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„Es war mir eine Freude“: Die beste Saar-Fußballerin aller Zeiten hört auf

Дата публикации: 07-07-2026 13:00:00




Sie war die wohl beste Fußballerin, die das Saarland je hervorgebracht hat. Jetzt hat Ex-Nationalspielerin Dzsenifer Marozsán ihre aktive Karriere beendet.



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„Es war mir eine Freude“ Die beste Saar-Fußballerin aller Zeiten hört auf

Saarbrücken · Sie war die wohl beste Fußballerin, die das Saarland je hervorgebracht hat. Jetzt hat Ex-Nationalspielerin Dzsenifer Marozsán ihre aktive Karriere beendet.

Dzsenifer Marozsan, hier in der Jacke ihren langjährigen Clubs Olympique Lyion, hat ihre aktive Karriere beendet.

Dzsenifer Marozsan, hier in der Jacke ihren langjährigen Clubs Olympique Lyion, hat ihre aktive Karriere beendet.

Foto: IMAGO/Sportimage/IMAGO/Jonathan Moscrop

Dzsenifer Marozsán war 14, als der Autor dieser Zeilen zum ersten Mal mit ihr sprach und sie interviewte. Ich schrieb sie fälschlicherweise „Jennifer“, korrigiert hatte sie mich nicht. Ein schüchternes Mädchen aus Saarbrücken-Burbach, die mit dem Ball umgehen konnte, wie man es so noch nie von einer Jugendlichen gesehen hatte. „Das wird mal eine“, war nicht nur der damaligen Verbandstrainerin und saarländischen Frauenfußball-Legende Margret Kratz klar. Bei einer Veranstaltung an der Sportschule zeigte sie mit anderen Eliteschülern ihr Können, jonglierte den Ball mit einer unheimlichen Mühelosigkeit. Dass sie später drei Mal „Fußballerin des Jahres“ in Deutschland werden würde, war zwar kaum zu erahnen, dass ihr Talent heraussticht, war dagegen ganz früh klar.

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Das sind die Gegner des 1. FC Saarbrücken in der 3. Liga

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Foto: Swen Pförtner/dpa/Swen Pförtner

Später durfte ich die Anfänge von Dzsenifers Karriere für den mittlerweile eingestellten Saar.amateur und die Saarbrücker Zeitung begleiten. Mit dem 1. FC Saarbrücken schaffte sie, was noch nie jemand geschafft hatte.

Marozsán: „Es hat sehr früh angefangen. Der Ball war das Einzige, was mich glücklich gemacht hat“

Jetzt hat die wohl beste saarländische Fußballerin aller Zeiten ihre Karriere beendet. Nach 112 Länderspielen. Das gab die 34 Jahre alte Ex-Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag bei Instagram bekannt. Die in Budapest geborene Marozsán hatte große Anteile an zwei Titelgewinnen des Nationalteams. Auf dem Weg zum EM-Triumph 2013 in Schweden erzielte die offensive Mittelfeldspielerin das entscheidende Tor im Halbfinale gegen die Gastgeberinnen. Beim Olympiasieg 2016 in Brasilien traf Marozsán im Finale ebenfalls gegen Schweden und erzwang ein Eigentor der Gegnerinnen.

Von 2016 bis 2019 führte die Tochter ungarischer Eltern die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) als Spielführerin an. Im März 2023 trat Marozsán aus dem Nationalteam zurück. Auf dem Zenit ihres Könnens war die Saarbrückerin eine der besten Spielerinnen auf der ganzen Welt.

„Es hat sehr früh angefangen. Der Ball war das Einzige, was mich glücklich gemacht hat. Es war die Liebe zum Spiel und das Glück mit meinen Mitspielern“, schrieb Marozsán, die ein absoluter Familienmensch ist und oft ihre weiter in Saarbrücken lebenden Eltern in Lyon zu Besuch hatte: „Jetzt ist es für mich an der Zeit, mich von diesem wunderschönen Sport zu verabschieden. Es war mir eine Freude, für all die Vereine zu spielen, für die ich gespielt habe, und ich möchte mich bei jedem Einzelnen bedanken.“ In dem bewegenden Post auf ihrer Instagram-Seite teilte sie auch Fotos aus ihrer langen Karriere.

Marozsán kam als Vierjährige mit ihren Eltern nach Deutschland. Ihr Vater Janos war im Sommer 1996 vom Pécsi Mecsek FC aus Ungarn zum FCS gewechselt, zusammen mit einem Landsmann namens Zoltan Kecskes. Papa Janos hatte in Ungarn in 193 Erstligaspielen 28 Tore erzielt. Beim damaligen Regionalligisten FCS kam er in der Saison 1996/1997 nur zu 14 Spielen ohne Torerfolg, in der Folgesaison wurde er nicht mehr eingesetzt und beendete seine Karriere. Familie Marozsán blieb jedenfalls im Saarland hängen. Wenn es übrigens nach Mutter Elisabeth gegangen wäre, wäre die kleine Dzseni wohl eher zum Ballett oder Klavierspielen gekommen, heißt es.

Marozsán feierte ihr Bundesliga-Debüt mit 15 Jahren

Stattdessen wurde sie von der Straßenfußballerin zu einer unfassbar guten Technikerin mit dem Fußball. In der Nähe der Gemeinschaftsschule Rastbachtal aufgewachsen, kickte sie zuerst für die DJK Burbach, wo sie bei den Jungs spielte. Danach wechselte sie zum FCS in die Jugendabteilung. Schon 2007 wurde Marozsán, obwohl noch für die B-Juniorinnen spielberechtigt, in die erste Mannschaft, in der sie zur Stammspielerin avancierte. Ihr erstes Bundesligaspiel bestritt sie im Alter von 15 Jahren – und damit als bis heute jüngste Bundesliga-Spielerin. Das war zu einer Zeit, als Bundesliga-Spielerinnen meistens nicht viel Geld verdienen konnten und noch einem Beruf nachgehen mussten.

Mit Marozsán gelang den Saarbrückerinnen in der Saison 2007/2008 der Sprung ins DFB-Pokalfinale. Beim 2:0-Halbfinalsieg beim TuS Köln rrh. glänzte Maroszáns Talent wie ein heller Stern. Sie ließ die Kugel auf dem Spann tanzen, zog die Fäden im Mittelfeld, schoss sogar per Fallrückzieher aufs Tor. Das Endspiel im Berliner Olympiastadion verlor der FCS mit der aus heutiger Sicht legendären Mannschaft um Offensivspielerin Maroszán, die spätere Weltfußballerin Nadine Keßler, heute Uefa-Topfunktionärin, Josephine Henning, Selina Wagner und Trainer Guido Mey nach 1:0-Führung noch mit 1:5 gegen den 1. FCC Frankfurt.

2009 holte sie der umtriebige Manager Siggi Dietrich zu eben jenem damaligen deutschen Renommierclub 1. FFC Frankfurt in die Bundesliga. 2016 wechselte sie nach Frankreich zu Olympique Lyon, wo sie bis 2025 unter Vertrag stand. Verletzungen und die ungewohnte Rolle auf der Bank waren auch Bestandteil der letzten Jahre. Zuletzt stand „Maro“ bei Al-Qadsiah WFC in Saudi-Arabien unter Vertrag. Obwohl die Spielmacherin immer wieder durch schwere Verletzungen zurückgeworfen wurde, gewann sie mit Frankfurt und Lyon mehrfach die Champions League.

Marozsán konzentriert sich jetzt auf ihre Padel-Tennis-Halle

Auch geschäftlich hat sich Marozsán, deren Bruder David für den FC Homburg und den 1. FC Saarbrücken aktiv war, in den vergangenen Jahren neu aufgestellt.

Sie eröffnete unter anderem eine große Halle für die auch von ihr selbst geliebte Trendsporthalle Padel-Tennis namens „66 Padel“ am Schanzenberg, auf dem ehemaligen Messegelände in Saarbrücken eröffnet. Die Halle mit acht modernen Courts wurde im Spätherbst 2025 offiziell eingeweiht. Dem Vernehmen nach läuft das Geschäft gut, die nicht so geringen Wartezeiten für Kunden auf einen Court lassen dies wohl erahnen. Dass sie statt einer Top-Fußballerin künftig eine Top-Geschäftsfrau wird – es würde niemanden wundern.

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