Bürger in Schweindorf wehren sich gegen zwei geplante Windräder im nahen Ederheim – vor allem wegen des geringen Abstands zur Wohnbebauung.
Stand: 16.06.2026, 13:00 Uhr

Bürger in Schweindorf wehren sich gegen zwei geplante Windräder im nahen Ederheim – vor allem wegen des geringen Abstands zur Wohnbebauung.
Neresheim-Schweindorf. In Schweindorf regt sich Widerstand gegen den Bau von zwei Windrädern, die die EnBW/ODR im nahe gelegenen bayerischen Ederheim errichten will. Viele Bürger empfinden den geplanten Abstand von 1150 Metern zur Wohnbebauung als zu gering. Das wurde bei einem Informationsabend in der Carl-Bonhoeffer-Halle deutlich.
„Dieses Projekt sorgt seit Ende letzten Jahres für Unruhe im Dorf“, sagte der Schweindorfer Ortsvorsteher Manfred Kornmann vor rund 80 Besucherinnen und Besuchern. Er erinnerte daran, dass 2024 der Schutz des Greifvogels "Rotmilan" Schweindorf vor dem Bau von mehreren Windkraftanlagen gerettet habe. Jetzt gehe es darum, Schweindorf als Naherholungsgebiet und als „Perle“ des Härtsfelds zu erhalten. Kornmann empfahl, die Windräder nördlicher in Richtung B 466 zu bauen.
Auch der Neresheimer Bürgermeister Thomas Häfele sprach sich gegen den geplanten Standort der Windkraftanlagen aus. Es sei schon erstaunlich, dass ausgerechnet an der Landesgrenze der Wind offensichtlich am stärksten wehe.
Der technische Vorstand der EnBW/ODR, Sebastian Maier, hob hervor, dass man, um die Klimaziele zu erreichen, unbedingt neue Windparks benötige die Transformation, sei voll im Gange und betreffe vor allem den ländlichen Raum. Zum konkreten Projekt sagte er, dass geplant sei, später eine Genossenschaft zu gründen, sodass sich auch die Bürger an den beiden Windkraftanlagen beteiligen könnten.
Projektleiter Martin Kling betonte, dass der Regionalverband Augsburg/Ries die entsprechenden Vorrangflächen vorgesehen habe. Der Regionalplan sei aber noch nicht endgültig verabschiedet. Unabhängig davon laufe derzeit das Flächennutzungsplanverfahren. Wie Kling weiter ausführte, seien im Wald zwei Windräder mit einer Nabenhöhe von 174,5 Metern und einer Gesamthöhe von 262 Metern geplant. Der Abstand zur Wohnbebauung von Schweindorf beliefe sich auf 1150 beziehungsweise 1200 Meter. Die Leistung betrage sieben Megawatt pro Windrad und es würden insgesamt pro Jahr Strom für 8000 bis 10.000 Haushalte produziert. Das Investitionsvolumen bezifferte der Projektleiter auf 22 bis 26 Millionen Euro. Zum Zeitplan sagte Kling, dass bei einem optimalen weiteren Verlauf die Anlagen 2030 in Betrieb gehen könnten.
In der angeregten Diskussion wurden Themen wie Zerstörung der Landschaft, Lärmbelästigung und Schattenwurf angesprochen. Beim Lärm sei man deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten und auch der Schattenwurf sei mit einer halben Stunde pro Tag von März bis Mai und von August bis Dezember kein Thema für Schweindorf, sagte der EnBW/ODR-Vorstand Sebastian Maier. Er bekräftigte mehrmals, dass ohne neue Windkraftanlagen die Energiewende nicht zu schaffen sei.
Warum gibt es in Schweindorf Widerstand gegen den Bau der Windräder in Ederheim?Viele Bürger kritisieren den geplanten Abstand von nur 1150 Metern zur Wohnbebauung und befürchten negative Auswirkungen auf das Naherholungsgebiet sowie die Lebensqualität im Ort.
Welche technischen Daten haben die geplanten Windkraftanlagen?Geplant sind zwei Windräder mit einer Nabenhöhe von 174,5 Metern, einer Gesamthöhe von 262 Metern und einer Leistung von jeweils sieben Megawatt.
Wie ist der aktuelle Stand des Genehmigungsverfahrens für das Windkraftprojekt?Die Vorrangflächen sind im Regionalplan Augsburg/Ries vorgesehen, der Plan ist jedoch noch nicht endgültig verabschiedet; parallel läuft das Flächennutzungsplanverfahren.
Wann könnten die Windkraftanlagen in Betrieb gehen und wie viele Haushalte würden sie versorgen?Bei optimalem Verlauf ist eine Inbetriebnahme im Jahr 2030 möglich; die Anlagen könnten jährlich Strom für 8000 bis 10.000 Haushalte liefern.
Welche Maßnahmen sind bezüglich Lärm und Schattenwurf vorgesehen?Die Lärmbelastung bleibt laut Betreiber deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten, der Schattenwurf beschränkt sich auf etwa eine halbe Stunde pro Tag in bestimmten Monaten.
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