis im Jahr 2018. Damals explodierte das linke Triebwerk einer Boeing 737-700 von Southwest Airlines. Trümmerteile trafen den Rumpf und ein Kabinenfenster, das dadurch abfiel. Die dadurch verursachte Dekompression führte dazu, dass eine Passagierin teilweise aus dem Fenster gesogen wurde und schwerste Verletzungen erlitt. Crew und Mitreisende konnten sie wieder in das Flugzeug zerren. Die Frau verstarb dennoch später ihren Verletzungen.
Von benjamin.recklies@aerotelegraph.com (Benjamin Recklies)