Eigentlich verbietet ein Abkommen, Nuklearwaffen im Orbit zu stationieren. Doch Russland steht im Verdacht, genau das tun zu wollen und somit tausende Satelliten zu gefährden. Ein US-Forscher stellt nun erstmals eine Technik vor, die Nuklearwaffen im All aufspüren könnte.
Eigentlich verbietet ein Abkommen seit fast 60 Jahren Nuklearwaffen im Orbit zu stationieren. Doch Russland steht im Verdacht, genau das tun zu wollen und somit tausende Satelliten zu gefährden. Ein US-Forscher stellt nun erstmals eine Technik vor, die Nuklearwaffen im All aufspüren könnte.

Minutenlang leuchtete in der Nacht des 8. Juli 1962 die Atmosphäre über Hawaii, hunderte Straßenlampen fielen aus, Telefonverbindungen rissen ab. Die Hawaiianer wurden Zeugen der Folgen einer nuklearen Explosion im All. Die USA hatten eine mit einem Atomsprengkopf versehene Rakete gestartet, um die Auswirkungen des starken elektromagnetischen Impulses zu testen, den eine Atomexplosion in 400 Kilometer Höhe erzeugt.
Heute wäre ein solcher Test illegal: Er würde gegen den internationalen Weltraumvertrag verstoßen, der die Stationierung von Nuklearwaffen im Orbit verbietet. Areg Danagoulian hat nun trotzdem einen Detektor entworfen, der in der Lage sein soll, mit Atomwaffen ausgestattete Satelliten zu entdecken, wie er im Fachmagazin Nature berichtet. Der Nuklearwissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge bei Boston hat gute Gründe dafür.
Die Atomexplosion vor 64 Jahren im Orbit über Hawaii richtete immensen Schaden an: Rund ein Drittel der damals in der erdnahen Umlaufbahn (auch LEO, von „Low Earth Orbit“) kreisenden Satelliten wurden beschädigt oder zerstört. Nicht sofort durch die Explosion, sondern über Monate hinweg durch die riesigen Mengen an Elektronen, die die Detonation freisetzte und die vom Erdmagnetfeld eingefangen wurden. Sie beschädigten die Elektronik und die Solarpaneele der Satelliten, die diesen Strahlungsgürtel durchkreuzten.
Heute wäre der Schaden um ein Vielfaches größer, denn der LEO ist mit rund 13.000 Satelliten sehr viel dichter bevölkert. Dazu gehören nicht nur kommerzielle Satelliten, etwa Elon Musks Starlink-Flotte, sondern auch die internationale Raumstation ISS, militärische Kommunikationssatelliten oder ein Frühwarnsystem des US-Verteidigungsministerium, das zum Beispiel vor superschnellen Hyperschallwaffen schützen soll.
Eine nukleare Explosion in der Umlaufbahn könnte durch intensive Strahlung in der Nähe befindliche Satelliten schwer beschädigen oder außer Betrieb setzen
Sarah McKee, Peace Research Institute Frankfurt
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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