Nach fünf Tagen Stillstand endet der GDL-Warnstreik bei der Saarbahn bald. Doch: Die Ersatzbusse bleiben vorerst im Einsatz.
Update | Saarbrücken · Nach fünf Tagen Stillstand endet der GDL-Warnstreik bei der Saarbahn bald. Doch: Die Ersatzbusse bleiben vorerst im Einsatz.
Erneuter Stillstand droht – die GDL ruft Saarbahn-Beschäftigte zum Streik auf.
Foto: Antonia TrinkausUpdate von Montag, 13. Juli, 16.22 Uhr: Nach dem Protestmarsch der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) durch Saarbrücken gibt es nun zumindest ein Aufatmen im saarländischen ÖPNV: Das Ende des Streiks bei der Saarbahn ist nun, nach fünf Tagen Stillstand, in Sicht – wenn auch nirgends von einer Einigung gesprochen wird.
Die Geschichte des Hauptbahnhofes in Saarbrücken
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Wie die Saarbahn mitteilt, beendet die GDL den siebten Warnstreik am Dienstag, 14. Juli um 3.20 Uhr nachts. Das heißt: Die Züge der Saarbahn fahren wohl wieder um 4 Uhr im Regelbetrieb. Die Ersatzbusse werden aber vorerst weiter im Einsatz bleiben, so die Saarbahn GmbH.
Update von Mittwoch, 8. Juli, 17.34 Uhr: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat sowohl ihre Mitglieder als auch nicht organisierte Arbeitnehmer bei der Saarbahn erneut zum Streik aufgerufen. Das teilt die Gewerkschaft im Rahmen einer Pressemitteilung mit. Der Streik soll ab Donnerstag, 9. Juli, ab 17 Uhr in Kraft treten.
Die Gewerkschaft bedauere die Auswirkungen des Streiks auf die Saarbahn-Fahrgäste. „Angesichts der fortgesetzten Verweigerungshaltung des Arbeitgebers sind ihr jedoch die Hände gebunden. Die Saarbahn hat bis heute kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt“, schreibt die GDL. Die Gewerkschaft wirft der Saarbahn GmbH unter anderem vor, tarifpolitische Konstruktionen und andere Gewerkschaften zu benutzen, um „Tarifflucht durch die Hintertür“ zu betreiben und die Organisationsfreiheit der Beschäftigten anzugreifen. Die GDL fordere weiterhin „einen leistungsgerechten Tarifabschluss auf dem Niveau vergleichbarer kommunaler Arbeitgeber“, heißt es in der Ankündigung des Streiks.
Update von Donnerstag, 2. Juli, 16.15 Uhr: Um die Auswirkungen des GDL-Streiks auf das Saarbrücker Altstadtfest abzufedern, setzt die Saarbahn GmbH auf Schienenersatzverkehr für die Veranstaltungstage. Laut einer Mitteilung des Unternehmens werden dafür an allen Tagen des Altstadtfests von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. Juli, Busse eingesetzt.
Die Schienenersatzbusse halten an den regulären Stopps der Strecke Lebach-Saarbrücken-Saargemünd, in beide Fahrtrichtungen. Die Busse zeigen auf ihren Anzeigetafeln den Wortlaut „Schienenersatzverkehr“. Für detaillierte Abfahrtszeiten verweist die Saarbahn GmbH auf die Webseite www.saarbahn.de sowie auf die „Saarfahrplan“-App.
Erstmeldung von Donnerstag, 2. Juli, 8.17 Uhr: Die Saarbahn steht vor einem erneuten Streik, wie aus einer Pressemitteilung der Lokführer-Gewerkschaft GDL hervorgeht. Die GDL begründet den Streikaufruf mit einer Verschärfung des Tarifkonflikts auf gleich mehreren Ebenen. Zum einen wirft die Gewerkschaft der Saarbahn GmbH vor, weiterhin „Falschdarstellungen“ über die Tarifforderungen zu verbreiten und ernsthafte Verhandlungen zu verweigern.
Zum anderen hat die Saarbahn GmbH gemeinsam mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband KAV Saar in einem Schreiben die Anwendung des sogenannten Tarifeinheitsgesetzes gegen die GDL ins Spiel gebracht – ein Schritt, den die Gewerkschaft als direkten Angriff auf das Grundgesetz wertet. Gestreikt werden soll von Donnerstag, 2. Juli 2026, 13.00 Uhr, bis Montag, 6. Juli 2026, 3.20 Uhr.
„Mit diesem Schritt verlässt die Saarbahn endgültig den Boden einer normalen Tarifauseinandersetzung“, sagt Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL. Er wirft dem Unternehmen vor, das Tarifeinheitsgesetz „als Waffe“ einzusetzen, um das gewerkschaftliche Organisationsrecht der Lokführer zu untergraben.
Das Tarifeinheitsgesetz regelt, dass in einem Betrieb grundsätzlich nur der Tarifvertrag der mitgliederstärksten Gewerkschaft gilt. Für kleinere Berufsgewerkschaften wie die GDL – die ausschließlich Lokführer und Zugpersonal vertritt – kann das bedeuten, dass ihr Tarifvertrag von dem einer größeren Gewerkschaft verdrängt wird.
Die GDL sieht darin einen Eingriff in die durch Artikel 9 Absatz 3 Grundgesetz geschützte Koalitionsfreiheit. Dass ein Unternehmen der öffentlichen Hand zu diesem Mittel greift, sei – mit Blick auf das Saarländische Tariftreue- und Fairer-Lohn-Gesetz (STFLG) – besonders befremdlich, so die Gewerkschaft.
Der Tarifstreit zwischen GDL und Saarbahn schwelt seit Monaten. Erst vergangene Woche hatte die GDL zum Streik aufgerufen: Von Freitag, 26. Juni, 17 Uhr, bis Montag, 29. Juni, 17 Uhr, standen die Bahnen still. Auslöser war damals, dass der KAV Saar die für Berlin geplanten Tarifverhandlungen kurzfristig einseitig abgesagt hatte.
Beide Seiten werfen sich gegenseitig Blockadehaltung vor. Während die GDL betont, der bestehende Tarifvertrag aus dem Jahr 2009 müsse fortgeschrieben und das Einkommensniveau angesichts der gestiegenen Inflation verbessert werden, bestreitet die Arbeitgeberseite diese Darstellung. Eine Annäherung ist bislang nicht in Sicht.
Die neue Streikwelle trifft Pendler und Fahrgäste in Saarbrücken ausgerechnet zu Beginn der Sommerferien und unmittelbar vor dem Altstadtfest in Saarbrücken hart. Fahrgäste sollten sich direkt auf der Website der Saarbahn über aktuelle Informationen oder Notfallpläne informieren und rechtzeitig Alternativen planen.