Die Lokalmatadorin vom Aalener Mountainbike Racingteam belegt beim Heimrennen den zweiten Platz. Gaia Tormena und Jakob Klemencic sind nicht zu stoppen.
Stand: 11.07.2026, 23:21 Uhr
Von: Tim Abramowski

Die Lokalmatadorin vom Aalener Mountainbike Racingteam belegt beim Heimrennen den zweiten Platz. Gaia Tormena und Jakob Klemencic sind nicht zu stoppen.
Aalen. Die Sonne brannte vom Himmel, die Strecke forderte den Fahrern alles ab – und trotzdem kannte die Begeisterung keine Grenzen. Beim Mountainbike-Eliminator-Weltcup in Aalen wurde trotz der großen Hitze wieder ein Radsportfest gefeiert. Tausende Zuschauer säumten die Strecke, sorgten für eine einzigartige Atmosphäre und trieben die Athleten durch die anspruchsvollen Läufe.
Sportlich gab es für das Aalener Mountainbike Racingteam ebenfalls Grund zum Jubeln. Lokalmatadorin Marion Fromberger fuhr erneut aufs Podium und belegte Rang zwei. Ein Jahr nach ihrem umjubelten ersten Weltcupsieg beim Heimrennen bestätigte die Aalenerin damit ihre Ausnahmestellung im Eliminator. Den Sieg holte sich diesmal die Italienerin Gaia Tormena, die sich im Finale gegen Fromberger durchsetzte. Dritte wurde die Ukrainerin Mariia Sukhopalova, die auch Weltcupführende ist.
Fromberger zeigte über den gesamten Renntag eine starke Leistung. Im Halbfinale qualifizierte sie sich als Zweite hinter Sukhopalova für den entscheidenden Lauf und bewies auch im packenden Finale gegen die besten Fahrerinnen der Welt Nervenstärke. „Es hat heute einfach sehr viel Spaß gemacht“, sagte Fromberger nach dem Rennen.
Einen einzelnen Schlüsselmoment für den zweiten Platz wollte sie nicht ausmachen. „Ich habe voll und ganz auf mich geschaut und mich auf mein Rennen konzentriert. Am Ende war es Platz zwei und ich bin glücklich.“ Besonders die Stimmung in Aalen beeindruckte die Lokalmatadorin erneut: „Die war gigantisch. Das war einfach mega cool.“
Neben der Konkurrenz stellte auch das Wetter die Fahrer vor eine große Herausforderung. Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde jeder Lauf zum Kraftakt. Einer, der davon besonders betroffen war, war Simon Gegenheimer. „Ich hatte die ganze Woche extreme Rückenschmerzen. Ich wusste vorher überhaupt nicht, ob ich am Start stehen kann“, berichtete Gegenheimer. Dennoch erwischte er einen starken Tag. „Ich bin gut reingekommen. Aber ab dem Achtelfinale war eigentlich jede Runde Anschlag. Die Hitze hat das Rennen brutal gemacht.“
Im Halbfinale fehlte dem Routinier schließlich die entscheidende Frische. „Da war einfach die Luft raus. Ich habe im falschen Moment reagiert und dadurch das große Finale verpasst.“ Im kleinen Finale fuhr er als Dritter über die Ziellinie und beendete den Weltcup auf Rang sieben.
Emotional wurde der Renntag für ihn vor allem durch den Abschied eines langjährigen Weggefährten. Der Franzose Titouan Perrin-Ganier, mehrfacher Weltmeister und eine prägende Figur des Eliminator-Sports, bestritt in Aalen sein letztes Rennen der aktiven Karriere. „Das lässt einen nicht kalt“, sagte Gegenheimer. „Wir sind über ein Jahrzehnt gegeneinander gefahren, in den letzten Jahren dann gemeinsam im gleichen Team. Jetzt noch einmal Seite an Seite ein Rennen zu fahren, ist schon sehr besonders.“
Perrin-Ganier wurde im kleinen Finale Vierter, der Sieg ging an den Schweden Edvin Lindh, ebenfalls vom Aalener Mountainbike Racingteam. Damit standen mit Gegenheimer, Lindh und Perrin-Ganier gleich drei Fahrer des Aalener Teams im kleinen Finale.
Auch Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting zeigte sich begeistert. „Ich habe mit Simon richtig mitgefiebert“, sagte er. Gleichzeitig würdigte er den Abschied von Perrin-Ganier. „Für ihn war das sicher noch einmal ein cooles Event zum Ende der Karriere.“
Für Gegenheimer steht fest, warum Aalen im Weltcup einen besonderen Stellenwert besitzt: „Jeder Fahrer sagt, dass Aalen das Highlight im Weltcup ist. Nicht nur wegen der Strecke, sondern wegen des Heimpublikums, der Helfer und allem, was dazugehört.“
Bei den Männern sicherte sich der Slowene Jakob Klemencic den Weltcupsieg vor dem Österreicher Theo Hauser und dem Belgier Jarne Vandersteen. Louis Krauss wurde als bester Deutscher Vierter. Am Ende blieb vor allem eines: Aalen hat erneut bewiesen, dass die Stadt ein perfekter Schauplatz für den spektakulären Eliminator-Sport ist.
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